Denkmalprämierung 2019: Das sind die Preisträger aus dem Landkreis Roth

17.3.2019, 14:27 Uhr
Eine klassische Bauform für mittelalterliche Kleinkirchen ist die Chorturmanlage, bei der sich der Chor im Untergeschoss des Turmes befindet, an den der meist einschiffige Kirchenraum nach Westen anschließt. Auch die katholische Filialkirche St. Andreas in Kraftsbuch bei Greding zählt zu diesem Bautyp. Allerdings ist nur noch das Turmuntergeschoss mittelalterlich, die übrige Chorturmkirche wurde 1724/25 barock umgestaltet. 
Zugeschrieben wird der Umbau Bernhard Deller, eventuell nach einer Konzeption des zunächst in Ansbach und später in Eichstätt tätigen Architekten Gabriel de Gabrieli.
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Greding-Kraftsbuch, kath. Kirche St. Andreas

Eine klassische Bauform für mittelalterliche Kleinkirchen ist die Chorturmanlage, bei der sich der Chor im Untergeschoss des Turmes befindet, an den der meist einschiffige Kirchenraum nach Westen anschließt. Auch die katholische Filialkirche St. Andreas in Kraftsbuch bei Greding zählt zu diesem Bautyp. Allerdings ist nur noch das Turmuntergeschoss mittelalterlich, die übrige Chorturmkirche wurde 1724/25 barock umgestaltet. Zugeschrieben wird der Umbau Bernhard Deller, eventuell nach einer Konzeption des zunächst in Ansbach und später in Eichstätt tätigen Architekten Gabriel de Gabrieli. © Julia Krieger

Den Hoch- und die Seitenaltäre fertigte der Gredinger Bildhauer Andreas Stadelmeyer 1728, während die neobarocken Malereien an der mit profilierten Stuckrahmen gegliederten Decke erst im 19. Jahrhundert dazu kamen.
Die Verlängerung des Langhauses mit dem Aufbau des Walmdachs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert hatte Folgen für die Statik des Baus, die erst im Laufe der Zeit zu Tage traten. Bei der Deckung des undicht gewordenen Daches 1982 versäumte man, die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Feuchteschäden an den wesentlichen Teilen der Dachkonstruktion umfassend zu beheben.
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Greding-Kraftsbuch, kath. Kirche St. Andreas

Den Hoch- und die Seitenaltäre fertigte der Gredinger Bildhauer Andreas Stadelmeyer 1728, während die neobarocken Malereien an der mit profilierten Stuckrahmen gegliederten Decke erst im 19. Jahrhundert dazu kamen. Die Verlängerung des Langhauses mit dem Aufbau des Walmdachs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert hatte Folgen für die Statik des Baus, die erst im Laufe der Zeit zu Tage traten. Bei der Deckung des undicht gewordenen Daches 1982 versäumte man, die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Feuchteschäden an den wesentlichen Teilen der Dachkonstruktion umfassend zu beheben. © Julia Krieger

Wie eine Voruntersuchung vor der unlängst durchgeführten Sanierung zeigte, hatte sich das Schadensbild am Langhaus- ebenso wie am Turmdach teils bis zur Gefährdung der Standsicherheit verschlimmert. Bei der folgenden Sanierungsmaßnahme 2015 bis 2017 hat man die Schäden nun zimmermannsmäßig behoben. Die Risse im Inneren der Kirche an der Decke sind vernadelt und verklammert worden. Nach Befundlage wurden die Oberflächen in ihrer Ursprungsfassung wiederhergestellt. Schließlich hat man auch die gesamte Ausstattung gereinigt und kleinere Beschädigungen behoben.
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Greding-Kraftsbuch, kath. Kirche St. Andreas

Wie eine Voruntersuchung vor der unlängst durchgeführten Sanierung zeigte, hatte sich das Schadensbild am Langhaus- ebenso wie am Turmdach teils bis zur Gefährdung der Standsicherheit verschlimmert. Bei der folgenden Sanierungsmaßnahme 2015 bis 2017 hat man die Schäden nun zimmermannsmäßig behoben. Die Risse im Inneren der Kirche an der Decke sind vernadelt und verklammert worden. Nach Befundlage wurden die Oberflächen in ihrer Ursprungsfassung wiederhergestellt. Schließlich hat man auch die gesamte Ausstattung gereinigt und kleinere Beschädigungen behoben. © Julia Krieger

Während des gesamten Renovierungszeitraums halfen die Gemeindemitglieder engagiert beim Gerüstauf- und abbau mit, beteiligten sich an der Abdeckung des Daches, bei der sie zugleich die guten und schlechten Ziegel für die Wiederverwendung aufwendig sortierten, und übernahmen viele weitere Zuarbeiten. Ohne diese tatkräftige, knapp 900 Arbeitsstunden umfassende Unterstützung wäre die Gesamtsanierung niemals in dieser hervorragenden Form möglich gewesen.
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Greding-Kraftsbuch, kath. Kirche St. Andreas

Während des gesamten Renovierungszeitraums halfen die Gemeindemitglieder engagiert beim Gerüstauf- und abbau mit, beteiligten sich an der Abdeckung des Daches, bei der sie zugleich die guten und schlechten Ziegel für die Wiederverwendung aufwendig sortierten, und übernahmen viele weitere Zuarbeiten. Ohne diese tatkräftige, knapp 900 Arbeitsstunden umfassende Unterstützung wäre die Gesamtsanierung niemals in dieser hervorragenden Form möglich gewesen. © Julia Krieger

