-0°

Montag, 20.01.2020

|

zum Thema

Trotz milder Wintertemperaturen: Die Heizkosten steigen

Wegen zwei Monaten müssen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen - 13.01.2020 08:54 Uhr

Spätestens im Jahr 2021 kommen auf Verbraucher durch das Klimapaket weitere Kosten hinzu. © Robert Günther, dpa


Trotz des vergleichsweise milden Jahres 2019 müssen die meisten Verbraucher für ihre Heizkosten tiefer in die Tasche greifen. Das ergaben Analysen der Internet-Vergleichsportale Verivox und Check24, die unabhängig voneinander Energiepreis- und Wetterdaten für das vergangene Jahr ausgewertet haben. Demnach war 2019 zwar nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und auch die Wintermonate waren fast durchgängig sehr mild.

Bilderstrecke zum Thema

Bahnfahren wird billiger, Fliegen teurer: Die Inhalte des Klimapakets

Lange hat die Große Koalition um das Klimapaket gerungen, jetzt steht fest: Das Paket der schwarz-roten Koalition für mehr Klimaschutz soll ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro haben. Zur Finanzierung soll es weder neue Schulden noch eine Klimaanleihe geben. Die Maßnahmen betreffen nahezu alle Bürger.


Gas hat sich verteuert

Jedoch war der Januar regional schneereich und kalt und der Mai deutlich kühler als im Vorjahr. Unter dem Strich mussten die Verbraucher deshalb zwei (Verivox) bis drei (Check24) Prozent mehr Heizenergie aufwenden als im Jahr zuvor. Die Vergleichsportale verwenden bei ihren Auswertungen zum Teil unterschiedliche Basisdaten und kommen deshalb zu leicht abweichenden Ergebnissen. Bei den Preisen hat sich vor allem Gas verteuert.

Im Durchschnitt des Jahres und der verschiedenen Regionen stiegen die Gaspreise um 7,6 Prozent. Zusammen mit den Einflüssen des Wetters ergeben sich damit für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Energieverbrauch von 20 000 Kilowattstunden Mehrkosten von mehr als acht Prozent. Verivox kommt für Gaskunden auf Gesamtkosten von 1125 Euro im Jahr, Check24 auf 1222 Euro.

Der Brennstoff für die Ölheizung war dagegen kaum teurer als im Vorjahr. Verivox kommt auf eine Kostensteigerung von 2,5 Prozent, Check24 auf 1,7 Prozent. Demnach muss der Musterhaushalt bei Verivox durchschnittliche Kosten von 1249 Euro tragen, bei Check24 sind es 1309 Euro. Das Heizen mit Öl ist nur noch wenig teurer als mit Gas.

Zeit des Einkaufs ist entscheidend

Beim Heizöl ist wegen der schwankenden Preise der Zeitpunkt des Einkaufs entscheidend für die Gesamtkosten. Die Heizkosten liegen trotz der Mehrbelastung im vergangenen Jahr immer noch unter ihrem langjährigen Mittel, weil in früheren Jahren sowohl die Temperaturen niedriger als auch die Preise höher waren. So mussten die Verbraucher im kalten und teuren Jahr 2013 noch 1553 Euro für das Heizen mit Gas und 1915 Euro für Heizöl ausgeben. "Ob sich dieser Trend so fortsetzt, bleibt abzuwarten", sagte der Verivox-Energieexperte Valerian Vogel.

Bilderstrecke zum Thema

Hanf, Thermostat und Co. : Zehn Heiz-Tipps, um ordentlich zu sparen

Frostige Temperaturen und nasskaltes Wetter: Aktuell müssen wir jeden Tag von unserer Heizung Gebrauch machen. Doch das kann ordentlich ins Geld gehen. Wie man dabei richtig sparen kann, haben wir in zehn Tipps zusammengestellt!


Spätestens von 2021 an kommen mit dem Klimapaket der Bundesregierung zusätzliche Kosten auf die Verbraucher zu. Bei einem CO2-Preis von 25 Euro je Tonne werden die Haushalte mit einem Energieverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bei einer Gasheizung mit 119 Euro zusätzlich zur Kasse gebeten, bei einer Ölheizung mit 158 Euro. "Weil für Heizöl höhere Emissionen veranschlagt werden als für Gas, kommen auf Verbraucher mit Ölheizung höhere zusätzliche Kosten zu", sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24.

dpa

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Wirtschaft