Hoffen auf die StUB: "Der Weg in die Arbeit ist oft mühsam"

4.3.2016, 18:00 Uhr
Pro StUB: Nicht nur Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker, sondern auch die Firmen der Stadt.

© Matthias Kronau Pro StUB: Nicht nur Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker, sondern auch die Firmen der Stadt.

„Für unsere Mitarbeiter ist der Weg zur Arbeit oft mühsam“. So hatte Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas Group, Herzogenaurachs Situation hinsichtlich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) schon 2014 beschrieben. Und zusammen mit den anderen Herzogenauracher Weltunternehmen den Bau der Stadt-Umland-Bahn ausdrücklich befürwortet.

Herbert Hainer bleibt bei diesem Statement für sein Unternehmen. Inzwischen arbeiten 4403 Menschen im Hauptquartier des Dreistreifen-Konzerns. Ihre Zahl ist dieses Jahr um 145 gestiegen. Wie viele davon aus dem Großraum nach Herzogenaurach pendeln, weiß man in der Zentrale nicht genau, es sei aber sicher der Großteil.

Björn Gulden, CEO von Puma, stößt ins gleiche Horn. Auch im Interesse seines Unternehmens hätte er die StUB gerne. Wer wie die Sportartikel-Branche auf junge kreative Kräfte angewiesen ist, konkurriert mit Metropolen wie London, New York oder Los Angeles um deren Gunst. Die Leute, so auch der fürs Personal zuständige Puma-Vorstand Michael Lämmermann, kann man gerade noch mit dem Argument „Metropolregion“ in den Großraum Nürnberg locken. Ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrsmittel sei da ein wichtiges Argument beim Rekrutieren von Personal.

Dies sieht auch der Vorstandsvorsitzende des Prozess-Automatisierers Vipa so. „Als Mittelständler mit einem sehr hohen Forschungs- und Entwicklungsanteil“, so Bob Linkenbach auf Anfrage, „sind wir auf junge Absolventen angewiesen. Die Erreichbarkeit der Arbeitsstätte über den öffentlichen Nahverkehr nimmt eine immer bedeutendere Rolle ein.“

Genau hier, so Linkenbach weiter, hat Herzogenaurach Nachholbedarf. Die StUB biete eine attraktive Lösung, damit Vipa als Arbeitgeber weiterhin wettbewerbsfähig bleibe.

Auch Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler AG, empfiehlt allen Erlangern unter den 8600 Mitarbeitern am Hauptsitz Herzogenaurach, am Sonntag beim Bürgerentscheid mit „Nein“ zu stimmen, also für einen Zweckverband StUB.

Die Straßenbahn, so Rosenfeld in einer telefonischen Pressekonferenz, löse nicht alle verkehrlichen Probleme, sei aber ein wichtiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen Verkehrs-Infrastruktur, und eine solche wiederum sei laut Rosenfeld Bedingung, damit der Großraum als Standort attraktiv bleibt.

Von Erlangen und Nürnberg komme der Hauptstrom der Schaeffler-Pendler — und ende zum allergrößten Teil am Osttor zum Firmengelände. Deshalb nennt es Rosenfeld eine „wichtige Voraussetzung“, dass die StUB bis an diesen neuen Haupteingang zu Schaeffler fährt. Ansonsten lasse man den größten Pendlerstrom der Stadt außen vor.

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