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Teure Geschenke: Wenn der Wunschzettel zur Schuldenfalle wird

Vorsicht vor schnellen Krediten, die fatale Folgen haben können - 19.12.2018 05:41 Uhr

Die Einkaufspassagen sind vor Weihnachten traditionsgemäß überfüllt. Eine Umfrage der FOM-Hochschule hat nun herausgefunden, wie viel die Nürnberger durchschnittlich heuer für Geschenke ausgibt. © Daniel Bockwoldt


In ganz Deutschland finanzieren 14 Millionen Verbraucher ihre Weihnachtseinkäufe per Dispokredit, zeigt eine Analyse des Kreditportals "smava". Und laut der Nürnberger Stiftung "Deutschland im Plus" und dem Überschuldungsreport des Instituts für Finanzdienstleistungen gehört das Konsumverhalten sogar zu den "Big 6" der Überschuldungsauslöser. 

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Doch was, wenn man sich mit der Geldanleihe übernommen hat? Nancy Schnellhardt, Schuldnerberaterin vom Zentrum Insolvenzberatung in Nürnberg, warnt vor einer zu schnellen Kreditaufnahme. Sie rät dazu, genau hinzusehen, ob man die Raten des Kredites überhaupt bezahlen kann. Und die Unterlagen am besten mit nach Hause zu  nehmen, um sie in Ruhe durchzulesen. Wenn dabei etwas unklar ist, solle man auch nicht davor zurückschrecken, sich fachmännische Hilfe zu holen. "Vor Weihnachten haben wir tatsächlich mehr Anfragen", sagt die Schuldnerberaterin. Um nicht durch überteuerte Weihnachtsgeschenke in die Schuldenfalle zu rutschen, rät sie außerdem, offen zu seiner finanziellen Situation zu stehen. Und auch das bargeldlose Bezahlen sei nicht zu unterschätzen, denn einen Überblick über den Einkauf behalte man am besten mit Scheinen in der Hand.

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Laut Schnellhardt gibt es mehrere Gruppen, die gefährdet sind, in die Schuldenfalle zu rutschen: Neben Alleinerziehenden und Jugendlichen hätten häufig junge Eltern mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Schnellhardt gibt deshalb gerade ihnen den Tipp, auf Sozialkaufhäuser mit gebrauchtem Spielzeug zurückzugreifen.

Dass dort in der Weihnachtszeit besonders viel los ist, kann Marco Lindner, Einrichtungsleiter der "Allerhand"-Gebrauchtwarenläden der Stadtmission Nürnberg, nur bestätigen. Vor allem weihnachtliche Dekogegenstände, aber auch Spielsachen seien besonders gefragt. Übrigens kauften längst nicht mehr nur Leute mit wenig Geld gebrauchte Ware: "Gerade bei Kindersachen ist vielen etwas Neuwertiges zu schade", sagt Lindner.  

 

Marina Wildner

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