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Warum wir vom "Autogipfel" wenig erwarten sollten

Ein Kommentar von NN-Politikredakteur Gregor le Claire - 15.01.2020 11:34 Uhr

Die Autoindustrie steht vor allem im Zusammenhang mit dem Klimaschutz in der Kritik. © Sebastian Gollnow, dpa


Okay, es ist also mal wieder Autogipfel im Kanzleramt. Geben wir uns keinen Illusionen hin: Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende des Tages erneut wenig bis gar nichts Greifbares herausgekommen sein wird, ist größer, als dass wir in ein paar Stunden alle staunen werden, was die Politiker, Gewerkschafter und Autolobbyisten da alles Tolles auf den Weg gebracht haben.

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Und das ist auch - völlig in Ordnung. Denn die Aufgabe ist ja tatsächlich gewaltig. Die Autoindustrie gilt nicht zu Unrecht als deutsche Schlüsselbranche, mehrere Hunderttausend Arbeitsplätze hängen an ihr. So eine Branche in ihrer ganzen Komplexität wird nicht mal eben fit für den technologischen Wandel, indem man dem Ingenieur von Einspritzpumpen im Vorbeigehen zuruft: "Aufgemerkt, ab morgen programmierst du Software." So etwas will gestaltet sein.

Ein Wandel in dieser Dimension braucht einfach Zeit. Und die sollten sich die Verantwortlichen dann auch nehmen. Nicht unbegrenzt natürlich, schließlich schläft die internationale Konkurrenz nicht. Aber doch genügend, um alle beim Wandel mitzunehmen. Denn nur, wenn alle vom gemeinsamen Ziel überzeugt sind, hat der sicher auch schmerzhafte Transformationsprozess überhaupt Aussicht auf Erfolg. Ein Scheitern aber ist keine Option.

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