Erste Fälle in Hessen
Von Menschen verursacht: Fränkisches Landratsamt warnt vor Afrikanischer Schweinepest
19.07.2024, 10:58 Uhr
Dr. Ralf Zechmeister, Leiter des Veterinäramtes am Landratsamt Ansbach warnt davor, dass sich die Afrikanische Schweinepest bald in Franken verbreiten könnte. Denn im 130 Kilometer entfernten Landkreis Groß Gerau in Hessen sei diese bei Haus- und Wildschweinen ausgebrochen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Ansbach.
Von Menschen verursacht
Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Menschen diese verursacht, nämlich durch ihren Umgang mit Speiseabfällen. Zum Beispiel durch "ein in freier Natur entsorgtes Wurstbrot, welches das Virus enthielt und von Wildschweinen gefressen wurde". In ungekochtem Fleisch oder in rohem Schinken von infizierten Schweinen hält sich das Virus sehr lange.
Für Menschen aber ungefährlich
Für Schweine ist die Viruserkrankung qualvoll und endet tödlich, heißt es in der Pressemitteilung. Für Menschen sei die Afrikanische Schweinepest aber ungefährlich. Eine solche Krankheit kann aber landwirtschaftliche Betriebe ruinieren.
Im Landkreis Ansbach waren am 1. Januar 2024 insgesamt 185.000 Schweine registriert. "Schweinezucht und -mast ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ein Eintrag des Virus in die wertvollen Tierbestände muss unbedingt vermieden werden", appelliert Veterinäramtsleiter Dr. Zechmeister.
Appell an Bürger und Bürgerinnen
Das Landratsamt Ansbach bittet deshalb Bürger und Bürgerinnen, Essensreste und Speiseabfälle ordnungsgemäß so zu entsorgen, dass Wildschweine keinen Zugang dazu haben: in der Restmülltonne.
Landwirte und Hobbyhalter sollen die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen umsetzen und Schweine sollten nicht von Unbefugten gefüttert werden. Landwirte, die auch Jäger sind, sollen außerdem vermeiden, mit Jagdkleidung Ställe zu betreten.
Dr. Zechmeister weist in der Pressemitteilung darauf hin, dass bei den Maßnahmen der Tierschutz trotzdem eingehalten werden muss: "Hygiene bedeutet dabei aber nicht, auf Stroh und Beschäftigungsmaterial für die Tiere zu verzichten, Tierschutz und Biosicherheitsmaßnahmen kann man sehr gut gemeinsam umzusetzen".
Es könnten nun vermehrt Kontrollen stattfinden. Laut Pressemitteilung seien bereits Schwachpunkte festgestellt worden: "Kürzlich wurde in einem Einzelfall sogar die schon seit Jahren verbotene Praxis der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen an Hausschweine festgestellt".