Donnerstag, 21.11.2019

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Fürths Hohe Mitte kostet 200.000 Euro mehr

Bücherei-Projekt wird deutlich teurer, als man im Rathaus annahm - 28.11.2015 16:00 Uhr

Nicht nur optisch, sondern auch aus finanzieller Sicht strebt die Hohe Mitte nach oben. © Mark Johnston


Bisher war man von 525 000 Euro ausgegangen, die erforderlich sind, um in den beiden Obergeschossen des Eckturms in der Neuen Mitte eine Zweigstelle der städtischen Volksbücherei mit Veranstaltungsraum und Café-Betrieb unterzubringen. Enthalten waren in dieser Kalkulation unter anderem die Inneneinrichtung und ein moderner Ausleihautomat.

Nicht veranschlagt war jedoch eine teure Lüftungs- und Klimaanlage für den rund 100 Personen fassenden Veranstaltungsraum, Lichtkonzept und Medienausstattung kommen ebenfalls hinzu. Im Stadtrat provozierte der Nachschlag jüngst manches Stirnrunzeln und die Frage, ob das nicht von Anfang an absehbar gewesen sei.

„Bekommen wir jetzt alle zwei Monate eine neue Rechnung vorgelegt“, fragte Kamran Salimi (Grüne) provokativ. Und CSU-Fraktionschef Dietmar Helm sah sich in der Einschätzung seiner Partei bestätigt: Das Vorhaben – das mit weiteren 200 000 Euro pro Jahr für Miete und Personal zu Buche schlagen wird – sei „zwar gut, aber zu teuer“. Die CSU hatte die „Hohe Mitte“ deshalb bereits im Juni als „Luxus“ bezeichnet und abgelehnt. Hinter das Projekt stellte sich dagegen erneut die Linke, die begrüßt, dass die beiden Geschosse auf diese Weise für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Oberbürgermeister Thomas Jung zeigte sich über die neuerliche Kritik an der „Hohen Mitte“ vergrätzt, in der er einen großen Gewinn sieht. Das belege auch die Tatsache, dass eine Stiftung der Stadt unlängst eine Spende von 250 000 Euro dafür zugesagt hat. Die Bücherei sorge für „Kultur und Bildung am höchsten Platz der Innenstadt“, so Jung. Er finde es deshalb „schade, dass dies immer wieder herabgewürdigt wird“.

Wolfgang Händel

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