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Wachstumsaussichten für Weltwirtschaft weiter schlecht

Auch "Made in Germany" ist weniger gefragt - 15.10.2019 18:21 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsvorhersage für das Jahr 2019 - das vierte Mal in Folge - auf nunmehr 3 Prozent, wie aus der neuesten Prognose hervorgeht. © Peng Zhaozhi, dpa


Der Handelskonflikt zwischen den USA und China lastet weiter auf der Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine Wachstumsvorhersage für das Jahr 2019 - das vierte Mal in Folge - auf nunmehr 3 Prozent, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Prognose hervorgeht. Im Juli hatte der IWF noch ein Wachstum von 3,2 Prozent vorausgesagt. Auch für Deutschland wurde die Konjunkturprognose leicht nach unten korrigiert.

Es handelt sich dabei dem IWF zufolge um das langsamste Wachstum der Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise. Als Gründe dafür nannte der Weltwährungsfonds zunehmende Handelsbarrieren und wachsende Unsicherheit in Folge geopolitischer Risiken. Für das kommende Jahr fällt die Vorhersage zwar besser aus. Aber auch sie schraubte der IWF leicht herunter - auf jetzt 3,4 Prozent. 2018 war die Weltwirtschaft noch um 3,6 Prozent gewachsen.

Die Stimmung an den Finanzmärkten könnte sich nach Einschätzung des IWF nicht nur durch eine Zunahme von geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten verschlechtern, sondern auch durch einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne ein Abkommen. Der Klimawandel trübe die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft ebenfalls ein, insbesondere für davon bedrohte Länder.

IWF fordert Staaten auf, Handelsstreitigkeiten zu lösen

Für Deutschland sei die internationale Nachfrage nach Produkten "Made in Germany" in der ersten Jahreshälfte geringer gewesen als erwartet. Deshalb sei die Prognose ebenfalls leicht nach unten korrigiert worden, hieß es. Nun wird ein Wachstum von lediglich 0,5 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr soll das Plus dann 1,2 Prozent betragen. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als in der vorangegangenen IWF-Prognose im Juli.

Für die gesamte Eurozone sagt der IWF ein Wachstum von 1,2 Prozent voraus. Im Juli lag die Prognose bei 1,3 Prozent. 2020 soll die Wirtschaft um 1,4 Prozent wachsen.

Länder müssten gemeinsam Handelsstreitigkeiten lösen und die Hemmnisse abbauen, forderte der IWF. "Multilaterale Zusammenarbeit ist unverzichtbar, um einige der kurz- und langfristigen Probleme zu bewältigen." Politische Entscheidungsträger sollten zusammenarbeiten, "um Spannungen im Handel zu beseitigen, die die globale Konjunktur geschwächt und Vertrauen verletzt haben".

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Teileinigung mit China im Handelskrieg verkündet. China reagierte zurückhaltender auf den Ausgang der zweitägigen Verhandlungen in Washington. Die für Dienstag geplante Anhebung von Strafzöllen von 25 auf 30 Prozent auf chinesische Importe wurde in der Folge auf Eis gelegt. Damit kommt zumindest Entspannung in den seit mehr als einem Jahr andauernden Konflikt, gelöst ist er aber noch lange nicht. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten sich in dessen Verlauf immer weiter gegenseitig mit Strafzöllen überzogen.


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Das schwächere Wirtschaftswachstum in China sei nicht nur auf die "eskalierenden Strafzölle" zurückzuführen, sondern auch auf eine sinkende Nachfrage im Land, betonte der IWF. Für 2019 wird ein leicht nach unten korrigiertes Wachstum von 6,1 Prozent erwartet, im kommenden Jahr von 5,8 Prozent. Vergangenes Jahr hatte die chinesische Wirtschaft noch um 6,6 Prozent zugelegt.

Auch für die USA sagt der IWF einen Abwärtstrend voraus: Nach einem Wachstum von 2,9 Prozent im vergangenen Jahr wird 2019 nur noch ein Plus von 2,4 Prozent erwartet. Die Prognose liegt für 2020 bei 2,1 Prozent und damit geringfügig besser als noch im Juli erwartet (1,9 Prozent). Sowohl der Konsum als auch die Beschäftigung hätten sich positiv entwickelt.

Die neue Konjunkturprognose wurde im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington vorgestellt. Bei dem mehrtägigen Treffen beraten Zentralbanker, Finanzminister und Chefs von Großbanken aus aller Welt über die Herausforderungen für die Weltwirtschaft.

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dpa

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