Mit 220 Betten: Nürnberg bekommt neues Kinderkrankenhaus

Julia Vogl

Lokalredaktion Nürnberg

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23.9.2020, 08:18 Uhr
Das Südklinikum bekommt ein neues Kinderkrankenhaus.

© Roland Fengler, NN Das Südklinikum bekommt ein neues Kinderkrankenhaus.

Gleich vier Kliniken sollen in Langwasser unter einem Dach vereint werden, so Prof. Achim Jockwig, der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Nürnberg. Auf fünf Ebenen mit einer Nutzfläche von insgesamt 14.000 Quadratmetern werden die Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche, die Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie sowie die Abteilung für Psychosomatik der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter untergebracht. Unter demselben Dach wird auch die Kinder-Notfallambulanz einziehen.

Tür an Tür zieht die Klinik für Frauenheilkunde mit ihrem Schwerpunkt Geburtshilfe ein. So entstehen etwa acht neue Kreißsäle. Sollten Komplikationen in der Schwangerschaft, während oder nach der Geburt auftreten, profitieren Familien von der medizinischen Versorgung der Kleinsten in unmittelbarer räumlicher Nähe.

"Schaukel" zieht um

Baubeginn für das Projekt auf dem Grundstück an der Rosenberger Straße, auf dem derzeit die Kindertagesstätte Schaukel steht, soll 2022 sein. Die Schaukel soll an einem anderen Standort auf dem Klinikumsgelände untergebracht werden. "Wir rechnen mit einer Bauzeit von dreieinhalb Jahren", so Prof. Jockwig.

Ende 2025 soll der Umzug erfolgen, Anfang 2026 wird das neue Kinderkrankenhaus mit 220 Betten voraussichtlich eingeweiht. Die Räume, die die vier Kliniken derzeit im Altbestand des Klinikums belegen, sollen dann für andere Abteilungen weitergenutzt werden.


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Der Freistaat fördert das Vorhaben mit 104,5 Millionen Euro – nur: Wenn der Neubau tatsächlich so kindgerecht wie möglich ausfallen soll, sind noch weitere Fördergelder nötig. Ideen für eine kindgerechte Gestaltung gibt es jede Menge – das Jugendamt der Stadt hat auf Anregung des Klinikums eine Beteiligungsaktion angestoßen. "Kinder sind ganz große Experten in ihrem eigenen Lebensumfeld", so Jugendamtsleiterin Kerstin Schröder. Und: "Sie wollen sich beteiligen und tun dies auch mit großer Begeisterung." Trotz Corona hat das Amt die Aktion deshalb gern in Angriff genommen, hat in Kitas, Schulen und Einrichtungen dafür geworben, dass Kinder ihre Ideen einbringen, und Interviewbögen ausgegeben. Mit großem Erfolg: Mehr als 900 Nennungen sind eingegangen – darunter 265 ausgefüllte Interviewbögen, 122 Bilder, zwei Videos und zwei Kunstprojekte.

Das Jugendamt hat alle Anregungen in Tabellen überführt und ausgewertet. "Die Streichelhühner oder den Streichelzoo wird es nicht geben", sagt Schröder über den ein oder anderen Wunsch, der sich vielleicht doch nicht realisieren lässt. Viele andere Ideen aber werden jetzt in die Planungen eingespeist.

Eltern sollen bleiben dürfen

Ganz konkret wünschen sich die befragten Kinder etwa altersgerechte Spielbereiche oder Ruhezonen mit Kuscheltieren. Sie wünschen sich zum Beispiel die Möglichkeit, im
Freien zu spielen oder sich draußen aufzuhalten. "Viele Vorschläge drehten sich auch um Freunde und die Familie", sagt Schröder – sie sollen sich schließlich auch wohlfühlen, wenn sie zu Besuch kommen. Am besten gleich über Nacht. Ganz oben auf dem Wunschzettel der Kinder stehen schließlich Übernachtungsmöglichkeiten für die Eltern.


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"Nur wer sich wohlfühlt, wird auch schnell wieder gesund", sagt Karin Baumüller-Söder. Bayerns First Lady hat die Schirmherrschaft für das Neubauvorhaben übernommen und wirbt nun um weitere Unterstützung für das Kinderkrankenhaus. "Ganz viele tolle Ideen fließen hier ein", lobt Söder-Baumüller die Vorschläge der Kinder, "sie werden das Krankenhaus zu etwas ganz Besonderem machen."

Die Familie Baumüller ist dem Klinikum schon seit vielen Jahren sehr verbunden. Vor zehn Jahren etwa startete Baumüller-Söder in ihrem Unternehmen die Weihnachtsaktion "Spenden statt schenken", die dem Klinikum zugutekommt.

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