Essen für Bedürftige: Vesperkirche hat mit Corona zu kämpfen

19.10.2020, 13:56 Uhr
In der vergangenen Saison konnte die Vesperkirche in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche am Beginn der weltweiten Corona-Pandemie gerade noch stattfinden. 2021 fällt das Großprojekt ins Wasser, will aber mit kleineren Angeboten präsent bleiben.

© Roland Fengler, NNZ In der vergangenen Saison konnte die Vesperkirche in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche am Beginn der weltweiten Corona-Pandemie gerade noch stattfinden. 2021 fällt das Großprojekt ins Wasser, will aber mit kleineren Angeboten präsent bleiben.

Die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche hatte sich seit 2016 jeweils für sechs Wochen als offener Treffpunkt mit Mittagessen zum Preis von einem Euro und Veranstaltungsprogramm bereitgestellt. 23 000 Mahlzeiten gingen in der vergangenen Saison über die Theke; mehrere Hundert Ehrenamtliche halfen mit.


Vesperkirche: Warmes Essen für einen symbolischen Euro


Die Gemeinde wollte das gerade für die Nürnberger Südstadt wichtige Sozialprojekt nicht aufgeben und tüftelte daher bereits an Abläufen mit mehr Abstand und Hygiene. Geplant war, die Essensausgabe in zwei Schichten mit jeweils begrenzten Personenzahlen zu veranstalten und in der Pause dazwischen den Saal zu reinigen. Zudem sollten die Gäste am Tisch bedient werden, damit es nicht mehr zu Warteschlangen kommt.

Trotzdem Kultur und Gottesdienste

Jetzt aber gab das Leitungsteam mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen bekannt: „Wir sehen uns nicht mehr in der Lage, die komplexen Planungen unter den jetzt herrschenden Coronabestimmungen erfolgreich gemeinsam zu gestalten.“
Allerdings soll es ein Ersatzangebot geben: eine Essensausgabe auf dem Vorplatz an der Allersberger Straße von montags bis samstags. Auch ein tägliches Beratungsangebot, Kultur und Sonntagsgottesdienste stehen noch auf dem Programm.

Pfarrer Bernd Reuther, Cheforganisator des überregional beachteten Projekts, bedauert vor allem, dass damit eine Möglichkeit der Begegnung wegfällt. Im Unterschied zu vergleichbaren Projekten habe sich die Nürnberger Vesperkirche dadurch ausgezeichnet, dass viele Menschen auch nach der Mahlzeit geblieben sind, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Die Vesperkirche, die sich im Verlauf der Jahre fast zu einer Marke entwickelt habe, wie Reuther sagt, sei daher auch ein Projekt gegen Einsamkeit gewesen.

Langwasser kann kurzfristig entscheiden

Die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, die seit 2014 in Langwasser jedes Jahr eine kleinere, einwöchige Vesperkirche veranstaltet, bewahrt sich einen Rest Hoffnung. Über ein Ersatz-Begegnungsformat könne wegen des geringen Vorlaufs zum Glück im Januar relativ kurzfristig entschieden werden, sagt Pfarrerin Griet Petersen.

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