Der Gastwirt des Roten Ochsens – des späteren Gasthofs „Zur Post“ – in Hilpoltstein, Christoph Heckel, hatte 1648 das Recht zur Errichtung eines weiteren Bräuhauses bekommen. Als zusätzliche Bierlagerfläche ließ er am heutigen Patersholzer Weg, in der Nähe des Gymnasiums, einen neuen Bierkeller anlegen, der nach seinem Bauherren als Ochsenwirtskeller bezeichnet wurde. Mit seinem Alter von etwa 370 Jahren ist er der älteste von mehreren Bierkellern der Stadt. 
1844 wurde er erweitert und die Steine, die durch die Aushubarbeiten anfielen, hat man u. a. für den Bau der sogenannten Ochsenwirtskapelle verwendet. Bis 1914 war das weitläufige, aufwendig von Hand in den Stein getriebene Schachtsystem als Sommerkeller in Funktion, 1945 diente es als Luftschutzkeller, aber auch als externes Depot eines Nürnberger Kaufhauses, das hier Kerzen und Wachsstöcke ausgelagert hatte. Heute befindet sich der Ochsenwirtskeller im Besitz der Stadt.
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Hilpoltstein, Patersholzer Weg: Ochsenwirtskeller

Der Gastwirt des Roten Ochsens – des späteren Gasthofs „Zur Post“ – in Hilpoltstein, Christoph Heckel, hatte 1648 das Recht zur Errichtung eines weiteren Bräuhauses bekommen. Als zusätzliche Bierlagerfläche ließ er am heutigen Patersholzer Weg, in der Nähe des Gymnasiums, einen neuen Bierkeller anlegen, der nach seinem Bauherren als Ochsenwirtskeller bezeichnet wurde. Mit seinem Alter von etwa 370 Jahren ist er der älteste von mehreren Bierkellern der Stadt. 1844 wurde er erweitert und die Steine, die durch die Aushubarbeiten anfielen, hat man u. a. für den Bau der sogenannten Ochsenwirtskapelle verwendet. Bis 1914 war das weitläufige, aufwendig von Hand in den Stein getriebene Schachtsystem als Sommerkeller in Funktion, 1945 diente es als Luftschutzkeller, aber auch als externes Depot eines Nürnberger Kaufhauses, das hier Kerzen und Wachsstöcke ausgelagert hatte. Heute befindet sich der Ochsenwirtskeller im Besitz der Stadt. © Julia Krieger

Diese Fakten zur Kellergeschichte hat der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein zusammengetragen und sich damit um die Erforschung des Ochsenwirtskellers ebenso verdient gemacht hat wie um dessen Erhaltung. Lange Zeit nämlich wurde der Keller nicht mehr genutzt und war daher kaum mehr im öffentlichen Bewusstsein. Die Schächte waren mit Erde, Bauschutt und Müll zugeschüttet, die Wände teilweise mit Graffitis bemalt, vor allem aber war der Keller schon lange nicht mehr gefahrlos zugänglich. In vielen Arbeitsstunden haben Vereinsmitglieder den nicht denkmalgeschützten Keller entschuttet, den Treppenabgang freigelegt, das Kellertor instandgesetzt und gestrichen, Bäume beschnitten und anderen Bewuchs entfernt sowie den Zugang und den Vorplatz geräumt.
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Hilpoltstein, Patersholzer Weg: Ochsenwirtskeller

Diese Fakten zur Kellergeschichte hat der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein zusammengetragen und sich damit um die Erforschung des Ochsenwirtskellers ebenso verdient gemacht hat wie um dessen Erhaltung. Lange Zeit nämlich wurde der Keller nicht mehr genutzt und war daher kaum mehr im öffentlichen Bewusstsein. Die Schächte waren mit Erde, Bauschutt und Müll zugeschüttet, die Wände teilweise mit Graffitis bemalt, vor allem aber war der Keller schon lange nicht mehr gefahrlos zugänglich. In vielen Arbeitsstunden haben Vereinsmitglieder den nicht denkmalgeschützten Keller entschuttet, den Treppenabgang freigelegt, das Kellertor instandgesetzt und gestrichen, Bäume beschnitten und anderen Bewuchs entfernt sowie den Zugang und den Vorplatz geräumt. © Julia Krieger

Außerdem hat der Verein den Keller genau vermessen und kartieren lassen. Mit Führungen und mit eine eigens am Keller aufgestellte Tafel informiert er über dieses interessante Zeugnis (gast-)wirtschaftlicher Geschichte Hilpoltsteins.
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Hilpoltstein, Patersholzer Weg: Ochsenwirtskeller

Außerdem hat der Verein den Keller genau vermessen und kartieren lassen. Mit Führungen und mit eine eigens am Keller aufgestellte Tafel informiert er über dieses interessante Zeugnis (gast-)wirtschaftlicher Geschichte Hilpoltsteins. © Julia Krieger

Mit dem außerordentlichen und nachhaltigen Engagement für den Ochsenwirtskeller und mit seiner inhaltlich fundierten, sehr guten Vermittlungsarbeit zu diesem Objekt hat sich der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein zum wiederholten Mal um die Stadtgeschichte verdient gemacht.
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Hilpoltstein, Patersholzer Weg: Ochsenwirtskeller

Mit dem außerordentlichen und nachhaltigen Engagement für den Ochsenwirtskeller und mit seiner inhaltlich fundierten, sehr guten Vermittlungsarbeit zu diesem Objekt hat sich der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein zum wiederholten Mal um die Stadtgeschichte verdient gemacht. © Julia Krieger

