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ATSV Forchheim: Mehr Raum ab dem Frühjahr

A-Klasse 3

Der ATSV Forchheim siegt 3:0 gegen Gräfenberg, doch Trainer Philipp Heublein freut schon sich auf 2614 Quadratmeter zusätzlichen Platz.

Kein Durchkommen für den Gräfenberger Angreifer, der von den beiden Forchheimer Göran Schröder (links) und Norman Mehwald in die Zange genommen wird. 

 / © Niko Spörlein

Es ist eines der letzten Spiele auf dem altehrwürdigen ATSV-Platz. Und da präsentiert er sich optisch bei herrlichem Fußballwetter noch einmal von seiner besten Seite. Und bei altgedienten Mitgliedern wie Spielleiter Oskar Baumann kommt schon etwas Wehmut auf. Nur Spielertrainer Philipp Heublein sieht das Geviert kritischer. „Für unsere Spielweise ist der Platz eigentlich zu klein“, meint er nach dem 3:0 über Kellerkind TSV Gräfenberg, das zwar standesgemäß klingt für den Spitzenreiter der A-Klasse Erlangen/Pegnitzgrund 3, dem jedoch ein hartes Stück Arbeit vorausgegangen war, was auch Heublein einräumt: „Wir tun uns hart mit unseren schnellen Spielern die notwendigen Räume zu finden.“ Ab dem Frühjahr darf er aufatmen: Dann haben seine Spiele 2614 Quadratmeter mehr Platz auf dem neuen Vereinsgelände an der Bayreuther Straße. 98 mal 68 Meter sind die neuen Ausmaße, an der Jahnstraße sind es gerade einmal 90 mal 45. Vor allem in der Breite sind es also Welten.

Trotzdem gewinnt der ATSV, obwohl er nicht viel besser ist als Gräfenberg. Beide Teams kennen den Abstiegs aus jüngster Vergangenheit: Die Forchheimer mussten 2018 aus der Kreisklasse runter, die Gäste ein Jahr später. Während die Erstgenannten auf Anhieb wieder um den Titel mitspielten, hat den TSV eine Negativspirale erfasst, an deren Ende er sogar in die B-Klasse durchgereicht werden könnte.

Das glauben zwar die ATSV-Experten nicht, weil der Gegner „eigentlich zu viel Qualität“ habe, aber dessen Trainer Michael Leske ist schon skeptischer: „Da spielt sich schon vieles im Kopf ab. Wir haben am Anfang gleich gut mitgespielt und hätten sogar in Führung gehen müssen. So eine Chance lässt man eigentlich nicht aus.“ Gemeint ist eine Szene in der 19. Minute, als Daniel Haubner sich aus fünf Metern die Ecke aussuchen darf, dann aber den Ball so unglücklich und schwach trifft, dass er auf der Linie noch geklärt werden kann.

Und während die Jungs, die hinten drin stehen, solche Geschenke nicht annehmen, schießt ein Spitzenreiter fast aus dem Nichts einen Treffer. Fast nichts hat beim ATSV bis zur 24. Minute geklappt, als plötzlich doch einmal eine Ballstafette gelingt, an deren Ende der flinke Aref Alkazha den Ball zum 1:0 ins Tor befördert. Entschieden ist damit noch lange nichts, denn die abstiegsgefährdeten Gäste legen nach der Pause noch einmal einen Zahn zu, bringen die Hausherren mit Pressing in Verlegenheit und Spielleiter Oskar Baumann, der als Linienrichter fungiert, zum Schnaufen: „Das bleibt eine enge Kiste.

Doch das Toreschießen haben sie in Gräfenberg nicht erfunden, TSVTorchancen gibt es eigentlich nicht mehr zu sehen. Leske, der vor sieben Jahren schon dort als Spieler und Trainer gewirkt hatte und nun im Juli zurückkehrte, hatte darauf gehofft, dass sein Team ein bisschen mehr Aufwind aus dem jüngsten 4:0-Sieg gegen Muggendorf mitgenommen hätte. Aber dann habe er erfahren, dass gleich drei Stammspieler danach in Urlaub fahren: „Da habe ich schon ein Donnerwetter losgelassen, so etwas verstehe ich in unserer Lage nicht.“ Und im Spiel hätten dann viele Dinge nicht wirklich gut funktioniert.

Viel besser ist verständlicherweise die Stimmung beim Sieger. Trainer Philipp Heublein merkt auch einen Wandel in seiner Mannschaft: „Bisher waren wir eigentlich meist diejenigen, die mit dem Meckern angefangen haben. Das ist seit einiger Zeit anders geworden, da überlassen wir das den Gegnern. Wir sind einfach positiver untereinander geworden.“ Das muss man wohl auch sein, wenn man am Saisonende aufsteigen will. Und mit der Kreisklassen-Rückkehr wäre wohl auch Urgestein Oskar Baumann versöhnt, der nicht mehr wie befürchtet zittern muss, weil Mehmet Akar (75.) und sein Sohn Marc per Foulelfmeter in der Nachspielzeit alles klar machen.

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