-0°

Dienstag, 13.04.2021

|

Der Vier-Punkte-Plan des Fußball-Verbandes fürs Frühjahr

BFV hat Fristen festgelegt, ab wann der Ligapokal gestrichen und die Punktesaison abgebrochen wird - 31.03.2021 08:31 Uhr

Desinfektionsmittel gehören inzwischen genauso zum Fußball wie das runde Leder: Das jüngste Trainings-Comeback für die Amateurfußballer (wie hier beim TSV 1860 Weißenburg) erwies sich nur als kurzes Intermezzo. Derzeit ist völlig offen, wann und wie es weitergeht. Gerade in diesen unsicheren Zeiten will der Bayerische Fußball-Verband mit seinem Vier-Punkte-Plan die nächsten Schritte klar definieren.

31.03.2021 © Uwe Mühling


Der staatliche Stufenplan der Lockerungen für den Amateur- und Breitensport ermöglichte zwischenzeitlich zwar im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ein Fußballtraining unter Auflagen, doch damit ist inzwischen nach gestiegener Inzidenz wieder Schluss. Zuletzt wurden vermehrt Stimmen laut, die einen Abbruch der offiziell bis 30. Juni verlängerten Saison fordern. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) betrachtet diesen Schritt aber weiterhin als allerletzte Lösung und will keinen vorzeitigen Schlussstrich ziehen.

Vielmehr hat der BFV-Vorstand jetzt in einer Videokonferenz einen Vier-Punkte-Plan für den Umgang mit der aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit im Männerbereich verabschiedet. Darin werden klare Fristen gesetzt, ab welchem Zeitpunkt der Ligapokal und die Punkterunde gestrichen beziehungsweise abgebrochen werden. Die vier Punkte finden sich in der BFV-Pressemitteilung im Wortlaut wie folgt wieder:

1. Sollte ab dem 19. April 2021 kein flächendeckender Trainingsbetrieb mit Kontakt in Bayern möglich sein, ist die Durchführung des Ligapokal-Wettbewerbs nicht mehr möglich. Entsprechend wird dieser auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene als Zusatzwettbewerb gestrichen. Diese Regelung gilt nicht für die Regionalliga Bayern, für deren Ligapokal-Wettbewerb vom Verbandsvorstand im Dialog mit den betreffenden Vereinen noch eine gesonderte Entscheidung zu treffen ist.

2. Um noch möglichst viele oder alle ausstehenden Spiele der Punkt-Runden zu Ende zu bringen, braucht es einen nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb ab spätestens 3. Mai 2021. Sollte dies nicht der Fall sein, muss über einen Abbruch der Verbandsspielrunden entschieden werden. Hierzu werden alle Vereine vor der Entscheidung des Verbandsvorstands durch Einholung eines Meinungsbilds miteinbezogen. Für den Fall des Abbruchs einer Saison sehen die Bestimmungen der Spielordnung (§ 93 SpO) eine Wertung für Auf- und Abstieg nach der Quotienten-Regelung unter Wegfall der Relegations-spiele vor.

Kein Spielbetrieb mit Tests

3. Der Verbandsvorstand hält einen Spielbetrieb unter der Voraussetzung, dass jeweils ein negativer Corona-Test vorzuweisen ist, in der Fläche für nicht durchführbar und unter den aktuellen staatlichen Rahmenbedingungen auch für nicht realisierbar.

4. Der bayerische Totopokal-Wettbewerb soll im Austragungsmodus noch nicht verändert werden. Bezüglich der möglichen Fortführung des Totopokal-Wettbewerbs beziehungsweise der Ermittlung des Teilnehmers an der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde wird ein separater Vorschlag im Dialog mit den noch im Wettbewerb befindlichen Vereinen durch den BFV-Vorstand erarbeitet.

Wichtig: Für die Frauen, Juniorinnen und Junioren gelten die Punkte 2 und 3 des BFV-Plans analog. Beim Verbandspokal der Frauen, Juniorinnen sowie Junioren werden individuelle Lösungen noch erarbeitet.

Die Vier-Stufen-Plan ist eine Reaktion des Verbandes auf die jüngsten Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz, über die sich die BFV-Spitze
mit Präsident Rainer Koch, Geschäftsführer Jürgen Igelspacher und Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (zugleich zuständig für den Spielbetrieb) sehr enttäuscht geäußert hat.

Verbote statt Lösungen

"Die Beschlüsse sind im Wesentlichen von Verboten gekennzeichnet. Wir alle hätten uns vielmehr Lösungen gewünscht, wie wir unser Leben mit Sorgfalt in diesen zweifelsfrei schwierigen Zeiten der Pandemie gestalten können – und zu diesem Leben gehört der Sport und damit der Amateurfußball", sagte Koch und betonte erneut, dass er den Amateurfußball mit seinen Hygienekonzepten als fixen Teil der Lösung sieht. Fußball im Freien sei "kein Pandemietreiber".

Faltenbacher hält es für einen "kleinen Lichtblick", dass die Bayerische Regierung Lockerungen nach den Osterferien für möglich hält. Allerdings sind diese Schritte von den Inzidenzen abhängig und somit fraglich. Es sind auf jeden Fall gerade extrem schwierige Zeiten für den Amateur- und Jugendfußball sowie den gesamten Breitensport.

wt/um

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de