Die Serie soll halten

Alles kann, nichts muss: Der Club-Coach hat "richtig Bock" auf den HSV

Uli Digmayer

NZ-Sportredaktion

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Robert Klauß will seiner Elf auch im Gastspiel beim HSV den richtigen Weg weisen. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

Wenngleich das Wiedersehen mit dem HSV also einen gewissen statistischen Reiz birgt, mag sich Robert Klauß mit der damaligen Klatsche nicht mehr groß befassen. "Wir waren auch vorher schon schwer zu schlagen", betont Nürnbergs Trainer, das kleine Debakel sei lediglich "ein negativer Ausrutscher" gewesen und auch diversen Personalproblemen geschuldet. Lieber will sich Klauß darauf konzentrieren, "was wir in dieser Saison bislang geleistet haben".

Und das liest sich zumindest in der Tabelle nicht so schlecht: Immerhin reist der Club als einziger noch ungeschlagener Zweitligist in den hohen Norden und ist als Tabellenvierter mit 13 Punkten aktuell sogar zwei Plätze besser notiert als die Hanseaten. Der vom einst stolzen Bundesliga-Dino längst zur grauen Zweitliga-Maus mutierte HSV hat allerdings nach anfänglichen Problemen in die Spur gefunden, zuletzt feierte man einen umjubelten 2:0-Sieg im Nordderby beim Erzrivalen Werder Bremen. „Hamburg hat den Rhythmus gefunden. Da wartet eine große Aufgabe auf uns“, ahnt Klauß: "Ich glaube nicht, dass wir der absolut große Favorit sind, weil wir einen Punkt mehr haben."

Und anders als vor dem jüngsten Heimspiel gegen Aufsteiger Hansa Rostock (1:0) dürfte die kollektive Erwartungshaltung diesmal deutlicher niedriger sein. "Keiner wird sagen, wir müssen dort gewinnen", meint Klauß, "aber wir wollen dort natürlich gewinnen. Das ist eine gute Ausgangslage. Dazu in einem gut gefüllten Stadion, da haben wir richtig Bock drauf."

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Mit 25 000 Zuschauern, darunter 500 bis 600 Club-Fans, wird das Volksparkstadion am Sonntag gemäß Corona-Auflagen ausverkauft sein. Nach einem Beschluss des Hamburger Senats hätte die Arena unter 2G-Bedingungen sogar wieder voll ausgelastet werden dürfen, aus organisatorischen Gründen hat der HSV darauf aber noch verzichtet.

Schon die Vorbereitung auf diese Partie gestaltete sich für die Gäste sehr anspruchsvoll - gerade auch für den Trainer. Schließlich ist Klauß' HSV-Kollege Tim Walter in der Branche bekannt für seine innovativen Spielideen und unberechenbaren taktischen Manöver. "Die Abläufe sind manchmal etwas verwirrend", gesteht Klauß, "mir ist das aber lieber so, als wenn ich der Mannschaft gar nichts zeigen kann".

Der 36-Jährige erwartet einen Gegner, der aus einer festen Grundordnung sehr variabel agiert. Ein wichtiger Faktor für das Nürnberger Spiel sollen wieder die erhofften Umschaltmomente sein. "Natürlich haben wir gesehen, dass Hamburg mit viel Mut und Risiko spielt. Sie schaffen es nach Ballverlusten aber auch, durch viel Druck und gutes Gegenpressing dagegenzuarbeiten", sagt Klauß.

Schleimer bleibt im Kader

Da sich an der Personalsituation in der vergangenen Woche nichts geändert hat, wird der Club mit dem gleichen Kader wie gegen Rostock nach Hamburg reisen. Also auch mit Lukas Schleimer, der sich durch seinen furiosen Jokerauftritt samt Vorlage zum Siegtreffer durch Erik Shuranov für weitere Bewährungschancen empfohlen hat. "Man hat schon gemerkt, dass ihm das einen Push gegeben hat. Er hat gut trainiert und weiter seine unbekümmerte Art gezeigt", sagt Klauß, "es tut uns gut, so einen Spielertyp zusätzlich zu haben."

Auch in Hamburg blickt man dem Verfolgerduell mit einigem Respekt entgegen. "Nürnberg ist noch ungeschlagen und hat sich weiterentwickelt. Robert Klauß ist ein Trainer aus der RB-Schule und dementsprechend extrem agiert seine Mannschaft gegen den Ball. Darauf bereiten wir uns vor", sagte Tim Walter und schickte eine klare Botschaft gen Franken: "Wir wollen ihre Serie unterbrechen!"


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