Eine kunterbunte Ausgabe

5.6.2021, 05:59 Uhr
Der Kulturbetrieb läuft wieder an.

Der Kulturbetrieb läuft wieder an. © Covergestaltung: Sven Katheder

Im Entstehungsprozess ab Ende April war die Euphorie der Kulturbranche noch sehr gedämpft. Wann die Infektionszahlen runtergehen und Lockerungen kommen, wollte keiner prognostizieren. Dementsprechend fokussierte sich die Carpe-diem-Redaktion zunächst auf veranstaltungsunabhängige Themen, und die sind nicht minder spannend.

Da ist zum Beispiel die Geschichte mit dem mysteriösen Treuchtlinger Lokalkrimi, der plötzlich vor Weihnachten in den Bücherregalen örtlicher Buchhandlungen stand und wenige Wochen später genauso plötzlich wieder verschwunden ist. Wir gehen im Carpe diem der Frage nach, wer der geheimnisvolle Autor „Max Moritz“ wohl sein könnte. Denn trotz seiner kurzen Verfügbarkeit hat „Tödlicher Sprudel“ über den Treuchtlinger Wasserstreit für ziemliches Aufsehen gesorgt.

Einen überfälligen, sehr ausführlichen Nachruf zum im Januar verstorbenen Ludwig Fels haben wir ebenfalls im aktuellen Heft untergebracht. Der Tod des in Treuchtlingen geborenen Autors wurde landauf, landab von den Feuilletons betrauert, sein Leben und Wirken wird im Carpe diem erzählt.

Im Jubiläumsjahr „1300 Jahre Jüdisches Leben in Bayern“ beschäftigen sich außerdem etliche Hintergrundgeschichten mit dem jüdischen Leben im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Während etwa in Heidenheim ein großes Projekt mit der ehemaligen Thora-Schule ansteht und Pappenheim einen rauschenden Festmonat im August begeht, ist es in Weißenburg recht still. Schließlich gab es in der Stadt seit über 500 Jahren keine feste jüdische Gemeinde mehr. Aber auch das ist eine Geschichte, die einmal erzählt werden will.

Als im Mai dann die ersten Öffnungen in greifbare Nähe rückten, trudelten die Ankündigungen in unserem Postfach ein. „Die Altmühlsee-Festspiele finden statt!“, rief man uns etwa glücklich aus Muhr am See zu. Der Theatersommer Weißenburg mit Aufführungen im Rathaus-Innehof und im Bergwaldtheater steht in den Startlöchern. Das Stadtschreiberprojekt wird wieder öffentlichen Raum einnehmen, ebenso wie Graffiti-Künstler aus Nürnberg. Das Kloster Heidenheim startet eine eigene Konzertreihe, und in Treuchtlingen entsteht ein neues Open-Air-Gelände.

Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die aktuelle Carpe-diem-Ausgabe sicher nicht, zu viele Termine werden nun erst mit den Lockerungen festgezurrt oder entwickelt. Doch wir können mit unserem Sommer-Heft abermals zeigen: Die Kultur im Landkreis findet statt. Und das Motto „Carpe diem – Nutze den Tag“ war nie aktueller als jetzt.