Freitag, 05.03.2021

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Bist du ein Mensch oder eine Maschine?

Vortragreihe zum Nürnberger Zukunftsmuseum zeigt Medizin von morgen - 18.11.2019 18:46 Uhr

So soll das Zukunftsmuseum am Pegnitzufer einmal aussehen.

03.09.2019 © Atelier Brückner GmbH


Markus Rehm kann 8,50 Meter weit springen. Dabei hat der 31-Jährige nur ein Bein. Bei einem Wakeboard-Unfall hat er als 14-Jähriger einen Unterschenkel verloren. Den ersetzt seitdem eine Prothese. Weil Rehm damit weiter springen kann als viele Sportler mit zwei gesunden Beinen, urteilte der Deutsche Leichtathletik-Verband, dass Rehm nur noch getrennt von nichtbehinderten Athleten gewertet wird. "Prothesen gleichen heute nicht mehr nur einen Nachteil aus, sondern können sogar einen Vorteil erzeugen", sagt Nadja Köhler. Die Biologin plant für das Zukunftsmuseum in Nürnberg den Ausstellungsteil "Körper und Geist". Jetzt sprach sie mit ihrem Kollegen Florian Müller im Bildungszentrum über "Menschen und Maschinen".

"Wo ist die Grenze?", fragen die beiden sich und das Publikum. Im Museum wird ein Roboter stehen, der aussieht wie eine Frau. Die Besucher können eine Autorennbahn mit ihren Gehirnströmen steuern. Und sie dürfen den "Turing-Test" durchspielen. Benannt nach dem britischen Vordenker der Informatik, kann man mit ihm prüfen, ob das Gegenüber Mensch oder Maschine ist. Die Software dafür hat ein Unternehmen aus Fürth programmiert.

"Wir wollen nicht nur Technologien zeigen, sondern auch diskutieren, welchen Einfluss sie auf die Gesellschaft haben", sagt Müller, der Geschichte und Informatik studiert hat. "Die Leute sollen nachdenken: Wollen wir, dass die Roboter kommen? Und wenn ja, wie?" Der Weg durchs Museum von Besuchern, die das möchten, wird aufgezeichnet. "Das passiert sowieso ständig auf ihrem Smartphone, wir machen es nur sichtbar – natürlich anonym", erklärt Müller. Das Programm dafür haben Studenten der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt.

Während Prothesen oft offensichtlich sind, gibt es auch versteckte Ersatzteile, mit denen sich der Mensch optimieren kann. Herzschrittmacher, Hörgeräte oder Brustimplantate. Es gibt Gentests für zu Hause und Schrittzähler in jedem Smartphone. "Viele Leute haben Spaß daran, möglichst viele Daten über sich zu erheben", sagt Köhler. "Wenn ich etwas messen kann, habe ich auch das Gefühl, es managen zu können."

Im Planetarium ist der Austausch der Beamer abgeschlossen. Der nächste Vortrag kann wie geplant dort stattfinden. Am Mittwoch, 20. November, sprechen Maximilian Weinberg und Danny Könnicke vom Deutschen Museum über "Megacitys oder Flucht ins All", von 19 bis 20.30 Uhr im Planetarium am Plärrer 41 in Nürnberg.

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