Zweifellos zu den prominentesten Bauten in Hilpoltstein gehört das nach seinem Bauherren Veit von Jahrsdorf benannte Jahrsdorfer Haus in der Johann-Friedrich-Straße 13, der letzte erhaltene von ehemals vier Herrensitzen. Das markante, am Stadtweiher liegende Gebäude wurde 1523 auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet, dessen Keller aus dem 12. Jahrhundert Teil des spätgotischen Neubaus wurde. Ebenfalls integriert in das Gebäude wurde die Stadtmauer. Zwei Fachwerkgeschosse und das mächtige, dreigeschossige Schopfwalmdach liegen auf dem massiv gemauerten Erdgeschoss.
Seit 1979 befindet sich das Haus in Besitz der heutigen Eigentümerfamilie, die das Haus bereits in den Jahren nach dem Kauf grundlegend sanierte. Bei der Freilegung des Fachwerks kamen damals schon die ungewöhnlichen, auf die Gefache gemalten, teures Ziegelmauerwerk vorgebenden Quaderungen zum Vorschein, die aufwendig rekonstruiert wurden.
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Hilpoltstein, Johann-Friedrich-Straße 13: Jahrsdorfer Haus

Zweifellos zu den prominentesten Bauten in Hilpoltstein gehört das nach seinem Bauherren Veit von Jahrsdorf benannte Jahrsdorfer Haus in der Johann-Friedrich-Straße 13, der letzte erhaltene von ehemals vier Herrensitzen. Das markante, am Stadtweiher liegende Gebäude wurde 1523 auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet, dessen Keller aus dem 12. Jahrhundert Teil des spätgotischen Neubaus wurde. Ebenfalls integriert in das Gebäude wurde die Stadtmauer. Zwei Fachwerkgeschosse und das mächtige, dreigeschossige Schopfwalmdach liegen auf dem massiv gemauerten Erdgeschoss. Seit 1979 befindet sich das Haus in Besitz der heutigen Eigentümerfamilie, die das Haus bereits in den Jahren nach dem Kauf grundlegend sanierte. Bei der Freilegung des Fachwerks kamen damals schon die ungewöhnlichen, auf die Gefache gemalten, teures Ziegelmauerwerk vorgebenden Quaderungen zum Vorschein, die aufwendig rekonstruiert wurden. © Julia Krieger

Auch die Folgegeneration engagiert sich stark in der denkmalpflegerischen Fürsorge für ihr  Jahrsdorfer Haus. In Vorbereitung eines notwendigen Neuanstrichs der Fassade fiel 2017 auf, dass einige Schäden dringendes Handeln erforderten. Bereiche der charakteristischen Fachwerkfassade mit den Mann-Figuren waren durch Schwundrisse des bei früheren Reparaturarbeiten verwendeten Holzes geschädigt. 
Auch hatten sich einige Verbindungen in der Gesamtkonstruktion, auch am Dach, und den Fachwerkgefachen gelockert. Ausbesserungen waren damals zwar nach neuestem Kenntnisstand erfolgt, jedoch mit Materialien, die heute als ungeeignet gelten, etwa Silikon oder Zementmörtel. Zum Zeitpunkt der Renovierung war man sich über deren substanzschädigende Folgen nicht bewusst.
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Hilpoltstein, Johann-Friedrich-Straße 13: Jahrsdorfer Haus

Auch die Folgegeneration engagiert sich stark in der denkmalpflegerischen Fürsorge für ihr Jahrsdorfer Haus. In Vorbereitung eines notwendigen Neuanstrichs der Fassade fiel 2017 auf, dass einige Schäden dringendes Handeln erforderten. Bereiche der charakteristischen Fachwerkfassade mit den Mann-Figuren waren durch Schwundrisse des bei früheren Reparaturarbeiten verwendeten Holzes geschädigt. Auch hatten sich einige Verbindungen in der Gesamtkonstruktion, auch am Dach, und den Fachwerkgefachen gelockert. Ausbesserungen waren damals zwar nach neuestem Kenntnisstand erfolgt, jedoch mit Materialien, die heute als ungeeignet gelten, etwa Silikon oder Zementmörtel. Zum Zeitpunkt der Renovierung war man sich über deren substanzschädigende Folgen nicht bewusst. © Julia Krieger

Um weitere Schäden zu verhindern, hat man gründlich und materialgerecht die prägnante Fassade wieder instandgesetzt: Dach und Fachwerkkonstruktion wurden zimmermannsmäßig ausgebessert, die Gefache und Putze repariert und zum Schluss die stark verwitterte Bemalung inklusive der Wappen wieder ergänzt. 
Das für Stadtgeschichte und Stadtbild Hilpoltsteins wichtige Bauwerk bleibt dank der vorbildhaften Sicherung sowie dank der kontinuierlichen, generationsübergreifenden Pflege durch die Eigentümerfamilie weiterhin das, was es ist: ein spätgotischen Architekturjuwel!
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Hilpoltstein, Johann-Friedrich-Straße 13: Jahrsdorfer Haus

Um weitere Schäden zu verhindern, hat man gründlich und materialgerecht die prägnante Fassade wieder instandgesetzt: Dach und Fachwerkkonstruktion wurden zimmermannsmäßig ausgebessert, die Gefache und Putze repariert und zum Schluss die stark verwitterte Bemalung inklusive der Wappen wieder ergänzt. Das für Stadtgeschichte und Stadtbild Hilpoltsteins wichtige Bauwerk bleibt dank der vorbildhaften Sicherung sowie dank der kontinuierlichen, generationsübergreifenden Pflege durch die Eigentümerfamilie weiterhin das, was es ist: ein spätgotischen Architekturjuwel! © Julia Krieger

