E-Tretroller in immer mehr deutschen Städten - Kritik von Scheuer

14.7.2019, 13:06 Uhr

Hände an den Lenker und los geht's: Mit E-Scootern lässt es sich ziemlich flott über Fahrradwege kurven. © Sina Schuldt, NN

Die neuen E-Tretroller stehen einen Monat nach der gesetzlichen Erlaubnis schon in mindestens 14 deutschen Städten zur Miete bereit. In Großstädten sind meistens mehrere Verleihfirmen aktiv, in manchen kleineren Städten nur ein Anbieter. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kritisiert nach gut vier Wochen die Umsetzung der Fahrerlaubnis für Elektro-Tretroller und nennt vor allem Berlin. Der Bund habe das "Fahren auf Gehwegen" verboten "und ein Bußgeld vorgesehen", sagte der Minister der Bild. "Leider wird aber etwa in der deutschen Hauptstadt zu wenig kontrolliert."

Scheuer sagte: "Jede Kommune hat dazu die Möglichkeit." In bestimmten Zonen könnten Städte zum Beispiel auch E-Scooter ganz ausschließen. "Das wäre alles möglich. Da muss sich noch einiges zusammenruckeln." Es stehe auch jeder Stadt frei, bestimmte Stationen aufzubauen, an denen die Scooter abgestellt werden müssen. "Berlin hat sich anders entschieden und gesagt, es ist egal, wo die stehen."

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Die Liste der Städte mit Elektro-Leihrollern umfasste Anfang Juli Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Dortmund, Düsseldorf, Bonn, Münster, Erfurt, Lübeck, Augsburg, Herne und Potsdam.

Der Berliner Vermieter Tier kündigte bereits an, sein Angebot in den kommenden Wochen deutlich auszubauen - "sowohl die Anzahl der Scooter in den Städten, als auch die Anzahl der Städte insgesamt". Circ aus Berlin teilte mit: "Derzeit stehen wir mit über 80 weiteren deutschen Städten in Kontakt und freuen uns darauf, weitere Partnerschaften zu schließen." Lime aus den USA resümierte, schon nach den ersten Wochen werde diese Art der Fortbewegung gut angenommen.

Wie viele E-Tretroller insgesamt in den Städten herumstehen, ist schwer einzuschätzen. Manche Firmen veröffentlichen Zahlen, andere nicht. Von Tier heißt es: "Die Flottengröße in den Städten variiert: So sind wir beispielsweise in Köln mit 400 Scootern oder in Berlin mit 800 Scootern." Von der Firma Voi aus Schweden, die in sieben deutschen Städten vermietet, heißt es: "Wir sind in jeder dieser Städte mit rund 50 bis einigen Hundert E-Scootern gestartet." Lime und Circ hingegen nennen keine Zahlen.

Alle Firmen betonen, wie umweltfreundlich ihr Angebot sei. Ob aber tatsächlich ein Tretroller-Fahrer sich gegen eine Autofahrt entschied, ist kaum zu klären. Die meisten Fahrer in Berlin sind nach ersten Beobachtungen Touristen in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder junge Leute, die im Nachtleben unterwegs sind - beide Gruppen gehören nicht zu den klassischen Autofahrern in der Großstadt. Außerdem werden viele Roller schon nach wenigen Wochen verschrottet.