Mehrere Verletzte bei Antifa-Demo

2.4.2012, 07:58 Uhr
Am Künstlerhaus K4 versuchten einige Demonstranten, die Absperrung am Eingang der Königstraße Richtung Innenstadt zu stürmen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Weitere Bilder unter www.nz.de

Am Künstlerhaus K4 versuchten einige Demonstranten, die Absperrung am Eingang der Königstraße Richtung Innenstadt zu stürmen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Weitere Bilder unter www.nz.de © Stefan Hippel

Hintergrund war, dass die ursprünglich beantragte Strecke nicht genehmigt worden war (die NZ berichtete). Die Polizei hatte dies unter anderem damit begründet, dass zur gleichen Zeit die Initiative „Menschen für Tierrechte“ demonstrierte (s. S.11). Die Antifaschisten bezeichneten das Verbot, das auch vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde, als politisch motiviert. Man habe sie daran hindern wollen, mit ihren Inhalten eine große Öffentlichkeit zu erreichen, sagte eine Antifa-Sprecherin der NZ vor Beginn der Auftaktkundgebung.

Die Stimmung, die zu diesem Zeitpunkt noch recht entspannt war, heizte sich im Verlauf der Demo schnell auf. Bereits im Celtistunnel wurde der erste Böller gezündet. Bei der Zwischenkundgebung am K4 versuchten mehrere zumeist vermummte Versammlungsteilnehmer, über die Gitterabsperrung in der Königstraße zu klettern, um doch noch in der Innenstadt zu demonstrieren. Die dort postierten Einsatzkräfte verhinderten dies und setzten dazu auch Pfefferspray ein. Vom Lautsprecherwagen wurden sie deshalb beschimpft und beleidigt. Man merke daran, „auf welcher Seite“ sie stünden und dass sie „nicht antifaschistisch“ seien.

Nach einem Gespräch zwischen Polizeieinsatz- und Versammlungsleitung setzte sich der Zug auf der vorgegebenen Strecke Richtung Frauentorgraben in Bewegung, dabei wurden auch einige Böller geworfen. Bereits auf Höhe der Grasersgasse versuchten Demonstranten erneut, die Strecke zu verlassen und liefen durch die Soldanpassage in Richtung Vordere Sterngasse.

Laut Polizeibericht griffen die Demonstranten die dort postierten Absperrkräfte mit Holzstangen massiv an. Diese gingen wiederum gegen die Versammlungsteilnehmer vor, wobei sie auch von ihren Schlagstöcken Gebrauch machten. Ein Demonstrant blutete so stark aus einer Platzwunde am Kopf, dass er eine regelrechte Blutlache in der Soldanpassage hinterließ. „Ob dieser massive Einsatz von Schlagstöcken notwendig war, bezweifle ich“, kommentierte ein unbeteiligter Beobachter, der die Szene aus nächster Nähe verfolgt hatte. Die Antifa spricht in einer Pressemitteilung von mindestens drei Menschen, die wegen schwerer Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Demonstration verlief anschließend störungsfrei über den Plärrer Richtung Gostenhof und löste sich gegen 17.30 Uhr auf dem Jamnitzerplatz auf. Fünf Teilnehmer wurden – unter anderem wegen Beleidigung und Raubes – festgenommen. Alle kamen im Laufe des Abends wieder auf freien Fuß, berichtete die Polizei.


 

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