Wie zu jedem größeren Gasthof gehörte auch zu dem 1808 als „Tafernenwirtschafts-Ganzhof“ bezeichneten Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ am Wiesenweg 1 in Rednitzhembach eine Landwirtschaft. Neben dem 1853 neu errichteten Gasthaus lag eine Scheune, die auch als Pferdewechselstation diente, vor wenigen Jahren allerdings abgerissen wurde. 
Das Hauptgebäude teilte sich im Erdgeschoss in Stall und Gaststube. Geprägt ist dieser repräsentative, auf quadratischen Grundriss mit fünf zu fünf Fensterachsen errichtete, zweigeschossige Walmdachbau durch eine einfache Formensprache. Die sandsteinsichtige Fassade erhält lediglich durch ein unterhalb der Obergeschossfenster umlaufendes Sohlbankgesims eine horizontale Gliederung.
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Rednitzhembach, Wiesenweg 1: ehem. Gasthof „Zum Roten Ochsen“

Wie zu jedem größeren Gasthof gehörte auch zu dem 1808 als „Tafernenwirtschafts-Ganzhof“ bezeichneten Gasthaus „Zum Roten Ochsen“ am Wiesenweg 1 in Rednitzhembach eine Landwirtschaft. Neben dem 1853 neu errichteten Gasthaus lag eine Scheune, die auch als Pferdewechselstation diente, vor wenigen Jahren allerdings abgerissen wurde. Das Hauptgebäude teilte sich im Erdgeschoss in Stall und Gaststube. Geprägt ist dieser repräsentative, auf quadratischen Grundriss mit fünf zu fünf Fensterachsen errichtete, zweigeschossige Walmdachbau durch eine einfache Formensprache. Die sandsteinsichtige Fassade erhält lediglich durch ein unterhalb der Obergeschossfenster umlaufendes Sohlbankgesims eine horizontale Gliederung. © Julia Krieger

Bei einer früheren Renovierung sind die Natursteinfassade sandgestrahlt und die Fugen ausgemalt worden. Der 2014 bis 2017 durchgeführte Umbau des renovierungsbedürftig gewordenen Gebäudes zu drei Wohneinheiten verlief hingegen deutlich substanzschonender und kann als Vorbild für denkmalgerechte Wohnnutzung dienen.
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Rednitzhembach, Wiesenweg 1: ehem. Gasthof „Zum Roten Ochsen“

Bei einer früheren Renovierung sind die Natursteinfassade sandgestrahlt und die Fugen ausgemalt worden. Der 2014 bis 2017 durchgeführte Umbau des renovierungsbedürftig gewordenen Gebäudes zu drei Wohneinheiten verlief hingegen deutlich substanzschonender und kann als Vorbild für denkmalgerechte Wohnnutzung dienen. © Julia Krieger

Die zur Straßenseite gewandte Fassade blieb als Hauptansicht unverändert erhalten. Auf der Gasthausrückseite hat man in Absprache mit den Behörden die Fenster bodentief vergrößert bzw. um die Wohnungen im Obergeschoss aufzuwerten, reversible Balkone hinzugefügt. Die übrigen Fenster neueren Datums, die, abhängig vom Zeitpunkt ihres Einbaus, teils sehr unterschiedlich waren, sind durch denkmalgerechte Holzfenster ersetzt worden. Nur die überlieferten Kastenfenster blieben erhalten bzw. wurden um Innenfenster ergänzt. Die aufgearbeiteten und rekonstruierten Fensterläden verbessern eindeutig die Fassadenwirkung. Mit restauratorischer Unterstützung konnten die historischen Putze gesichert und konserviert werden.
Der Innenausbau änderte den Grundriss nur minimal. Selbst der frühere Sanitäranbau des Gasthauses blieb erhalten. Spätere Einbauten im Erdgeschoss, welche die ursprüngliche Raumwirkung beeinträchtigten, wurden zurückgenommen. Dadurch ist besonders die Wohnküche im ehemaligen, mit Gewölben überspannten Stall zu einem unverwechselbaren und attraktiven Raum geworden. Auch sie belegt anschaulich: modernes Wohnen im historisch-attraktiven Ambiente ist ohne Abstriche möglich.
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Rednitzhembach, Wiesenweg 1: ehem. Gasthof „Zum Roten Ochsen“

Die zur Straßenseite gewandte Fassade blieb als Hauptansicht unverändert erhalten. Auf der Gasthausrückseite hat man in Absprache mit den Behörden die Fenster bodentief vergrößert bzw. um die Wohnungen im Obergeschoss aufzuwerten, reversible Balkone hinzugefügt. Die übrigen Fenster neueren Datums, die, abhängig vom Zeitpunkt ihres Einbaus, teils sehr unterschiedlich waren, sind durch denkmalgerechte Holzfenster ersetzt worden. Nur die überlieferten Kastenfenster blieben erhalten bzw. wurden um Innenfenster ergänzt. Die aufgearbeiteten und rekonstruierten Fensterläden verbessern eindeutig die Fassadenwirkung. Mit restauratorischer Unterstützung konnten die historischen Putze gesichert und konserviert werden. Der Innenausbau änderte den Grundriss nur minimal. Selbst der frühere Sanitäranbau des Gasthauses blieb erhalten. Spätere Einbauten im Erdgeschoss, welche die ursprüngliche Raumwirkung beeinträchtigten, wurden zurückgenommen. Dadurch ist besonders die Wohnküche im ehemaligen, mit Gewölben überspannten Stall zu einem unverwechselbaren und attraktiven Raum geworden. Auch sie belegt anschaulich: modernes Wohnen im historisch-attraktiven Ambiente ist ohne Abstriche möglich. © Julia Krieger

