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Ab 2021: N-Ergie versorgt alle Privatkunden automatisch mit Ökostrom

Umstellung soll ohne Preiserhöhung erfolgen und 480.000 Tonnen CO2 einsparen - 09.10.2020 12:35 Uhr


Durch die Umstellung auf reinen Ökostrom will die N-Ergie jährlich rund 480.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen. Und noch eine gute Nachricht: Der grüne Strom soll ausschließlich aus Deutschland kommen.
„Wir werden keine Zertifikate aus dem Ausland kaufen“, versichert der Vorstandsvorsitzende Josef Hasler. „Wir versuchen, rund die Hälfte des Ökostroms aus der Region zu beziehen.“ Der Rest soll vorerst aus anderen Regionen Deutschlands kommen. Perspektivisch will die N-Ergie aber noch weiter gehen und die hiesigen erneuerbaren Energien ausbauen, bis die Mengen für eine Versorgung mit ausschließlich regional erzeugtem Ökostrom ausreichen. „Wir sind ja große Verfechter einer dezentralen Energiewende, darum tun wir das“, erklärt Hasler: „Wir wollen Ökonomie und Ökologie zusammenbringen.“ Und das funktioniere auch bestens: „Wir müssen Geld verdienen, aber wir sind keine Renditejäger.“
Die Stromkunden müssen sich um nichts kümmern. Sie behalten ihre bisherigen Tarife, der Wechsel der Energiequellen erfolgt für sie quasi über Nacht mit dem Jahreswechsel. Eine Preiserhöhung durch die Umstellung auf reinen Ökostrom soll es für die Kunden nicht geben. Das sei derzeit zumindest für das kommende Jahr so absehbar. „Wie sich die Preise in der weiteren Zukunft gestalten, hängt insbesondere von der Entwicklung der Umlagen ab“, sagt Hasler.

"Ökostrom ist absolut wettbewerbsfähig"

Über 50 Prozent des Strompreises bestehen aus Abgaben, Umlagen und Steuern. „Das treibt uns um. Ökostrom ist absolut wettbewerbsfähig“, betont er. Als Beispiel nennt Hasler die Solarenergie. „Bei der Photovoltaik ist die Entwicklung besonders deutlich: Die Kosten sinken, die Effizienz steigt. Das wird noch ein Riesenthema, gerade hier im Süden Deutschlands.“
Der Ausbau der Windenergie ist in den letzten Jahren zum Erliegen gekommen, in Bayern insbesondere auch durch die strikten Abstandsregeln. Zaghaft will der Gesetzgeber hier wieder etwas anschieben und die Akzeptanz etwa durch finanzielle Anreize für Anwohner erhöhen. Doch das größte Potenzial für den Ausbau des Ökostroms in der Region sieht Hasler eindeutig in Photovoltaik-Anlagen. Das zeigt auch ein Blick aus dem Hochhaus der N-Ergie am Nürnberger Plärrer: Allein auf den Hausdächern ist noch viel Platz für PV-Anlagen, auch aus ästhetischen Gründen sind sie in der Bevölkerung beliebter als Windräder.
Beim Blick in die Zukunft kommt Hasler unwillkürlich auf das Problem der Stromspeicherung zu sprechen. Denn Wind und Sonne liefern naturgemäß nicht gleichmäßig Energie, es müssen Flauten und Spitzen ausgeglichen werden. Allein durch neue Stromtrassen wird dies kaum gelingen. Hasler sieht jedoch genügend Lösungsmöglichkeiten für das Speicherproblem. „Wasserstoff ist zum Beispiel eine Option. Wir haben keine technologischen, sondern nur regulatorische Probleme“, sagt er mit Verweis auf die Umlagen, mit denen Speicherungen finanziell belastet werden.
Bei der Energiewende gibt es also weiterhin noch viele Fragen zu klären. Aber die Nürnberger Ökostrom-Überraschung zeigt auch: Es geht voran.

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