Umsätze "zufriedenstellend"

Weniger Straftaten und "gefühlte Rekorde": Bilanz zur Erlanger Bergkirchweih 2023

vnp

6.6.2023, 09:10 Uhr
12 Tage lang wurde in Erlangen die Bergkirchweih gefeiert. Nun wird Bilanz gezogen.

© Harald Sippel 12 Tage lang wurde in Erlangen die Bergkirchweih gefeiert. Nun wird Bilanz gezogen.

12 Tage Berch, 12 Tage gutes Wetter: Die Rahmenbedingungen für die diesjährige Bergkirchweih waren besser denn je. Eine offizielle Bilanz liefert die Stadt Erlangen als Veranstalterin in einer Pressemitteilung am Montag.

Die Verantwortlichen würden ein überaus positives Fazit ziehen, heißt es. "Dieser ‚Berg‘ lief einfach super. So viele gut gelaunte Menschen an einem Ort zu sehen, ist großartig", wird Oberbürgermeister Florian Janik zitiert. Er danke allen haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die mit viel Herzblut auf und neben dem Festgelände mitgeholfen haben. Sein Dank gelte auch den Anwohnerinnen und Anwohner, auf dem Gelände und in der Stadt.

Gefühlte Rekordzahlen

Genau gezählt werden die Gäste der Bergkirchweih nicht, Berg-Referent Konrad Beugel spreche allerdings von einem "gefühlten Rekordbesuch". Keller und auch der Schaustellerbereich wären an allen Tagen bestens besucht gewesen. Die Resonanz an das Veranstaltungsteam sei gut gewesen. Auch den Besucherinnen und Besuchern dankte Beugel: "Ich habe ganz viele lockere, entspannte und gut gelaunte Menschen getroffen. Dafür hat sich die Arbeit gelohnt".

Christoph Gewalt vom Steinbach Keller und Udo Helbig vom Erich Keller bilanzieren laut Stadt für die Festwirte: "Wir hatten bisher noch nie besseres und stabileres Wetter als dieses Jahr. Somit durften wir uns nach den zwei ausgefallenen Jahren und einem etwas rückläufigem Jahr 2022 wieder auf circa 15 Prozent Zuwachs zum Vorjahr freuen." Stärkere Jahre wie vor etwa zehn Jahren würde man aber wohl nicht mehr erreichen.

Umsätze zufriedenstellend

Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Verband reisender Schausteller und Handelsleute erklärt: "Wir sind mit der Bergkirchweih 2023 zufrieden. Die Umsätze waren natürlich branchen- und standortbedingt unterschiedlich. Aber insgesamt zufriedenstellend."

226 Straftaten

Laut Polizeichef Klaus Wild habe es bis Montag insgesamt 226 festgestellten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten auf der Bergkirchweih gegeben, etwas weniger als im Vorjahr. "Von den festgestellten Verstößen ereignete sich etwa ein Viertel auf dem Festgelände selbst, die restlichen drei Viertel im Rahmen der Nachfeiern bzw. bei den Parallelveranstaltungen im Stadtgebiet."

Auch für die Feuerwehr sollen es in diesem Jahr ruhige Bergdienste gewesen sein, wird Feuerwehrleiter Friedhelm Weidinger zitiert. Größeren Einsätze habe es nicht gegeben. Insgesamt 1.400 Stunden ehrenamtlicher Dienst wurde geleistet. Laut Bastian Selig ziehe auch das Bayerische Rote Kreuz eine durchwegs positive Bilanz. Rund 600 Patienten wurden auf dem Wachen des Geländes versorgt, täglich waren 40 ehrenamtliche Einsatzkräfte im Einsatz. Am Martin-Luther-Platz wurden 50 Patienten versorgt.

Marc Clemenz vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bilanziere ebenfalls einen ruhigen und sicheren Berg. "Lobenswerterweise gab es keine Übergriffe auf Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes", wird er zitiert. Die Anzahl der Volltrunkenen, die medizinische Hilfe benötigten, solle sich trotz gestiegener Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr im geringen Rahmen befunden haben.

Angebot wird gut angenommen

Claudia Siegritz vom Frauennotruf Erlangen, welcher den Safe Space koordinierte, sagt: "Wie auch im letzten Jahr erfuhren wir sehr viel positive Rückmeldungen durch die Bevölkerung. Unser Angebot wird immer bekannter und gut angenommen."

Positives Fazit des BRK

Auch das Bayerische Rote Kreuz zieht in Person von Bastian Selig, Vize-Kreisbereitschaftsleiter des BRK ein positives Fazit der Bergkirchweih: "Während der zwölf Bergtage wurden rund 600 Patienten auf den beiden BRK Wachen am Schützenweg und an der Bergstraße von täglich bis zu 40 ehrenamtlichen Einsatzkräften versorgt", listet Selig auf. Zusätzlich seien beim „After-Berg“ in der Innenstadt auf der San-Wache am Martin-Luther-Platz weitere 50 Patienten versorgt worden. "In Summe waren 250 ehrenamtliche Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbandes Erlangen-Höchstadt 5000 Stunden für den #brkberch im Einsatz", resümiert Selig.

Zusätzlicher Rettungswagen

Die Vorhaltung des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes wurde mit einer zusätzlichen RTW-Besatzung, dem "Berg-RTW" in der Zeit von 20 Uhr bis 2 Uhr verstärkt. "Auch hier waren nur die Jahreszeit üblichen Berg-Einsätze zu verzeichnen", sagt Selig und bedankt sich bei allen Helferinnen und Helfern aus Ehrenamt und Hauptamt, die zur sanitätsdienstlichen und rettungsdienstlichen Absicherung des Berges beigetragen haben. Ebenso geht der Dank des BRK an alle benachbarten Dienste der BOS "für die stets gute Zusammenarbeit".

Freundliche Gäste

Besonders hervorzuheben sei das freundliche Verhalten der Gäste in diesem Jahr, die ohne Probleme Rettungsgassen in den Menschenmengen für die Einsatz-Teams freigemacht und sich für die Hilfe der Rettungsteams bedankt hätten.

Zuletzt noch ein kleiner Ausblick: 2024 findet die nächste Erlanger Bergkirchweih vom 16. bis zum 27. Mai statt.

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