Lichtenstein – Ruine der Raubritter

17.3.2007, 00:00 Uhr
Ein steiler Treppenweg führt die letzten Meter zur Ruine Lichtenfels hinauf.

© Bachmann Ein steiler Treppenweg führt die letzten Meter zur Ruine Lichtenfels hinauf.

Unweit von Pommelsbrunn schaut, oben auf einen Felssporn thronend, die Ruine Lichtenstein ins Hersbrucker Land. Der Name weist auf einen hellen und leuchtenden Fels hin, auf dem die Burg stand. Sie entstand im 13. Jahrhundert, erster Besitzer war Henricus de Lichtenstein. Das Raubritternest der Lichtensteiner, die ihren Lebensunterhalt aus Überfällen bestritten, war den Nürnbergern ein Dorn im Auge. Deshalb zerstörten sie die Burg im Jahr 1325.

Heftig nagte der Zahn der Zeit

Nach einem raschen Wiederaufbau wurde die einstmals befehdete Wehranlage 1330 pfälzisches Lehen. Pfalzgraf Rupprecht der Ältere verkaufte sie 1353 an den Böhmenkönig Karl IV. Nach einer zweiten Zerstörung (die militärische Fachausdruck lautet: Schleifen der Burg) wurde Lichtenstein nicht mehr aufgebaut und 1806 übernahm der bayerische Staat die Ruine. 1851 erwarb sie der Freiherr Ebner von Eschenbach. Dieser ließ die Mauerreste instandsetzen, dennoch verfiel sie immer mehr.

Nun zur Wanderung: Wir starten in Fischbrunn im Hirschbachtal und gehen zuerst beim Gasthof Schartl vorbei. Dann schwenken wir beim Dorfbrunnen nach rechts ab und laufen mit der Grünpunkt-Markierung des Fränkischen Albvereins weiter. Kurz darauf mühen wir uns auf einem Waldweg in Serpentinen den ganzen Berg hoch.

Stur dem Gelbkreuz folgen

Wenn wir durch den Aufstieg aus der Puste geraten sind, lädt oben am Waldrand eine Bank zum Verschnaufen ein. Auf der Hochfläche weitet sich der Blick und wir sehen Hubnersberg. Zuerst auf einem Wiesenweg, dann auf einem Sträßchen nähern wir uns diesem Ort.

Nun schreiten wir durch Hubnersberg und halten Ausschau nach dem Richtungszeichen Gelbkreuz. Wir biegen links ab auf einen Schotterweg und streben dem Wald zu. Anfangs halten wir uns ein Stück weit an die Rehkitz-Markierung, bis diese nach rechts abzweigt. Wir folgen nun stur dem Gelbkreuz, welches uns auf einem leicht ansteigenden Weg über den Pleßelberg führt. Schon nach wenigen Kilometern erreichen wir die Ruine Lichtenstein und steigen auf einem leicht atemraubenden Treppenweg hoch zu ihr. Die heutige Ruine lässt wenig erahnen von der früheren, den Nürnberger «Pfeffersäcken» verhassten Wehranlage auf dem Felsklotz.

Wir genießen die herrliche Aussicht auf die schöne Hersbrucker Alb. Nach der Besichtigungspause steigen wir mit der Gelbkreuz-Markierung auf einem Waldpfad in wenigen Minuten zum Naturfreundehaus ab. Am Fuße des Schleußberges befindet sich ein so genannter Hutanger, der früher die Weide - auch «Wied» genannt - für die Kühe von Pommelsbrunn war. Durch die ständige Beweidung über viele Jahrzehnte hinweg entstand an der Südseite des Berges ein typischer Halbtrockenrasen, auf dem seltene Tier- und Pflanzenarten ihren ganz speziellen Lebensraum gefunden haben.

Hier fühlen sich die rotflügelige Odlandschrecke und die Schlingnatter besonders wohl. An Pflanzen wären der Rasensteinbrech, der schmalblättrige Hohlzahn sowie der Rupprechtsfarn zu nennen. Das Ganze wird begrenzt von Blockschutthalden aus Kalkstein. Solche Blockschutthalden bilden sich besonders an Hängen von Felswänden. Steinschlag durch Verwitterung und Spaltenfrost bringen laufend Nachschub von Felsmaterial.

Wir setzen die Wanderung fort und treffen auf ein Quersträßchen. Beim Brünnlein schwenken wir links ab und wandern mit der Rotpunkt-Markierung steil den Berg hoch. Nach einer Verschnaufpause setzen wir die Wanderung auf einem Waldweg fort. Nach kurzer Zeit verlassen wir ihn und auf einem Feldweg nähern wir uns auf der Hochfläche dem Ort Heuchling.

Der Ort bietet sich zu einer Rast (Gasthaus zum schwarzen Brand) an. Gestärkt verlassen wir ihn auf einem Sträßlein Richtung Hegendorf. Nach wenigen Kilometern, die leider nicht markiert sind, erreichen wir Hegendorf. Jetzt richten wir unser Augenmerk auf die Grünkreuz-Markierung des Fränkischen Albvereins. Zu guter Letzt mühen wir uns nochmals den Berg hoch. Wir folgen den Windungen des Weges mit der Grünkreuz-Markierung, die uns nach Fischbrunn zurückleitet, wo wir unsere Wanderrunde beenden.

Fischbrunn ist von Montag bis Freitag auch mit der VGN-Buslinie 446 von Hersbruck rechts der Pegnitz aus erreichbar.

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