Großprojekt schafft Harmonie

30.6.2011, 07:40 Uhr
Der Wöhrder See liegt den Bürgern am Herzen. Deshalb haben sie schon über 1000 Ideen geliefert, wie die Zukunft des Gewässers gestaltet werden könnte. Stadt und Wasserwirtschaftsamt freut dieses Engagement.

© Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz Der Wöhrder See liegt den Bürgern am Herzen. Deshalb haben sie schon über 1000 Ideen geliefert, wie die Zukunft des Gewässers gestaltet werden könnte. Stadt und Wasserwirtschaftsamt freut dieses Engagement.

Der Umweltausschuss stimmte am Mittwoch dem 21-Punkte-Plan der Stadtverwaltung zu. Breitere Wege, eine Strandbar, ein wiederbelebter Wasserspielplatz, ein Boulevard auf Höhe des Sebastianspitals, eine Umweltbildungsstätte am oberen Teil des Sees – das ist nur ein kleiner Auszug aus dem 21-Punkte- Plan der Verwaltung.

Eine Reihe dieser Aspekte wurden schon diskutiert und sind von vielen Bürgern bekanntermaßen gewünscht. Ulrich Fitzthum, der Chef des Wasserwirtschaftsamts, macht im Umweltausschuss zunächst aber noch einmal deutlich, was eigentlich Kern des ganzen Projekts ist – nämlich die Sanierung des Sees. Das Wasser soll wieder fließen und nicht in Sand, Schlamm und Grünzeug versinken. „Und wir sehen die Chance, diese Maßnahmen gleich mit Dingen zu verbinden, die für die Stadt notwendig und sinnvoll sind“, sagt Klaus Köppel, der Leiter des Nürnberger Umweltamts. „Allerdings hat das Wasserwirtschaftsamt einen sportlichen Zeitplan vorgelegt.“

Bis Ende 2013 sollen die wasserbaulichen Maßnahmen abgeschlossen sein. Das bringt auch die Stadt unter Druck. Sie will, so Köppel, zunächst einmal Schwerpunkte setzen. Auch sie sieht die Notwendigkeit, die Wegesituation rund um den See zu verbessern, damit sich die Schnellen – Radler oder Skater – nicht mit den Spaziergängern und Kinderwagenschiebern in die Quere kommen. Denn das ist nicht nur ärgerlich, sondern zum Teil auch gefährlich.

Wichtig ist den Planern in der Stadt außerdem der Wasserspielplatz am Fuße des Norikus, dem 1994 der Hahn zugedreht worden ist. Hier sollen künftig wieder Kinder plantschen dürfen. Auch Umweltbildung und ein vernünftiger Umgang mit den Gehölzen am Seeufer liegen den Verantwortlichen am Herzen. Einen Kahlschlag wie im letzten Jahr soll es nicht mehr geben.

Richard Würffel von der SPD lobt die Planungen, weil er in ihnen einen vernünftigen Weg sieht, ökologische Interessen und die Bedürfnisse der Bürger zu vereinbaren. Als sportlich ambitioniert bezeichnet CSU-Stadtrat Michael Brückner den 21-Punkte-Plan und lobt gleichzeitig die enge Einbindung der Bürger in die bisherige Diskussion. Thomas Schrollinger von der ÖDP legt Wert auf ein behutsames Vorgehen bei den Umbauarbeiten am See.

Aber auch er sieht in den Vorhaben einen „vernünftigen Kompromiss zwischen Ökologie und Freizeitmöglichkeiten“. Die Grüne Christine Seer spricht sowohl den Bürgern als auch dem Konzept ihr Lob aus. Sie findet, dass die geplante Umweltbildungsstätte unbedingt verwirklicht werden müsse. Und sie gibt zu bedenken, dass die zehn Millionen Euro, die der Freistaat für das Projekt zur Verfügung stellt, schnell aufgebraucht sein werden. Deshalb müsse auch die Stadt in ihren Haushaltsberatungen für das Jahr 2012 Geld bereit stellen.

Noch eine große Infoveranstaltung Ende Juli

Am 29. Juli, vor der Sommerpause, sollen die Bürger noch einmal Gelegenheit bekommen, sich in die Diskussion um die Seegestaltung einzubringen, sagt Ulrich Fitzthum. „Es wird eine große, offene Veranstaltung im Bildungszentrum geben. Das enorme Engagement der Bürger macht uns zwar viel Arbeit, aber wir freuen und darüber.“

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