Das Römerboot - wie alles begann

15.3.2018, 11:23 Uhr
So sah es aus, das Plakat, mit dem die Uni nach Freiwilligen suchte. Mit Erfolg: Rund 60 Studenten meldeten sich zur Stelle. Denn was in der Antike ein Befehl war, klingt in diesem Fall nach großem Abenteuer.
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© FAU

Ganz schön kalt war es (zumal in Legionärskluft in Sandalen und ohne Hosen), als der Student Thomas Albert die Axt schwang und der erste Baum für das Projekt fiel. Aus der 28 Meter hohen Eiche entstand der Kiel, also das Rückgrat des Schiffs.
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© Roland Fengler

Thomas Albert bekam schnell professionelle Hilfe - schließlich mussten auch noch 20 Kiefern (für Gerippe und Außenhülle des Schiffs) sowie eine Tanne (für den neun Meter hohen Mast und die Ruder) zu Fall gebracht werden. Das Holz im Wert von rund 2000 Euro hat der Forstbetrieb Nürnberg der Uni geschenkt.
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Thomas Albert bekam schnell professionelle Hilfe - schließlich mussten auch noch 20 Kiefern (für Gerippe und Außenhülle des Schiffs) sowie eine Tanne (für den neun Meter hohen Mast und die Ruder) zu Fall gebracht werden. Das Holz im Wert von rund 2000 Euro hat der Forstbetrieb Nürnberg der Uni geschenkt. © FAU/Georg Pöhlein

20 Mann werden Platz haben in dem 16 Meter langen und 2,5 Meter breiten Boot. Überlieferte Pläne oder Skizzen für den antiken Schiffsbau gibt es nicht. Darum hat Initiator und Historikprofessor Boris Dreyer eine Zeichnung anfertigen lassen.
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20 Mann werden Platz haben in dem 16 Meter langen und 2,5 Meter breiten Boot. Überlieferte Pläne oder Skizzen für den antiken Schiffsbau gibt es nicht. Darum hat Initiator und Historikprofessor Boris Dreyer eine Zeichnung anfertigen lassen. © FAU

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"Die Römer haben hunderte Patrouillenboote gebaut, das war für sie so selbstverständlich, dass sie keine Aufzeichnungen hatten oder sie nicht aufgehoben haben", sagt Althistoriker Professor Dreyer. Mit den Schiffen kontrollierten die Soldaten die Gewässer-Grenzen. Sie überbrachten Nachrichten, Waffen sowie Waren und brachten die Flöße der Germanen zum Kentern. Denn mit ihrer Schnelligkeit waren die Römerschiffe den gegnerischen Bauten weit überlegen. © Mathias Orgeldinger

Diese Originale sind das Vorbild für
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Diese Originale sind das Vorbild für "Fridericania Alexandrina (Navis)". Die Wracks sind im Kelten-Römer-Museum in Manching zu sehen. Sie heißen nach ihren Fundorten "Oberstimm 1 und 2". Nummer 1 (im Bild oben) ist älter als 1800 Jahre. Die Römer nutzten es vermutlich, um Germania zu erobern. © Mathias Orgeldinger

Damit der Nachbau dem Original so ähnlich wie möglich ist: Mit einer sogenannten Totalstation vermessen die Historiker
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Damit der Nachbau dem Original so ähnlich wie möglich ist: Mit einer sogenannten Totalstation vermessen die Historiker "Oberstimm 1". Das Wrack ist 15,7 Meter lang, 2,7 Meter breit und hat 70 Zentimeter Tiefgang. © Mathias Orgeldinger

Eine Tiefenkamera setzt Entfernungen in Farbe um. Rot erscheinen Elemente, die nah sind, Blau steht für einen größeren Abstand. In kurzer Zeit konnten die Forscher so einfache räumliche Darstellungen erstellen. Außerdem wurde das Wrack aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert. Ein Reproduktionsprogramm fügte die Fotos zusammen und verarbeitete sie zu einem dreidimensionalen Modell.
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Eine Tiefenkamera setzt Entfernungen in Farbe um. Rot erscheinen Elemente, die nah sind, Blau steht für einen größeren Abstand. In kurzer Zeit konnten die Forscher so einfache räumliche Darstellungen erstellen. Außerdem wurde das Wrack aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert. Ein Reproduktionsprogramm fügte die Fotos zusammen und verarbeitete sie zu einem dreidimensionalen Modell. © Mathias Orgeldinger

Von der Theorie in die Praxis: Als das Sägewerk im März die Stämme anlieferte, verwandelte sich der Sportplatz des Erlanger Unisportgeländes in eine große Freiluft-Holzwerkstatt.
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Von der Theorie in die Praxis: Als das Sägewerk im März die Stämme anlieferte, verwandelte sich der Sportplatz des Erlanger Unisportgeländes in eine große Freiluft-Holzwerkstatt. © Mathias Orgeldinger

Die 20 Kiefern wurden von einem spezialisierten Unternehmen und freiwilligen Helfern zu Spanten und Planken verarbeitet, dem Gerippe und der Außenhülle des Schiffs. Ein mobiles Sägewerk schnitt die Stämme in passende Bretter.
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Die 20 Kiefern wurden von einem spezialisierten Unternehmen und freiwilligen Helfern zu Spanten und Planken verarbeitet, dem Gerippe und der Außenhülle des Schiffs. Ein mobiles Sägewerk schnitt die Stämme in passende Bretter. © FAU

Bei dem Gewicht war selbst der Gabelstapler, der bis zu fünf Tonnen heben kann, überfordert. Die acht Meter lange Eiche musste schließlich von zwei Seiten angehoben werden, um sie zum Sägewerk zu transportieren. Aus dem Eichenholz wurde der Kiel, das Rückgrat des Schiffes, gefertigt.
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Bei dem Gewicht war selbst der Gabelstapler, der bis zu fünf Tonnen heben kann, überfordert. Die acht Meter lange Eiche musste schließlich von zwei Seiten angehoben werden, um sie zum Sägewerk zu transportieren. Aus dem Eichenholz wurde der Kiel, das Rückgrat des Schiffes, gefertigt. © Mathias Orgeldinger

Es war harte Arbeit - doch die hat sich gelohnt. Im Dechsendorfer Weiher darf sich das Holz eine Woche lang voll Wasser saugen. Erst dann schwimmt das Schiff.
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Es war harte Arbeit - doch die hat sich gelohnt. Im Dechsendorfer Weiher darf sich das Holz eine Woche lang voll Wasser saugen. Erst dann schwimmt das Schiff. © Edgar Pfrogner

Pünktlich zum 275. Geburtstag der Uni Erlangen-Nürnberg sticht die
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Pünktlich zum 275. Geburtstag der Uni Erlangen-Nürnberg sticht die "Fridericania Alexandrina (Navis)" zur Jungfernfahrt in See. Schon bald können dann Bürger mit an Bord gehen – um zu rudern wie die Römer: Jungfernfahrt von Erlangen nach Fürth ist am 12. Mai., am 13. Mai schippert das Boot von Fürth nach Nürnberg. Im Juli geht's auf der Donau Richtung Österreich. © Harald Sippel