Ostendstraße bleibt strittig

30.10.2009, 00:00 Uhr
Das von der Stadt vorgestellte Modell der ausgestalteten Ostendstraße im zweiten Bauabschnitt. Fotomontage: Stadt Nürnberg/Verkehrsplanungsamt

Das von der Stadt vorgestellte Modell der ausgestalteten Ostendstraße im zweiten Bauabschnitt. Fotomontage: Stadt Nürnberg/Verkehrsplanungsamt

Seit drei Jahren zerbrechen sich Mitarbeiter des Verkehrsplanungs- und Stadtplanungsamts den Kopf über die Neugestaltung des vielbefahrenen Streckenabschnitts. Durchschnittlich 30 000 Fahrzeuge brausen hier täglich entlang. Für die ersten Entwürfe hagelte es von allen Seiten Protest. Mit dem in der Veranstaltung präsentierten neuen Vorschlag aber haben sich zumindest alle anwesenden Stadträte, unabhängig von Parteizugehörigkeiten, anfreunden können.

Ob die Zweifel der Anlieger ausgeräumt sind? Man weiß es nicht. Zankapfel ist ein geplanter 300 Meter langer, nicht überfahrbarer Rasenkörper für die Straßenbahn. Er beginnt ab Einmündung Breitengraserstraße und setzt sich bis zur Kreuzung Cheruskerstraße fort. In diesem Bereich ist Linksabbiegen nicht möglich. Demnach kann man die Grundstücke dort mit dem Auto nicht mehr von allen Richtungen aus direkt erreichen.

Das heißt, wenn das Ziel auf der anderen Straßenseite liegt, fährt man dann zunächst daran vorbei, biegt in etwa 300 Metern links ab und fährt wieder ein Stück zurück. Das halten manche Anwohner und Geschäftsleute für unzumutbar.

Die Planer machten deutlich, dass die vielen Möglichkeiten des individuellen Linksabbiegens den Verkehrsfluss hemmen und die ohnehin stark risikobehaftete Verkehrssituation zusätzlich belasten.

Jährlich ereignen sich hier zwischen 15 und 20 Unfälle. Künftig sollen Ampelanlagen Linksabbiegen sicherer machen, und zwar an den Einmündungen in die Lechner-, Lindner-, Breitengräser- und Cheruskerstraße. An dieser Kreuzung sind zwei Linksabbiegespuren vorgesehen, eine kurze und eine überlange, so dass der Verkehr auch in Stoßzeiten zügig abfließen kann. Ein freundliches Eingangstor mit Bäumen, viel Licht und viel Grün soll die Ostendstraße werden, mit Radwegen auf beiden Seiten und Verbindungen zu den Pegnitzauen. Dank der vorgesehenen Parkbuchten entlang der Straße müssen sich die Fußgänger den Gehweg künftig nicht mehr mit den parkenden Autos teilen.

Die Haltestelle Lechnerstraße wird verlegt. Um ihr mehr Raum zu verschaffen, rückt der Gehweg zwei Meter weit in das Schulgelände. Als Ausgleich soll der Schulhof unter Umständen in Richtung Breitengraserstraße erweitert werden. Die Haltestelle wir komfortabler, und man kann hier barrierefrei in die Straßenbahn einsteigen. Und wann beginnt die schöne neue Zeit? Da wollten sich die Planer nicht festlegen.

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