Schaffe, schaffe, Gärtle baue!

14.11.2008, 00:00 Uhr

© Sippel

«220 Quadratmeter Leben» nennt Schulleiter Otto Beyerlein den schmucken Stein- und FlanierGarten, der sich entlang der Merkelgasse an das Schulgebäude schmiegt. Früher befand sich hier der Hinterhof der «Heizerwohnung», ehe in den 80er Jahren ein Biotop im Geiste der Zeit entstehen sollte. Statt eines lebendigen Studienobjekts für den Bio-Leistungskurs entwickelte sich im Laufe der Jahre jedoch eine als Müllhalde genutzte Heckenlandschaft.

«Dann kam die Idee auf, dort einen Lesegarten hinzubauen», erzählt Christa Sarne vom Elternbeirat. Das Budget für das Projekt wurde allerdings alleine durch das Entfernen der alten Baumwurzeln aufgefressen, und die als «Aufwandsträger» zuständige Stadtverwaltung machte schnell klar, dass für weitergehende Maßnahmen kein Geld da sei. «Also mussten wir es selber machen.»

Unter Obhut ihres ehemaligen Kunstlehrers Karl Kellner und des Biologielehrers Rüdiger Thurn gingen Schüler rund um den «harten Kern» aus der Klasse 11 b ans Werk und beeindruckten damit nicht nur Direktor Beyerlein: «Arbeit mit den Händen ist für Gymnasiasten ja eher etwas Ungewöhnliches. Aber die haben sich richtig ins Zeug gelegt.»

Bis in die Abendstunden und während der Sommerferien schufteten die Jugendlichen, trugen das Erdreich ab, planierten, pflasterten, pflanzten. «Eine ganze Welle guter Gaben» sei ihnen zudem entgegengekommen, berichtet Sarne. Eltern und Gönner der Schule spendeten Material und Know-How. Und die Schüler, meint die Elternsprecherin, hätten nicht nur gelernt wie man pflastert, sondern vor allem wie viel man alleine durch Solidarität erreichen kann.

«Eigentlich müssten wir den Garten alle paar Jahre abreißen und neu aufbauen lassen, um auch anderen Schülergenerationen diese Erfahrungen zu gönnen», sagt Beyerlein. Ein Blick auf den renovierungsbedürftigen Schulhof zeigt jedoch, dass das Melanchthon ohnehin noch genug Gelegenheiten zum Anpacken bietet. cro

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