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Bissiges Jubiläum

Die Alligators of Swing feierten im Kulturforum - 06.10.2019 12:00 Uhr

Auf den Spuren von Nat King Cole: Christian Jung (Piano), Dieter Schreiber (Bass) und Stefan Scholz (Saxofon) sind seit drei Jahrzehnten unterwegs. © Foto: Peter Romir


Entstanden war die Gruppe aus Mitgliedern fränkischer Blues- und Funkbands. Neben der Lust auf das intime Trio-Format gab es auch einen ziemlich pragmatischen Ansatz für die Gründung: Bassist Dieter Schreiber hatte für 100 Mark einen großen Stehbass erstanden. Das Schnäppchen passte allerdings weder zum Funk noch zum Blues. Also durchforsteten Schreiber und Saxofonist Stefan Scholz ihre Musiksammlungen nach Titeln, die zum Instrument passten. Und dabei stießen sie auf die Tanzmusik aus der Zeit vor der Erfindung des Rock’ n’ Roll: Blues, Boogie Woogie und Swing von Ray Charles, Louis Jordan oder Nat King Cole.

Damit ließ sich etwas anfangen. Die beiden Musik-Enthusiasten stürzten sich mit Begeisterung auf das Material, schwärmten überall aus, um neue Schallplatten aus jener Ära zu sammeln und sich die Lieder durch Zuhören anzueignen.

Ihre endgültige Form fanden die Alligators dann nach ihrer ersten CD. Da kam der Fürther Pianist Christian Jung dazu, der als studierter Musiker die beiden Autodidakten Schreiber und Scholz perfekt ergänzte.

Und in genau dieser Besetzung sind sie nun schon drei Dekaden lang unterwegs und graben immer neue Songperlen der vierziger und fünfziger Jahre aus - erweitert um vereinzelte Eigenkompositionen.

In guter Tradition

Dabei schaffen sie es stets, auch Big-Band-Songs geschickt auf ihr ungewöhnliches Trioformat (Bass, Piano, Saxofon) einzudampfen, ohne dass Schwung und Klangfülle verloren gehen. Damit stehen sie in guter Tradition: Selbst der legendäre Bandleader Nat King Cole hatte Ende der dreißiger Jahre ein erfolgreiches Trioformat am Start.

Zwischen den Songs nutzen die drei Krokos ihr Jubiläumkonzert für eine Rückschau auf die drei Jahrzehnte. Etwa über ihr Abenteuer mit Blues-sängerin Karen Carroll aus Chicago, die Ende der Neunziger für kurze Zeit die Stimme des Trios wurde, oder wie sie testeten, ob "Scotch with soda" nicht nur als Songtitel, sondern auch in der Praxis taugt.

Nach dem Heimspiel im kleinen Saal des Kulturforums sind die Alligators noch deutschlandweit mit ihrer Jubiläumsshow unterwegs. In der Region kann man sie das nächste Mal am 16. November im Nürnberger Jazzstudio und am 13. Dezember bei der Altstadtweihnacht auf dem Fürther Waagplatz hören.

Der hochkarätige Vierer setzt die Jazzmonday-Reihe in der Kofferfabrik (Lange Straße 81) an diesem Montag um 20 Uhr fort. Karten mit ZAC-Rabatt hat die FN-Geschäftsstelle (Schwabacher Straße 106, Tel. 2 16 27 77) und ohne Rabatt die Koffer-Abendkasse.

Peter Romir

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