Kaum jemand, der die stark verfallene Scheune im Zentrum von Rohr-Regelsbach kannte, hätte geglaubt, dass deren offensichtliches Schicksal noch abgewendet werden würde. Zu marode und einsturzgefährdet war sie in den letzten Jahren geworden. Und nur Wenige waren sich bewusst, was für ein architektonisches Kleinod hier im jahrelangen Dornröschenschlaf lag. Der hohen Motivation aller Beteiligter ist es zu verdanken, dass dieses hochrangige Baudenkmal und eindrucksvolle Zeugnis landwirtschaftlicher Kulturgeschichte gerettet werden konnte.
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Rohr-Regelsbach, Fürther Straße 2 / Hengdorfer Straße 5: Scheune

Kaum jemand, der die stark verfallene Scheune im Zentrum von Rohr-Regelsbach kannte, hätte geglaubt, dass deren offensichtliches Schicksal noch abgewendet werden würde. Zu marode und einsturzgefährdet war sie in den letzten Jahren geworden. Und nur Wenige waren sich bewusst, was für ein architektonisches Kleinod hier im jahrelangen Dornröschenschlaf lag. Der hohen Motivation aller Beteiligter ist es zu verdanken, dass dieses hochrangige Baudenkmal und eindrucksvolle Zeugnis landwirtschaftlicher Kulturgeschichte gerettet werden konnte. © Julia Krieger

Die mächtige Schopfwalmdachscheune mit vorkragendem Obergeschoss wurde als Fachwerkbau auf einem Sandsteinquadersockel errichtet. Dendrochronologisch datiert wird die Scheune sensationellerweise auf 1613, was sich bereits in Ansätzen durch ihre Bauform ableiten lässt. Denn das Bauwerk ist als sogenannte Bundständerkonstruktion angelegt, wobei die Ständer auf drei bis vier übereinanderliegenden Sandsteinquadern gegründet sind.
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Rohr-Regelsbach, Fürther Straße 2 / Hengdorfer Straße 5: Scheune

Die mächtige Schopfwalmdachscheune mit vorkragendem Obergeschoss wurde als Fachwerkbau auf einem Sandsteinquadersockel errichtet. Dendrochronologisch datiert wird die Scheune sensationellerweise auf 1613, was sich bereits in Ansätzen durch ihre Bauform ableiten lässt. Denn das Bauwerk ist als sogenannte Bundständerkonstruktion angelegt, wobei die Ständer auf drei bis vier übereinanderliegenden Sandsteinquadern gegründet sind. © Julia Krieger

Die Rettung des bedeutenden Objekts war kompliziert, nicht nur, weil sich die Scheune schon seit Generationen – in der Mitte geteilt – in den Händen zweier Eigentümer befindet. Auch manche Handwerker wollten dem Bau zunächst keine Chance mehr geben. Dennoch gelang es nach und nach, teils in Eigenleistung, den desolaten Zustand zu beheben. Die Dachziegel barg man via Hubsteiger vorsichtig von außen, was die anschließende Errichtung eines Gerüsts erleichterte. Zuvor wäre dies aufgrund der drohenden Einsturzgefahr nur schwer möglich gewesen. Sehr umsichtig und unter Erhaltung von sehr viel Originalsubstanz wurde die Fachwerkkonstruktion aufwendig zimmermannsmäßig repariert.
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Rohr-Regelsbach, Fürther Straße 2 / Hengdorfer Straße 5: Scheune

Die Rettung des bedeutenden Objekts war kompliziert, nicht nur, weil sich die Scheune schon seit Generationen – in der Mitte geteilt – in den Händen zweier Eigentümer befindet. Auch manche Handwerker wollten dem Bau zunächst keine Chance mehr geben. Dennoch gelang es nach und nach, teils in Eigenleistung, den desolaten Zustand zu beheben. Die Dachziegel barg man via Hubsteiger vorsichtig von außen, was die anschließende Errichtung eines Gerüsts erleichterte. Zuvor wäre dies aufgrund der drohenden Einsturzgefahr nur schwer möglich gewesen. Sehr umsichtig und unter Erhaltung von sehr viel Originalsubstanz wurde die Fachwerkkonstruktion aufwendig zimmermannsmäßig repariert. © Julia Krieger

Die tragenden Sandsteinquaderblöcke sind neu unterfangen worden, Fehlstellen im Gemäuer wurden ergänzt und neu verfugt. Für die Lehmstakengefache verwendete man Kalkputz. Auf der östlichen, der Straße zugewandten Dachseite wurde mit den alten Ziegeln gedeckt, auf der westlichen Seite mischte man zusätzlich angekaufte bzw. neue mit den erhaltenen Ziegeln, um auch hier das optische Ergebnis nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Selbst bei der Rekonstruktion der Tore oder dem Einsatz dreier neuer, gusseiserner Stallfenster im Holzstockrahmen orientierte man sich an historischen Vorbildern. Insgesamt stellt die Wiederbelebung des höchst gefährdeten Baudenkmals eine Meisterleistung aller Beteiligten dar: der Handwerker, der Architektin und natürlich der Eigentümer. Erstklassig in jeglicher Hinsicht.
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Rohr-Regelsbach, Fürther Straße 2 / Hengdorfer Straße 5: Scheune

Die tragenden Sandsteinquaderblöcke sind neu unterfangen worden, Fehlstellen im Gemäuer wurden ergänzt und neu verfugt. Für die Lehmstakengefache verwendete man Kalkputz. Auf der östlichen, der Straße zugewandten Dachseite wurde mit den alten Ziegeln gedeckt, auf der westlichen Seite mischte man zusätzlich angekaufte bzw. neue mit den erhaltenen Ziegeln, um auch hier das optische Ergebnis nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Selbst bei der Rekonstruktion der Tore oder dem Einsatz dreier neuer, gusseiserner Stallfenster im Holzstockrahmen orientierte man sich an historischen Vorbildern. Insgesamt stellt die Wiederbelebung des höchst gefährdeten Baudenkmals eine Meisterleistung aller Beteiligten dar: der Handwerker, der Architektin und natürlich der Eigentümer. Erstklassig in jeglicher Hinsicht. © Julia Krieger

