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Bund Naturschutz stemmt sich gegen Center Parcs

Der Umweltschutzverband fordert einen Verkaufsstopp und lobt den Wert des Areals - 24.10.2020 07:12 Uhr

Der BN hat sich den Muna-Wald mittlerweile bei einem Ortstermin ansehen können. Und er hält ihn zweifellos für schützenswert. Deshalb forderte der Landesverband, den Verkauf an Center Parcs zu stoppen.

23.10.2020 © Foto: Bund Naturschutz


Der BN fordert die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf, das Areal nicht zu verkaufen. Dabei dürfte es sich allerdings um eine eher symbolische Forderung halten. Denn die BImA hat bereits ein Bieter-Verfahren durchgeführt, indem Center Parcs als Meistbietender den Zuschlag für die rund 150 Hektar große Fläche bekommen hat.

Zwar verweist Richard Mergner darauf, dass BImA und Umweltbundesamt erst vor wenigen Wochen eine stärkere Zusammenarbeit bei der Suche nach Naturschutzflächen vereinbart haben. Dabei handelt es sich allerdings um eine allgemeine Absichtserklärung, die kaum zur Rücknahme der Ergebnisse von abgeschlossenen Bieterverfahren führen dürfte. Theoretisch möglich wäre es allerdings, denn noch ist der Kauf nicht vollzogen, bestätigte Center Parcs auf Nachfrage unserer Zeitung. Man befinde sich "in der letzten Feinabstimmung einiger Formalien", hieß es. Man hoffe, diese zeitnah abschließen zu können.

Der BN verschärft mit der Forderung nach einem Verkaufsstopp seine Position in puncto Center Parcs noch mal. Bislang hatten sich Mergner und der Landesverband zwar deutlich kritisch positioniert, aber betont, dass man sich vorbehalte, seine Position zu überdenken, wenn die konkreten Planungen vorliegen.

Die Lebensgrundlagen sichern

Die sind seitens der Parkplaner nun zwar für Anfang November versprochen, aber der BN scheint sich mittlerweile bereits fest positioniert zu haben. "Es geht hier um die Sicherung der Lebensgrundlagen für Mensch und Natur", heißt es in der Pressemitteilung.

Center Parcs dagegen gehe es "um ein Filetstück am Brombachsee", wird Brigitte Löffler, die stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen zitiert. "Vermutlich soll durch den späteren Verkauf der Häuser an Private das große Geld verdient werden", wirft sie in den Raum. Damit bezieht sich Löffler vermutlich darauf, dass Center Parcs in anderen Anlagen einen Teil der Ferienhäuser an private Investoren verkauft hat, ähnlich wie das etwa bei den Schwimmenden Häusern am Brombachsee bei Ramsberg der Fall ist.


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Die Verschärfung der BN-Position in Sachen Center Parcs dürfte auch mit einem Ortstermin auf dem Muna-Areal zu tun haben. Am Donnerstag wurden fünf Vertreter des BN auf das Areal gelassen. Dabei bestätigte sich die Vermutung, dass es sich bei der Muna um einen schutzwürdigen Wald handle, so der Bund Naturschutz in der Pressemitteilung.

Sehr vielfältige Natur

Es gebe dort von extrem feuchten Arealen bis hin zur Heide eine Vielfalt verschiedener Standorte. Auch der Wald sei in den vergangenen Jahrzehnten ökologisch umgebaut worden und präsentiere sich nun als artenreicher Mischwald mit guter Altersstruktur. Der Uhu und der Rote Milan stünden für die hohe Wertigkeit des Areals, argumentiert der BN. Insgesamt gehe man davon aus, dass rund 100 000 Tonnen CO2 in dem Muna-Wald gebunden seien.

Kritisch äußerte sich der Verband zu der angenommenen Belastung des Geländes. Bei der Muna handle es sich keineswegs "um das verseuchte Rümpelgebiet, als das es die Verantwortlichen derzeit öffentlich hinstellen". Die Hauptbelastung sieht man beim Bund Naturschutz in der umfassenden Bebauung des Geländes mit Gebäuden.


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Im Zuge des geforderten Verkaufsstopps bringt der Umweltschutzverband auch die früher vorgesehene Nutzung des Muna-Areals als Ausgleichsfläche für den Ausbau der Autobahn A 6 ins Spiel. Tatsächlich waren Teile des Geländes – gut 30 Hektar – dafür vorgesehen.

Aus Sicht des BN wurde dieser Plan politisch ausgebremst, nachdem es 2017 ein Gespräch in der Staatskanzlei mit dem früheren Landrat Gerhard Wägemann und dem ehemaligen Pfofelder Bürgermeister Willi Renner gegeben hatte. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Autobahndirektion Nordbayern allerdings erst im März 2020 der Regierung von Mittelfranken mitgeteilt, dass die Muna-Flächen nicht für den Ausgleich zur Verfügung stehen.

js

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