E-Tretroller sollen ab 2020 Teil der Unfallstatistik werden

7.12.2019, 11:50 Uhr

Bisher tauchen die elektrischen Tretroller laut Bundesamt nur unter der Sammelkategorie "sonstige Fahrzeuge" auf. Das soll sich jetzt ändern. © Henning Kaiser, dpa

Das Phänomen E-Tretroller soll sich ab 1. Januar auch in der offiziellen Unfallstatistik wiederfinden. Das bestätigte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur. Zurzeit sei man noch in Kontakt mit den Innenministerien der Länder, die entsprechende Zahlen nach Wiesbaden schicken sollen. Wenn das funktioniere, könne man zum Jahresbeginn erstmals E-Scooter-Unfälle einzeln erfassen.

Bisher tauchen die elektrischen Tretroller laut Bundesamt nur unter der Sammelkategorie "sonstige Fahrzeuge" auf. Die E-Scooter - erlaubt seit dem 15. Juni - seien eine neue "Verkehrsbeteiligungsart", die die Statistiker gern einzeln ausweisen wollten. Das Problem sei allerdings, dass die einzelnen Landespolizeibehörden unterschiedliche Datenbanken nutzen, so das Bundesamt. Wenn die Behörden ihrerseits E-Scooter-Unfälle einzeln im Computer erfassen und dann weiter leiten könnten, stehe dem Start am 1. Januar nichts im Wege.

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In den Innenministerien arbeitet man daran. So sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenressorts in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur: "Die nordrhein-westfälische Polizei bereitet sich technisch darauf vor, Verkehrsunfälle mit E-Tretrollern ab dem 1. Januar 2020 statistisch zu erfassen."

Verleiher weisen auf Gefahren hin

Besonders Großstädte haben seit Einführung der E-Scooter zahlreiche Unfälle zu verbuchen. Die Polizei Köln hatte jüngst eine Zwischenbilanz gezogen. Demnach gab es zwischen 15. Juni und 18. November 104 Verkehrsunfälle mit 109 Verletzten "unter Beteiligung von E-Scootern". 24 Menschen hätten dabei schwere und 85 leichte Verletzungen erlitten. "89 dieser Verletzten waren Fahrer von E-Scootern. 88 Prozent dieser Unfälle verursachten E-Scooter-Fahrer", so die Polizei. Bei knapp einem Drittel der Unfälle seien Fahrer betrunken gewesen.

Die Verleihfirmen, die E-Scooter in vielen Städten bereitstellen, weisen die Fahrer zumindest auf Gefahren hin. So muss man zum Beispiel bei "Voi" vor Abfahrt per Klick einige Regeln bestätigen - darunter "Ich weiß, dass Helme großartig sind" oder "Ich werde nicht unter dem Einfluss von Drogen und/oder Alkohol fahren". Der Anbieter "Tier" mahnt die Fahrer, nicht schneller als die erlaubten 20 km/h unterwegs zu sein - "vor allem, wenn du bergabwärts fährst".

Der E-Scooter-Verleiher "Bird" hat zum Winter seine 4400 Roller in allen deutschen Städten von den Straßen geholt - aus Sicherheitsgründen. Die Zahl der Unfälle könnte durch Schnee und Eis noch einmal ansteigen. Sichere Zahlen dazu gäbe es erst ab Januar - wenn alles so klappt, wie das Statistische Bundesamt es sich vorstellt.