Zum Zeitpunkt des Kaufs vor wenigen Jahren sah das ehemalige Wohnstallhaus im Kugelhammerweg 2 in Röthenbach bei St. Wolfgang noch recht unscheinbar aus. Entstanden war der eingeschossige Steinquaderbau mit seinem regionaltypischen Steilsatteldach Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine Bauinschrift über dem traufseitigen Haupteingang des Hauses nennt, verbunden mit den Worten SOLI DEO GLORIA, das konkrete Baudatum 1742. Trotz der beiden Giebelseiten mit konstruktivem Sichtfachwerk, dessen Fensteröffnungen durch Holzläden geschlossen waren, wirkte das Haus wenig außergewöhnlich.
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Röthenbach bei St. Wolfgang, Kugelhammerweg 2

Zum Zeitpunkt des Kaufs vor wenigen Jahren sah das ehemalige Wohnstallhaus im Kugelhammerweg 2 in Röthenbach bei St. Wolfgang noch recht unscheinbar aus. Entstanden war der eingeschossige Steinquaderbau mit seinem regionaltypischen Steilsatteldach Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine Bauinschrift über dem traufseitigen Haupteingang des Hauses nennt, verbunden mit den Worten SOLI DEO GLORIA, das konkrete Baudatum 1742. Trotz der beiden Giebelseiten mit konstruktivem Sichtfachwerk, dessen Fensteröffnungen durch Holzläden geschlossen waren, wirkte das Haus wenig außergewöhnlich. © Julia Krieger

Die junge Besitzerfamilie erkannte jedoch das in dem Gebäude verborgene Potential und nahm mit viel Eigenleistung die Renovierung von 2015 bis 2017 in Angriff. Glücklicherweise war das Gebäude von größeren statischen Schäden verschont geblieben, was bei Bauten dieses Alters nicht selbstverständlich ist. Erste Sondierungen ergaben, dass sogar sehr viel historischer Bestand erhalten geblieben war. Der Grundriss im Erdgeschoss entsprach der ursprünglichen Anordnung, die man mit wenig Modifikation übernehmen konnte. Beim Rückbau von späteren Einbauten in der Stube, dem ehemals ranghöchsten Raum in einem Wohnhaus, fand man eine bauzeitliche Bohlenbalkendecke und eine Stubenvertäfelung, die in dieser Form äußerst ungewöhnlich ist.
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Röthenbach bei St. Wolfgang, Kugelhammerweg 2

Die junge Besitzerfamilie erkannte jedoch das in dem Gebäude verborgene Potential und nahm mit viel Eigenleistung die Renovierung von 2015 bis 2017 in Angriff. Glücklicherweise war das Gebäude von größeren statischen Schäden verschont geblieben, was bei Bauten dieses Alters nicht selbstverständlich ist. Erste Sondierungen ergaben, dass sogar sehr viel historischer Bestand erhalten geblieben war. Der Grundriss im Erdgeschoss entsprach der ursprünglichen Anordnung, die man mit wenig Modifikation übernehmen konnte. Beim Rückbau von späteren Einbauten in der Stube, dem ehemals ranghöchsten Raum in einem Wohnhaus, fand man eine bauzeitliche Bohlenbalkendecke und eine Stubenvertäfelung, die in dieser Form äußerst ungewöhnlich ist. © Julia Krieger

Im weiteren Bauverlauf kamen im Gebäude teilweise noch gefasste Fachwerkwände zum Vorschein und Weiteres an Originalsubstanz. Der historische Bestand wurde instandgesetzt bzw. für neue Zugaben verwendete man passende Materialien, so dass ein harmonisches Zusammenspiel von neu und alt entstand.
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Röthenbach bei St. Wolfgang, Kugelhammerweg 2

Im weiteren Bauverlauf kamen im Gebäude teilweise noch gefasste Fachwerkwände zum Vorschein und Weiteres an Originalsubstanz. Der historische Bestand wurde instandgesetzt bzw. für neue Zugaben verwendete man passende Materialien, so dass ein harmonisches Zusammenspiel von neu und alt entstand. © Julia Krieger

Bei der Außenrenovierung entwickelte man aufgrund der Befundlage ein Farbkonzept, das nach Abstimmung mit den Behörden auf das gesamte Gebäude übertragen wurde. Der kräftig rote Farbton der monochrom gefassten Fassade wird an wichtigen Elementen grau abgesetzt, zusätzlich erzeugen Farbbänder als Beistriche an den Gefachen der Fachwerkgiebel und an den Fensterrahmungen einen illusionistischen Effekt. Spätestens damit war dann die Entwicklung des unscheinbaren Entleins zu einem leuchtend schönen Schwan abgeschlossen – eine attraktive Bereicherung mitten im Ortskern von Röthenbach.
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Röthenbach bei St. Wolfgang, Kugelhammerweg 2

Bei der Außenrenovierung entwickelte man aufgrund der Befundlage ein Farbkonzept, das nach Abstimmung mit den Behörden auf das gesamte Gebäude übertragen wurde. Der kräftig rote Farbton der monochrom gefassten Fassade wird an wichtigen Elementen grau abgesetzt, zusätzlich erzeugen Farbbänder als Beistriche an den Gefachen der Fachwerkgiebel und an den Fensterrahmungen einen illusionistischen Effekt. Spätestens damit war dann die Entwicklung des unscheinbaren Entleins zu einem leuchtend schönen Schwan abgeschlossen – eine attraktive Bereicherung mitten im Ortskern von Röthenbach. © Julia Krieger

