Hohe Steuerzinsen

Verfassungsrichter zeigen Berlin, wo`s langgeht

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Verena Litz..ANZAHL: 1 von 1..
Verena Litz

Leiterin Redaktion Politik und Wirtschaft

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18.8.2021, 15:42 Uhr
Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit den aktuellen Steuerzinsen beschäftigt - jetzt muss Berlin handeln. 

Das Bundesverfassungsgericht hat sich mit den aktuellen Steuerzinsen beschäftigt - jetzt muss Berlin handeln.  © Uli Deck, dpa

Wie bringt man Schwung in eine lahme Gesprächsrunde? Ganz einfach: mit dem Wort "Zinsen". Dazu weiß jede(r) etwas. Wer spart, ist sauer, nichts mehr für sein Geld zu bekommen oder sogar noch welches mitbringen zu müssen, damit die Bank es verwahrt. Menschen aus der Finanzwelt erläutern gerne, warum die Lage so ist, wie sie ist, und es auch die Geldhäuser nicht leicht haben. Diejenigen, die ein Baudarlehen aufnehmen, können von günstigen Konditionen erzählen - was die hohen Immobilienpreise etwas erträglicher macht.

Auch das Bundesverfassungsgericht hat jetzt das Wort ergriffen und etwas gesagt, das vielen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern runtergehen dürfte wie Öl: Laut Karlsruhe sind die Steuerzinsen in Höhe von sechs Prozent angesichts der seit Jahren bestehenden Niedrigzinsphase "evident realitätsfern" und verfassungswidrig und müssen deshalb geändert werden. Chapeau!

Aus dem Finanzministerium hieß es postwendend, man wolle das Problem schnell angehen. Gut so. Schade nur, dass es dazu erst diesen Richterspruch brauchte: Auf den Trichter hätte man in Berlin längst selbst kommen können, ja müssen.

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