Studie: Junge Menschen besonders von Folgen des "Lockdown" betroffen

28.5.2020, 14:25 Uhr
Vor allem junge Menschen werden noch länger mit den Folgen des Lockdown zu kämpfen haben, warnt die Studie. 

© imago Vor allem junge Menschen werden noch länger mit den Folgen des Lockdown zu kämpfen haben, warnt die Studie. 

Die Pandemie sei ein dreifacher Schock für junge Leute. Neben den Jobverlusten würden auch Aus- und Weiterbildung teils unterbrochen. Regierungen müssten dringend gegensteuern, sonst entstehe eine "Lockdown-Generation" mit Nachteilen, die Jahrzehnte dauern könnten.

"Die Covid-19-Wirtschaftskrise trifft junge Leute - vor allem Frauen - härter und schneller als jede andere Gruppe", sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Wenn wir nicht schnelle und bedeutende Maßnahmen ergreifen, um ihre Situation zu verbessern, könnten die Folgen uns noch Jahrzehnte begleiten." Schlecht sei die Lage für diejenigen, die jetzt Studium oder Ausbildung beenden. Sie müssten bei einer langsamen Erholung der Wirtschaft mit größerer Konkurrenz rechnen, weil dann auch kommende Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt drängten.

Schlechte Bezahlung und Arbeitslosigkeit

Es sei noch zu früh, um zu berechnen, wie sich die Arbeitslosenquote unter jungen Leuten durch Corona geändert habe, so die ILO. Aber alle vorläufigen Angaben etwa aus den USA, Kanada, Asien und einigen europäischen Ländern zeigten in dieselbe Richtung. Im vergangenen Jahr lag die Arbeitslosenquote junger Leute zwischen 15 und 24 Jahren bei 13,6 Prozent, höher als in jeder anderen Gruppe.

15 bis 24 Jahre ist die Standarddefinition der ILO für "junge Leute". In der Online-Umfrage im Rahmen der "Initiative für anständige Jobs für junge Leute" waren die Altersgruppen etwas anders: nach ILO-Angaben nahmen mehr als 11 000 Leute zwischen 18 und 29 Jahren teil.

Der Anteil von schlecht bezahlten Jobs sei unter den 15- bis 24-Jährigen größer als in der Gesamtbevölkerung. Vor der Corona-Krise seien fast 77 Prozent, 328 Millionen junge Menschen weltweit, im informellen Sektor beschäftigt gewesen, so die ILO.

Das sind in der Regel Jobs ohne Verträge und soziale Absicherungen. Bei den über 25-Jährigen sei der Anteil etwa 60 Prozent gewesen.

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