Fahrrad und E-Bike: Richtig eingelagert für den Winter

20.12.2019, 11:58 Uhr
Korrosionsschutz mit Sprühwachs und Pflegeöl: Wichtig vor dem Winterschlaf - aber auch, wenn in der kalten Jahreszeit weitergefahren wird.

Korrosionsschutz mit Sprühwachs und Pflegeöl: Wichtig vor dem Winterschlaf - aber auch, wenn in der kalten Jahreszeit weitergefahren wird. © pd-f/Kay Tkatzik

Der Herbst ist da, der Winter kommt bald. Spätestens bei Schnee und strengem Frost lassen selbst eingefleischte Radfahrer ihr Gefährt stehen. Zeit, es einzumotten - vor allem, wenn es sich um ein hochwertiges Exemplar handelt.

Nur sauber in die Winterpause

Schmutzig bettet sich freilich niemand gern zur Ruhe, und auch das Bike sollte vor der winterlichen Pause zunächst gut gereinigt werden. Dabei helfen spezielle Fahrradreiniger, warmes Wasser und ein weicher Lappen oder eine Bürste. Korrosion hat im Winter leichtes Spiel, deshalb ist der Check auf eventuelle Roststellen ebenso sinnvoll wie die "Erste Hilfe" mit einem Rostlöser. Kette und Schaltung wiederum tut es gut, wenn sie nach der Reinigung mit Öl behandelt werden.

Der Reifenluftdruck muss nur während der Fahrt passen? Stimmt nicht: "Steht das Rad auf platten Reifen, wird die Seitenwand an diesem Punkt gequetscht", warnt Doris Klytta vom Reifenhersteller Schwalbe. Der Pneu sollte also zumindest mit dem Minimaldruck (steht auf der Reifenflanke) versehen und gelegentlich dahingehend überprüft werden. Am besten bleibt dem Reifen Bodenkontakt ganz erspart, weshalb sich eine hängende Lagerung des Bikes (Fahrradhalter oder - lift) empfiehlt. Fachleute raten eher zu einer horizontalen statt senkrechten "Aufhängung", da im letzteren Fall die Bremsen Luft ziehen können.

Eingelagert: Am besten schläft das Bike hängend - und horizontal (links) statt vertikal.

Eingelagert: Am besten schläft das Bike hängend - und horizontal (links) statt vertikal. © pd-f/Kay Tkatzik

Als bester Ort für den Winterschlaf empfiehlt sich ein trockener Raum, in dem keine größeren Temperaturschwankungen auftreten. Gut ist beispielsweise ein entsprechender Keller, weniger gut die Garage, wo das Auto Gesellschaft leistet. "Ein Auto gibt im Winter Salz in die Luft ab, was die Rostbildung am Fahrrad beschleunigen kann", warnt Bernhard Schambeck vom Pflegemittelhersteller Tunap Sports.

Außenstellplatz: Überdacht und geschützt

Wer nur einen Außenstellplatz zur Verfügung hat, sollte darauf achten, dass dieser zumindest überdacht und geschützt ist. In jedem Fall dankt es das Bike, wenn es mit einer Abdeckplane geschützt wird, wobei gelegentliches Lüften der Bildung von Kondenswasser vorbeugt. Der Handel hält hier spezielle "Faltgaragen" oder Fahrradabdeckungen bereit. Alternativ gibt es auch richtige Fahrradgaragen, die sich im Idealfall abschließen lassen und so auch Diebstahlschutz bieten.

E-Bike: Wenn möglich, sollte der Akku vor dem Einlagern abgenommen werden.

E-Bike: Wenn möglich, sollte der Akku vor dem Einlagern abgenommen werden. © pd-f/Arne Bischoff

E-Bikes werden, wenn möglich, ohne Akku eingelagert, der bei Temperaturen von zehn bis 15 Grad oder bei Zimmertemperatur (also in der Wohnung) am besten aufgehoben ist. "Da er sich über die Monate selbst entlädt, sollte der Akku einen Ladezustand von rund 60 Prozent oder mehr haben", lautet der Expertenrat des Pressediensts Fahrrad. Muss das E-Bike an einem eher feuchten Ort ausharren, gilt es zumindest die Kontaktstellen (beispielsweise mit einer Neoprenhülle) zu schützen.

Runter mit dem Radcomputer

Anbauteile wie Displays, GPS-Geräte und Radcomputer sollten ebenso vom Fahrrad entfernt werden wie Trinkflaschen – die Geräte ihrer empfindlichen Akkus wegen und die Flasche, weil sie leicht schimmeln kann: Keine gute Voraussetzung, wenn es im kommenden Frühjahr mit frischem Elan in die neue Bike-Saison gehen soll.

ule

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