Donnerstag, 24.10.2019

|

zum Thema

Fränkische Schweiz: Schon wieder illegal Obstbäume gefällt

Vogelschützer sprechen von 100 Bäumen und wollen Anzeige erstatten - 26.07.2019 18:17 Uhr

Stark beschnitte Kirschbäume auf dem Walberla im Mai. Nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen!" haben Landwirte vielerorts in der Fränkischen Schweiz zur Säge gegriffen. © Heinrich Kattenbeck


 "Die Bäume sind also erst vor kurzem gefällt worden", schließt Schmitt daraus. Der LBV will jetzt Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Bamberg erstatten. Der Vorwurf: Während der Vogelbrutzeit bis Ende September ist das Fällen verboten, so Schmitt.

Den Grund für den Kahlschnitt kann sich der Vogelschützer nur mit dem vom bayerischen Landtag jüngst angenommen Volksbegehren "Rettet die Bienen!" erklären. Schmitt: "Die Bauern haben wohl Angst, dass sie durch das Artenschutzgesetz beschnitten werden." Doch dem sei nicht so, sagt nicht nur Schmitt.

Bilderstrecke zum Thema

Gewinner und Verlierer unter den Insekten

Nach sommerlichen Autofahrten war die Windschutzscheibe früher ein Friedhof gepflastert mit toten Insekten. Heute ist sie oft blitzblank, es gibt bis zu 70 Prozent weniger Insekten. Wir stellen die Gewinner und Verlierer unter ihnen vor.


Bilderstrecke zum Thema

"Rettet die Bienen!": Darum ging es beim Volksbegehren

Hummeln, Feldhasen, Schmetterlinge: Per Volksbegehren sollte Bayern zum Schutz der Artenvielfalt verplichtet werden. Worum es genau ging, wer dahinter steckte und wie es um den hiesigen Artenschutz steht.


Der CSU-Stimmkreisabgeordnete Michael Hofmann verband nach der Abstimmung über das Artenschutzgesetz jedenfalls die Hoffnung, dass es nicht zu weiteren Fällaktionen kommt. Er betonte gegenüber unserer Zeitung: "Streuobstwiesen unter Biotopschutz fördert der Freistaat. Obstbauern dürfen Bäume entnehmen und auch neue pflanzen."

Angst vor dem Biotop

Im Frühjahr reagierten Landwirte in der Fränkischen Schweiz bereits mit dem Fällen von Obstbäumen. Daraufhin hatte der LBV schon damals Strafanzeige gestellt. Das Verfahren sei noch offen. Landwirte befürchteten, dass sie beim Bewirtschaften ihrer Streuobstwiesen, würden diese unter Biotopschutz fallen, keine freie Hand mehr haben.

Bilderstrecke zum Thema

Atemberaubende Schönheiten: Die Fränkische Schweiz von oben

Aus bis zu 2.500 Metern Höhe blickte Tom Schneider, Fotograf aus Ebermannstadt, bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon auf Dörfer, Natur und wunderschöne Ecken der Fränkischen Schweiz und des Landkreises Forchheim.


29

29 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: nordbayern.de