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So verbindet Faber Castell Finanz- und Umweltziele

Fränkischer Stifte-Hersteller legt speziellen Schuldschein auf - 19.02.2020 15:57 Uhr

Dass Umweltziele und wirtschaftlicher Erfolg gut zusammenpassen, zeigt Faber Castell (hier eine Szene aus dem Besucherzentrum) mit einem speziellen Schuldschein. © Anna Seibel, NN


Der Bleistifte-Hersteller Faber Castell hat die Refinanzierung des in Familienhand befindlichen Unternehmens mit seinen Nachhaltigkeitszielen verbunden. Das Unternehmen habe einen an Umweltkriterien geknüpften Schuldschein aufgelegt, mit dem ein Millionenbetrag eingespielt worden sei, sagte Finanzvorstand André Wehrhahn. Die Anleihe sei überzeichnet gewesen. Genaue Angaben zu den Konditionen und zum Volumen machte das Unternehmen nicht.

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Der Stifte-Hersteller lasse seine Produktionsprozesse jährlich hinsichtlich der Nachhaltigkeit zertifizieren. Sollten sich die Parameter verschlechtern, würde der Zinssatz für den Schuldschein nach oben gehen. Verbessern sich die Parameter, sinke der Zinssatz. "Wenn wir die Nachhaltigkeit verbessern, verbessert sich das Ergebnis, weil wir weniger Zinsen zahlen", sagte Wehrhahn.


Wie Faber-Castell in Asien weiter wachsen möchte


Faire Arbeitsbedingungen relevant

In das Rating flössen Kriterien wie CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch, aber auch faire Arbeitsbedingungen ein. Faber Castell sei nach dem Autozulieferer Dürr erst das zweite Unternehmen in Deutschland, das eine solche Methode der Refinanzierung gewählt habe. Der Stifte-Hersteller habe sich bereits seit Jahrzehnten der nachhaltigen Produktion verschrieben. Das Unternehmen betreibt Kiefernholz-Plantagen in Brasilien, um den Rohstoff für die Produkte zu gewinnen. Die Produktion sei CO2-neutral. 82 Prozent des benötigen Energieaufwandes werde aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen.

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Faber Castell stellt mit weltweit 8000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben jedes Jahr zwei Milliarden aus Holz gefertigte Stifte her. 86 Prozent des Holz-Rohstoffes stammen aus eigenen Plantagen in Brasilien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 erwirtschafte die Gruppe einen Umsatz von 587,5 Millionen Euro. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen nicht.

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dpa

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