Versteckt in einer Gasse liegt das schmale Kleinhaus abseits der Hauptstraße. Der zweigeschossige Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Für großes Erstaunen sorgte der hohe Grad an noch vorhandener historischer Ausstattung. Viel jünger, aber nicht weniger außergewöhnlich, ist der auffällige Fassadenputz: der sogenannte Besenstrichputz war im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine findige Weise, kostspielige Natursteinoberflächen zu imitieren. Leider zeichneten das Gebäude zuletzt große Feuchtigkeitsschäden. Stark beeinträchtigt zeigten sich Außenputz und Fachwerk. 2013 erwarb der neue Eigentümer das besondere Kleinhaus und renovierte es über drei Jahre hinweg für eine neue Nutzung als Ferienhaus. 
Man entschied, dem mehrere Jahrhunderte alten Haus sein junges Gesicht zu lassen: Der Besenstrichputz wurde nicht abgenommen, sondern erhalten und wo nötig ergänzt. Der reiche Bestand an alten Stulpfenstern wurde saniert. Nur wenige neue Holzfenster komplettieren zusammen mit den neuen Fensterläden die heutige Ansicht. Nicht erhalten werden konnten die alten Dachziegel. Nach Ausbesserungsarbeiten am Dachstuhl deckte man das Satteldach mit roten Biberschwanzziegeln neu ein. Im Inneren setze man geschädigte Balken und Gefache instand, Nur an sehr lädierten Stellen ergänzte oder erneuerte man die Hölzer. Neben dem Einbau von Lehmbauplatten restaurierte man außerdem die alten Bohlen-Balken-Decken.
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Spalt, Höllgasse 3

Versteckt in einer Gasse liegt das schmale Kleinhaus abseits der Hauptstraße. Der zweigeschossige Satteldachbau mit Fachwerkobergeschoss stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Für großes Erstaunen sorgte der hohe Grad an noch vorhandener historischer Ausstattung. Viel jünger, aber nicht weniger außergewöhnlich, ist der auffällige Fassadenputz: der sogenannte Besenstrichputz war im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine findige Weise, kostspielige Natursteinoberflächen zu imitieren. Leider zeichneten das Gebäude zuletzt große Feuchtigkeitsschäden. Stark beeinträchtigt zeigten sich Außenputz und Fachwerk. 2013 erwarb der neue Eigentümer das besondere Kleinhaus und renovierte es über drei Jahre hinweg für eine neue Nutzung als Ferienhaus. Man entschied, dem mehrere Jahrhunderte alten Haus sein junges Gesicht zu lassen: Der Besenstrichputz wurde nicht abgenommen, sondern erhalten und wo nötig ergänzt. Der reiche Bestand an alten Stulpfenstern wurde saniert. Nur wenige neue Holzfenster komplettieren zusammen mit den neuen Fensterläden die heutige Ansicht. Nicht erhalten werden konnten die alten Dachziegel. Nach Ausbesserungsarbeiten am Dachstuhl deckte man das Satteldach mit roten Biberschwanzziegeln neu ein. Im Inneren setze man geschädigte Balken und Gefache instand, Nur an sehr lädierten Stellen ergänzte oder erneuerte man die Hölzer. Neben dem Einbau von Lehmbauplatten restaurierte man außerdem die alten Bohlen-Balken-Decken. © Saskia Müller

Für die Bodenaufbauten verlegte man Solnhofenerkalksteinplatten     oder Dielenböden. Die Fachwerkpartien behandelte man weiter mit pigmentiertem Leinöl, auf die Wandoberflächen trug man Kalkputz auf und vereinheitlichte den Gesamteindruck entsprechend des Befundes durch einen gleichbleibenden Kalkanstrich. Wie die Stulpfenster sind auch die originalen Türblätter noch vielzählig erhalten. Diese bereitete man auf, wo erforderlich fügte man ihnen wie auch den Fenstern neue Beschläge hinzu. Besonderen Wert legte man darauf, dass die Beschläge in historischer Handwerksweise gefertigt wurden. 
Bis ins Detail räumte die umfangreiche Renovierung des Kleinhauses der Denkmalpflege den Vorrang ein. Die Anforderungen der denkmalfachlichen Vorgaben übertraf man dabei noch. Mit hohem Engagement und einer sensiblen Vorgehensweise gelang die vorbildhafte Erhaltung und Weiterentwicklung des Denkmals für seine neue Nutzung.
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Spalt, Höllgasse 3

Für die Bodenaufbauten verlegte man Solnhofenerkalksteinplatten oder Dielenböden. Die Fachwerkpartien behandelte man weiter mit pigmentiertem Leinöl, auf die Wandoberflächen trug man Kalkputz auf und vereinheitlichte den Gesamteindruck entsprechend des Befundes durch einen gleichbleibenden Kalkanstrich. Wie die Stulpfenster sind auch die originalen Türblätter noch vielzählig erhalten. Diese bereitete man auf, wo erforderlich fügte man ihnen wie auch den Fenstern neue Beschläge hinzu. Besonderen Wert legte man darauf, dass die Beschläge in historischer Handwerksweise gefertigt wurden. Bis ins Detail räumte die umfangreiche Renovierung des Kleinhauses der Denkmalpflege den Vorrang ein. Die Anforderungen der denkmalfachlichen Vorgaben übertraf man dabei noch. Mit hohem Engagement und einer sensiblen Vorgehensweise gelang die vorbildhafte Erhaltung und Weiterentwicklung des Denkmals für seine neue Nutzung. © Saskia Müller

