Center Parcs: Das erwarten die Tourismus-Unternehmen in der Region

15.9.2020, 06:00 Uhr
Noch ist die Muna ein abgesperrtes Militärareal, dessen Boden großräumig verseucht ist: In wenigen Jahren soll hier nach den Plänen von Center Parcs eine riesige Ferienanlage stehen, gegen die sich Widerstand regt – allerdings nicht aus der Branche.  

© Limes-Luftbild.de, NN Noch ist die Muna ein abgesperrtes Militärareal, dessen Boden großräumig verseucht ist: In wenigen Jahren soll hier nach den Plänen von Center Parcs eine riesige Ferienanlage stehen, gegen die sich Widerstand regt – allerdings nicht aus der Branche.  

Insgesamt ist die Stimmungslage recht positiv. Berta Jäger, die Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel-und Gaststättenverbandes und Leiterin des Absberger Landgasthauses Jägerhof, erhofft sich durch Center Parcs eine "gleichmäßigere Auslastung der Branche für das ganze Jahr". Sie weist vor allem auf die Problematik in den Wintermonaten hin: "Mitarbeiter möchten gerne eine Vollzeitstelle, auch in den kälteren Monaten."


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Aktuell gehen, so sagt sie, deshalb viele Angestellte lieber in andere Branchen, durch Ausflügler aus dem Center Parc würden, über das Jahr verteilt, somit viele Gastwirtschaften profitieren: "Es kann nur positiv werden", hoft sie im Namen jener Unternehmen, die sie vertritt.

Auch Elisabeth Gruber vom Seehotel "Zur Hopfenkönigin" in Spalt ist eine klare Befürworterin des Center Parcs: "Die Region war lange Zeit im Stillstand." Außerdem ist sie sich auch sicher, dass die Besucher nicht ausschließlich im Park bleiben. "Die Chance für die Region muss genutzt werden", fordert sie alle Verantwortlichen auf.

Die einzige Chance, das Gelände sinnvoll zu nutzen

Wolfgang Bauer vom Landgasthof Schäferhof in Spalt hingegen ruft zur Vorsicht auf: "Der Naturschutz muss beachtet werden." Dennoch ist auch laut ihm ein Center Parc die einzige Chance, das Gelände sinnvoll zu nutzen, und er sieht viele Möglichkeiten für neue und bestehende Gastwirtschaften.

Ebenso rechnet Brigitte Maurer vom Landgasthaus "Zur Linde" in Stirn mit einer positiven Auswirkung für die Region. Ihren Worten nach hat sie keine Angst vor Konkurrenz – und zählt weiterhin auf ihre treuen Kunden.

Bereits beim ersten öffentlichen Info-Abend zum Center-Parcs-Projekt in Pfofeld äußerten sich mit Oliver Röhrl, Hoteldirektor des Strandhotels Seehof in Langlau, und Volker Sanwald, Betreiber des San-Shine-Camps in Absberg, vehemente Befürworter. "Ich freue mich, wenn ihr kommt", sagte Röhrl in Richtung seines potenziell neuen Nachbarn.

Ähnliche Worte fand Volker Sanwald: "Ich bin heilfroh, dass Center Parcs kommt." Er weist darauf hin, dass vor 25 Jahren "viel mehr los war an den Seen als jetzt" und die "Infrastruktur nicht ausgelastet" sei.

Vielseitiges Angebot in Center Parcs schafft große Konkurrenz

Wolfgang Bauer, der Chef des Ristorante Pizzeria "Zum Yachthafen" in Pleinfeld, geht noch weiter: "Ein Center Parc bedeutet einen Mehrgewinn für jede Branche." Er rechnet mit keinerlei Nachteil für die Gastronomie und ist sich einer Bereicherung für das gesamte Seenland sicher.


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Allein Michael Emig, der Leiter des Kletterparks in Enderndorf, hat "gemischte Gefühle". Er ist sich zwar sicher, dass der Brombachsee touristisch bekannt gemacht wird, hat aber auch die mächtige Konkurrenz im Kopf. "Jeder darf das Gelände betreten, auch ohne Buchung", erzählt er vom Center Parc in Leutkirch und dessen vielseitigem Angebot. Eine klare Position könne er im Moment aber noch nicht beziehen.

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