Neue Wanderrouten zum Frühlingserwachen

14.3.2008, 00:00 Uhr

© oh

Mit den Nürnbergern, die nach Neumarkt in der Oberpfalz kommen, sei es wie mit der Verwandtschaft. "Man freut sich, sie zu sehen und freut sich, wenn sie wieder weg sind", sagt Michael Gottschalk, Vertreter des Landrates Neumarkt. In der kommenden Wandersaison könnte es noch mehr Großstädter in die Oberpfalz verschlagen. Schließlich verbindet die Buslinie Labertalexpress (VGN-Linie 509) zur Wandersaison vom 1. Mai bis 1. November Neumarkt mit Parsberg durch das Schwarzach- und Labertal.

Viele Kulturdenkmäler finden sich hier, beispielsweise das Birgittenkloster Gnadenberg und Burg Velburg, außerdem gibt es die König-Otto-Tropfsteinhöhle zu besichtigen oder den Rosenfriedhof Dietkirchen mit seinem Blütenmeer. Auch mit dem Rad kann man die Gegend erkunden: Der Labertalexpress führt einen Fahrradanhänger mit.

Seit August 2007 bedient der VGN die Strecke Amberg-Sulzbach. Wer diese Gegend kennenlernen möchte, kann sich dafür sogar zwei Tage Zeit lassen und eine Übernachtung einplanen. Eine Tour mit dem Frankenpfalz-Express (Linie 499) führt von Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg über die Osterhöhle, Königstein und die Maximiliansgrotte bis nach Neuhaus an der Pegnitz. Wer nur bestimmte Strecken erwandern möchte, kann die Tour beliebig in Einzelabschnitte unterteilen.

Meteoriten-Einschlag

Ebenfalls neu im Verkehrsverbund ist die Monheimer Alb mit den Städten Monheim und Wemding im Landkreis Donau-Ries. Die Attraktion dürfte der Meteorit sein, der vor rund 15 Millionen Jahren dort einschlug und dessen riesiger Kessel nun die Fränkische von der Schwäbischen Alb trennt. Daneben gibt es viele Kirchen, einen Steinbruch, in dem schon die NASA Probebohrungen machte und Zeugnisse der Kelten. Für die Strecke hat der VGN sowohl eine Radtour, als auch eine Wanderung erarbeitet. Beide starten vom Bahnhof Otting-Weilheim.

Vergangenes Jahr war der Bocksbeutelexpress der Renner, heuer könnte ihm der Bier-Express den Rang ablaufen. Neben dem Labertal–Express ist er die zweite neue Freizeitlinie im Busverkehr. Von Neustadt an der Aisch aus führt er über Höchstadt an der Aisch nach Erlangen, vorbei an sechs Brauereien und Brauereigaststätten.

Mindestens eine davon bietet während der Tour auch eine Führung an, die über fränkische Brautraditionen informiert. Wanderfreudige können die Rastpunkte auch mit einem Fußmarsch verbinden. Während die übrigen Freizeitlinien am 1. Mai ihren Betrieb aufnehmen, startet der Bier-Express am 27. April, am Tag des Bieres.

Wer den Wein dem Bier vorzieht, kann in einer 14 Kilometer langen Route von Iphofen nach Kitzingen am Main durch Weinberge wandern. In Kitzingen, das seit Dezember 2006 zum Verbundraum gehört, lohnt sich ein Besuch des Fastnachtmuseums.

Passen die Wander- und Radtouren des VGN beinahe alle in handliche Faltblätter oder Broschüren, musste ein ganzes Ringbuch für die Erzwege herhalten. Sie durchziehen auf einer Länge von 231 Kilometern die Landschaft zwischen Pegnitz, Plech und Sulzbach-Rosenberg. Dort, in der Kuppenalb, wurde über 1000 Jahre lang Erz gefördert und verarbeitet. Noch heute prägen Erzabbaustätten wie die Maxhütte oder die Maffaischächte das Gebiet.

Daneben gibt es idyllische Hügel- und Flusslandschaften, Burgen und seltene Vegetation. 13 Routen, allesamt mit Bus oder Bahn zu erreichen, vereinen die Erzwege, die mit dem Gütesiegel "Wanderbares Deutschland" des Deutschen Wanderverbandes ausgezeichnet wurden. Angst davor, dass nun die Besucher in Schareneinfallen, hat Armin Nentwig, Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach, nicht. Im Gegenteil. "Küssen Sie uns wach!", fordert er die Wanderer auf, als er das Gebiet vorstellt. Schließlich sei es doch der wahre Traum, seine eigene Heimat zu erkunden.

Prospekte und Broschüren zu den Touren und den Erzwegen sind im VGN-Kundenbüro im Nürnberger Hauptbahnhof, bei der VAG in der Rothenburger Str. 9 oder im Internet hier erhältlich.

Verwandte Themen