Das hilft gegen Fahrrad-Klau

10.2.2021, 11:54 Uhr
Schweres Geschütz: Hier macht sich ein Fahrrad-Knacker ans Werk.

Schweres Geschütz: Hier macht sich ein Fahrrad-Knacker ans Werk. © abus/pd-f

Die Zahl der Fahrrad-Diebstähle ist rückläufig. Rund 278.000 geklaute Bikes hat die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2019 registriert, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 5 Prozent. Die Dunkelziffer dürfte freilich weitaus höher liegen, denn nicht jeder Diebstahl wird auch tatsächlich angezeigt. Vor allem aber: Trotz des rückläufigen Trends müssen die Versicherer unverändert hohe Schäden ausgleichen. Rund 110 Millionen Euro sind es 2019 gewesen; mit 720 Euro sei die Schadensumme pro abhanden gekommenem Bike "so hoch wie nie gewesen", heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV).

Der Grund ist im Trend zu immer hochwertigeren Fahrrädern und da vor allem E-Bikes zu suchen; an teuren Zweirädern vergreifen sich gerade organisierte Diebesbanden besonders gern.

Einen hundertprozentigen Schutz vor Fahrrad-Klau gibt es nicht, denn gerade die bestens ausgestatteten Vollprofis können selbst gut gesicherte Bikes knacken. Mit dem dazu erforderlichen zeitlichen Aufwand steigt aber auch das Risiko, Aufmerksamkeit zu erregen. Deshalb sollte den Langfingern ihr Handwerk so schwer wie möglich gemacht werden. Diese Tipps helfen dabei:

Nicht am Schloss sparen

Ein stabiles Fahrradschloss ist die wichtigste Diebstahls-Prophylaxe. Dabei sollte man sich weder vom hohen Gewicht noch vom Preis abschrecken lassen. Experten raten dazu, etwa zehn Prozent vom Fahrradpreis zu investieren. Sinnvoll ist es, das Velo mit gleich zwei Schlössern zu sichern, die sich hinsichtlich Bauart und Schließsystem unterscheiden - denn viele Diebe haben sich auf einen bestimmten Typ spezialisiert.

Wenig Schutz bieten Rahmen- und Kabelschlösser. Zumindest ein widerstandsfähiges Kettenschloss sollte es sein, besser noch aber ein Faltschloss oder, als Optimum, ein Bügelschloss.

Inzwischen hält der Handel auch Schlösser vor, die sich per Smartphone-App öffnen und schließen lassen. Weil sie keinen Schließzylinder besitzen, hat der Dieb schon einen Angriffspunkt weniger. Auch "smarte" Fahrradschlösser mit integrierter Alarmanlage gibt es. Oder GPS-Tracker, die den Besitzer per SMS alarmieren, wenn sich sein Bike vom Abstellplatz entfernt – und die anschließend das Wiederauffinden erleichtern.

Sicheren Anschluss suchen

Keinesfalls sollte das Fahrrad frei geparkt werden. Es mitsamt des Schlosses abzutransportieren und zu verladen bedeutet für Diebe keinen großen Aufwand. Besser ist es, Rahmen und Hinterrad an einen fest verankerten Ständer, einen Laternenmast oder ein Geländer anzuschließen und idealerweise das Vorderrad per separatem Schloss mit dem Rahmen zu verbinden. Wenn der Schließzylinder nach unten zeigt, kommt der Dieb schwerer heran.

Besser verbünden

Radelt eine Gruppe gemeinsam, hilft es, wenn sie bei der Rast die einzelnen Räder aneinanderkettet – freilich immer mit dem erwähnt festen Fixpunkt als Anschlussstelle.

Auch Anbauteile schützen

Teure Fahrradcomputer, GPS-Systeme, Akkuleuchten oder Sättel sind eine gern gesehene Beute. Sie sollten daher immer abgenommen werden. Schnellspanner wiederum machen es auch Dieben leicht, das Vorderrad aus der Gabel zu nehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet daher am besten auf diese Vorrichtung.

Parkplatzsuche mit Bedacht

Auch wenn es eine Binsenweisheit ist – dunkle, einsame Ecken sind kein idealer Stellplatz. Belebte und helle Orte bieten mehr Sicherheit. Oft behalten Diebe das Objekt ihrer Begierde über Tage hinweg im Auge. Anzuraten ist es deshalb, den "Parkplatz" immer wieder zu wechseln.

Social Media: Keine Spur legen

Viele Biker teilen ihre Touren gern auf den sozialen Netzwerken. Dabei ist mithilfe der Einstellungen darauf zu achten, dass Langfinger keine Kenntnis über den bevorzugten Abstellplatz erlangen.

Aufpassen am Auto

Schon bei einem kurzen Halt an der Ampel können Diebe zuschlagen. Beim Transport sollte das Fahrrad daher mit einem stabilen Schloss an den Träger angeschlossen werden.

Vorbereitet für den Fall des Falles

Sollte das Bike trotz aller Schutzmaßnahmen abhanden kommen, ist es gut, für Polizei und Versicherung verschiedene Unterlagen beziehungsweise Daten zur Hand zu haben. Den Kaufvertrag etwa, aber auch die Rahmennummer, die exakte Modellbezeichnung sowie die Ausstattung und Farbe des Velos. Wertvolle Hilfe leistet ein Foto. Die Informationen können in einen Fahrradpass eingetragen werden, wie es ihn auch als App gibt. Fahrradclubs, Polizei oder Fahrradhändler nehmen zudem eine Gravur- oder Klebe-Codierung vor, die im Falle des Auffindens eine Zuordnung ermöglicht – und Diebe möglicherweise von vornherein abschreckt.

Versicherung abschließen

Oft kommt die Hausratversicherung für einen Fahrrad-Diebstahl auf. Allerdings sollte der Versicherungsvertrag rechtzeitig entsprechend überprüft werden. Mitunter bedarf er etwa der Ergänzung durch eine Zusatzklausel, die dann auch den Diebstahl auf offener Straße absichert. Und für Besitzer teurer Bikes kann eine spezielle Fahrrad-Versicherung lohnen.

Ulla Ellmer