14°

Donnerstag, 16.07.2020

|

zum Thema

Studie: Junge Menschen besonders von Folgen des "Lockdown" betroffen

Jobverlust ist da nur ein Aspekt - Krise zieht sich weiter durch - 28.05.2020 14:25 Uhr

Vor allem junge Menschen werden noch länger mit den Folgen des Lockdown zu kämpfen haben, warnt die Studie. 

© imago


Die Pandemie sei ein dreifacher Schock für junge Leute. Neben den Jobverlusten würden auch Aus- und Weiterbildung teils unterbrochen. Regierungen müssten dringend gegensteuern, sonst entstehe eine "Lockdown-Generation" mit Nachteilen, die Jahrzehnte dauern könnten.

"Die Covid-19-Wirtschaftskrise trifft junge Leute - vor allem Frauen - härter und schneller als jede andere Gruppe", sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Wenn wir nicht schnelle und bedeutende Maßnahmen ergreifen, um ihre Situation zu verbessern, könnten die Folgen uns noch Jahrzehnte begleiten." Schlecht sei die Lage für diejenigen, die jetzt Studium oder Ausbildung beenden. Sie müssten bei einer langsamen Erholung der Wirtschaft mit größerer Konkurrenz rechnen, weil dann auch kommende Jahrgänge auf den Arbeitsmarkt drängten.

Schlechte Bezahlung und Arbeitslosigkeit

Es sei noch zu früh, um zu berechnen, wie sich die Arbeitslosenquote unter jungen Leuten durch Corona geändert habe, so die ILO. Aber alle vorläufigen Angaben etwa aus den USA, Kanada, Asien und einigen europäischen Ländern zeigten in dieselbe Richtung. Im vergangenen Jahr lag die Arbeitslosenquote junger Leute zwischen 15 und 24 Jahren bei 13,6 Prozent, höher als in jeder anderen Gruppe.

15 bis 24 Jahre ist die Standarddefinition der ILO für "junge Leute". In der Online-Umfrage im Rahmen der "Initiative für anständige Jobs für junge Leute" waren die Altersgruppen etwas anders: nach ILO-Angaben nahmen mehr als 11 000 Leute zwischen 18 und 29 Jahren teil.

Bilderstrecke zum Thema

Wellness, Familienfeiern und Busreisen: Das ist seit Juni trotz Corona wieder möglich

Seit Ende Mai lockert die bayerische Regierung die Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie Schritt für Schritt. Durch die Verlängerung der Sperrstunde und andere Erleichterungen seit dem 16. Juni geht es für die Bürgerinnen und Bürger wieder ein Stück mehr Richtung Normalität.


Der Anteil von schlecht bezahlten Jobs sei unter den 15- bis 24-Jährigen größer als in der Gesamtbevölkerung. Vor der Corona-Krise seien fast 77 Prozent, 328 Millionen junge Menschen weltweit, im informellen Sektor beschäftigt gewesen, so die ILO.

Das sind in der Regel Jobs ohne Verträge und soziale Absicherungen. Bei den über 25-Jährigen sei der Anteil etwa 60 Prozent gewesen.

Bilderstrecke zum Thema

Sars, Ehec, Corona: Das sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts

Sars, Schweinegrippe, Ehec, Ebola und jetzt Corona: Im 21. Jahrhundert gab es bereits mehrere Epidemien und Pandemien. Ein Überblick


dpa

3

3 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft