Kostenlose FFP2-Masken ab Dienstag: So läuft die Ausgabe ab

15.12.2020, 07:48 Uhr
Ab Dienstag werden zunächst drei Schutzmasken pro Person ausgegeben.

© Christian Beutler, NN Ab Dienstag werden zunächst drei Schutzmasken pro Person ausgegeben.

Die Bundesregierung will mehr als 27 Millionen Bürgerinnen und Bürger kostenlos mit FFP2-Masken ausstatten. Diese Maßnahme soll als Schutz gegen schwere oder gar tödliche Verläufe einer Covid-19-Infektion greifen. Ab Dienstag, den 15. Dezember, ist es soweit.

Margit Schlenk, Sprecherin der Nürnberger Apotheken, sagt gegenüber den Nürnberger Nachrichten, dass ab Dienstag alle deutschen Apotheken in Nürnberg (ausländische Versandapotheken ausgenommen) jeweils zunächst drei kostenlose FFP2-Masken an Berechtigte herausgeben werden. Berechtigt sind Menschen über 60 Jahren, Risikoschwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen. Eine Liste der als berechtigt eingestuften Personen des Gemeinsamen Bundesausschusses finden Sie hier.

Maske kann für Angehörige abgeholt werden

"Die berechtigten Menschen können die Masken mit ihrem Personalausweis abholen. Angehörige können einer Person der Risikogruppe die Masken auch mitbringen, wenn sie deren Ausweis dabei haben," erklärt Margit Schlenk. Auch die Krankenkassenkarte reicht aus.

Ein Attest über eine Vorerkrankung muss in der Apotheke nicht vorgelegt werden. Apotheker können allerdings die Unterschrift auf einem Formular verlangen, mit der man sich dazu bekennt, wirklich nur in dieser Apotheke diese drei Masken abgeholt zu haben. Dieses Formular sollen die Apotheker laut Schlenk entweder selbst formulieren oder ein vorgefertigtes Exemplar verwenden. Diese Formulare seien rechtlich binden, aber "ein Können und kein Muss."

Wer sich derzeit einer Risikogruppe zugehörig fühlt, dies aber nicht beweisen kann, kann die FFP2-Masken auch erstmal kaufen. Die Krankenkassen schicken Risikopersonen am 6. Januar Coupons zu, mit denen diese sich das Geld für die Masken dann zurückholen können, sollten sie wirklich Teil der Risikogruppe sein.

Ansturm auf Apotheken ist möglich

Apotheker Reinhard Wörlein hat eine kleine Apotheke in Nürnberg. Seit Donnerstag gingen dort rund 300 Anrufe zum Thema kostenlose FFP2-Masken ein. Fast jeder dritte Kunde im Laden würde danach fragen. Morgen um acht Uhr öffnet das Geschäft, ein Menschen-Andrang sei möglich.

"Der Grundgedanke ist gut. Auch der Preis von sechs Euro pro Maske ist fair bemessen, so können wir Apotheken diese auch beschaffen", sagt der Apotheker. Allerdings sei die Kontrolle schwierig. Die Gefahr bestehe, dass manche Menschen von Apotheke zu Apotheke laufen und sich so viele kostenlose FFP2-Masken wie möglich greifen wollen. "Wir hätten uns im Vorfeld gewünscht, dass man uns Apotheker mehr in den Prozess einbezogen hätte."

Zur Stammapotheke

Jeder Patienten sei dazu aufgerufen, zu seiner Stammapotheke zu gehen, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Dem schließt sich Wörlein an. Es sei für Apotheker leichter zu erkennen, welche Stammkunden Vorerkrankungen oder pflegebedürftige Angehörige haben - einfach, weil man sich kenne.


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Margit Schlenk ist sich über die Problematik der Vertrauensbasis bewusst und appelliert daher an die Ehrlichkeit der Menschen: "Jeder der sich ohne Grund die FFP2-Masken beschafft, muss mit seinem Gewissen vereinbaren, dass vielleicht eine alte Frau nun keine mehr bekommt und an Weihnachten ohne da sitzt."

Nachschub ab Januar

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der über Mund und Nase ein - oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz. "Ab Januar sollen berechtigte Patienten in einer zweiten Phase mit weiteren Masken versorgt werden. Dafür werden sie von ihrer Krankenversicherung fälschungssichere Berechtigungsscheine für zweimal je sechs FFP2-Masken erhalten," so steht es auf der Homepage des bayerischen Apothekerverbandes.

"Als Eigenanteil wird für jeweils sechs Masken eine Zuzahlung von jeweils zwei Euro vorgesehen. Insgesamt hat jeder Betroffene Anspruch auf 15 FFP2-Masken, also rechnerisch eine pro Woche bis zum Beginn des Frühjahrs."

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