Lange schon war die alte Kirche St. Alban in Ruppmannsburg bei Thalmässing baufällig gewesen. 1878 wurde sie schließlich abgetragen. Nach längeren Verhandlungen über den Standort, die Finanzierung und andere den Neubau betreffenden Fragen konnte am 14. Mai 1892 der Grundstein gelegt werden für die Errichtung einer neuen evangelisch-lutherischen Filialkirche. Die Gemeinde beteiligte sich damals mit zahlreichen Hand- und Spanndiensten an den Bauarbeiten, so dass bereits nach einem Jahr Bauzeit am 9. Juli 1893 der Neubau als Christuskirche geweiht werden konnte. 

Nach Plänen des königlichen Bausassessors Otto Wiedemann aus Eichstätt hatte man einen kleinen Saalbau mit Satteldach und einem Turm, der einen Spitzhelm sowie kleine Uhr-Zwerchhäuser trägt, errichtet. Das Portal an der Südseite des Turms und alle Fenster werden von Rundbögen überfangen. Die Innenausstattung erfolgte in ebenso schlichten, neoromanischen Formen.
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Thalmässing-Ruppmannsburg, evang.-luth. Christuskirche

Lange schon war die alte Kirche St. Alban in Ruppmannsburg bei Thalmässing baufällig gewesen. 1878 wurde sie schließlich abgetragen. Nach längeren Verhandlungen über den Standort, die Finanzierung und andere den Neubau betreffenden Fragen konnte am 14. Mai 1892 der Grundstein gelegt werden für die Errichtung einer neuen evangelisch-lutherischen Filialkirche. Die Gemeinde beteiligte sich damals mit zahlreichen Hand- und Spanndiensten an den Bauarbeiten, so dass bereits nach einem Jahr Bauzeit am 9. Juli 1893 der Neubau als Christuskirche geweiht werden konnte. Nach Plänen des königlichen Bausassessors Otto Wiedemann aus Eichstätt hatte man einen kleinen Saalbau mit Satteldach und einem Turm, der einen Spitzhelm sowie kleine Uhr-Zwerchhäuser trägt, errichtet. Das Portal an der Südseite des Turms und alle Fenster werden von Rundbögen überfangen. Die Innenausstattung erfolgte in ebenso schlichten, neoromanischen Formen. © Julia Krieger

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums beschloss man für 2016/2017 eine Generalinstandsetzung des renovierungsbedürftigen Kirchleins. Den Glockenstuhl hatte man bereits 2004 erneuert. Bei der Überarbeitung der witterungsgeschädigten und durchfeuchteten Fassade wurde ein nicht denkmalgerechter, diffusionsverhindernder Zementputz entfernt, damit aufsteigende Feuchtigkeit zukünftig besser abtrocknen kann. Den nötigen Sockelreparaturen folgte u. a. die Sanierung der durch Winddruck verformten und angerosteten Kirchenfenster. Die Vielzahl der weiteren Arbeiten reichte vom Ausschaufeln der Fundamente bis hin zum Ausräumen des Dachbodens. Schadhafte bauzeitliche Zementfliesen im Eingangsbereich hat man ersetzt und die Altarstufen repariert. Die Haupt- und Sakristeitür sowie weitere Teile der Ausstattung wurden neu gefasst. Nicht zuletzt hat die Gemeinde zum Jubiläum eine Broschüre vorbereitet, die alle nötigen Informationen zur Geschichte des Kirchleins bietet.

Bereits beim Bau der Kirche waren viele Helfer im Einsatz gewesen. Die kleine Gemeinde hat nun auch die Renovierung mit vielen Arbeitsstunden und zahlreichen Spenden unterstützt. Im Verhältnis zur geringen Größe der Gemeinde ist dieses Engagement bemerkenswert. Daher verdient die großartige Gemeinschaftsarbeit Anerkennung.
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Thalmässing-Ruppmannsburg, evang.-luth. Christuskirche

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums beschloss man für 2016/2017 eine Generalinstandsetzung des renovierungsbedürftigen Kirchleins. Den Glockenstuhl hatte man bereits 2004 erneuert. Bei der Überarbeitung der witterungsgeschädigten und durchfeuchteten Fassade wurde ein nicht denkmalgerechter, diffusionsverhindernder Zementputz entfernt, damit aufsteigende Feuchtigkeit zukünftig besser abtrocknen kann. Den nötigen Sockelreparaturen folgte u. a. die Sanierung der durch Winddruck verformten und angerosteten Kirchenfenster. Die Vielzahl der weiteren Arbeiten reichte vom Ausschaufeln der Fundamente bis hin zum Ausräumen des Dachbodens. Schadhafte bauzeitliche Zementfliesen im Eingangsbereich hat man ersetzt und die Altarstufen repariert. Die Haupt- und Sakristeitür sowie weitere Teile der Ausstattung wurden neu gefasst. Nicht zuletzt hat die Gemeinde zum Jubiläum eine Broschüre vorbereitet, die alle nötigen Informationen zur Geschichte des Kirchleins bietet. Bereits beim Bau der Kirche waren viele Helfer im Einsatz gewesen. Die kleine Gemeinde hat nun auch die Renovierung mit vielen Arbeitsstunden und zahlreichen Spenden unterstützt. Im Verhältnis zur geringen Größe der Gemeinde ist dieses Engagement bemerkenswert. Daher verdient die großartige Gemeinschaftsarbeit Anerkennung. © Julia Krieger