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In Nürnberg fehlen noch immer 118 Kindergarten-Plätze

Familien haben ihren Rechtsanspruch bei der Stadt geltend gemacht - 17.09.2019 05:18 Uhr

Hier eine Protestaktion in München, doch auch in Nürnberg fehlen Kindergartenplätze – aktuell 118 an der Zahl. © Andreas Gebert/dpa


Das Jugendamt der Stadt hat mittlerweile Hilferufe an die Einrichtungen freier Träger geschickt – verbunden mit der Frage, ob sie in ihren Kindergärten nicht noch ein oder zwei Kinder zusätzlich unterbringen könnten. Entspannung bahnt sich dagegen im Nürnberger Süden an. Auch eine neue Waldpädagogik-Gruppe wird wohl unter städtischer Regie eröffnet werden.

Mit derart steigenden Geburtenzahlen hat die Stadt nicht gerechnet. Und so steuert sie aktuell auf eine Verschlechterung bei der Versorgung mit Betreuungsplätzen zu; während Angebot und Nachfrage bei den Krippenplätzen laut Jugendamt einigermaßen ausgewogen sind, gibt es insbesondere bei den Kindergartenplätzen "Engpässe in fast allen Planungsregionen". Das stellt das Jugendamt in der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss des Stadtrats fest, der am kommenden Mittwoch tagt. 118 Familien sind noch unversorgt. So viele haben sich ans Jugendamt gewandt und pochen auf ihr Recht auf einen Kindergartenplatz. "Wir sind dran", sagt Georg Reif, Vizechef der Behörde auf Anfrage. Die Stadt versuche alles, um die fehlenden Plätze zu schaffen.

Ein Container soll helfen

Vor allem im Nürnberger Süden herrscht Not. In der Gersweilerstraße (Falkenheim) soll das ehemalige Pfarrhaus der Gemeinde Corpus Christi umgebaut werden, damit dort eine Kindergartengruppe untergebracht werden kann. Der Betriebsträger Gemeinnützige Gesellschaft für evangelische Kindergärten im Nürnberger Süden sei bereit, die Trägerschaft zu übernehmen und den Umbau vorzunehmen, so das Jugendamt. Die Stadt trägt die Kosten. Die ersten Kinder können voraussichtlich im Frühjahr 2020 den Kindergarten besuchen.

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Mitarbeiter an das Unternehmen binden, ihnen die Familienarbeit zuhause zu erleichtern: Das ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein zentrales Interesse von Arbeitgebern - und oft ein Pluspunkt bei Bewerbern. Viele tun es, nicht nur Siemens, Semikron, Conti, N-Ergie. Manche Betriebe legen sich besonders ins Zeug und gründen Kitas, oft mit Partnern vom Fach als Träger. Adidas wird in Kürze die bereits zweite firmeneigene Kita in Herzogenaurach eröffnen.


Auch in den Ortsteilen Worzeldorf, Herpersdorf, Gaulnhofen, Weiherhaus und Pillenreuth herrscht ein Kindergartenplatz-Mangel. Um dem zu begegnen, ist laut Jugendamtsvize Georg Reif geplant, auf dem Außengelände des Kindergartens in der Friedberger Straße (Gaulnhofen) einen Container für circa 20 Kindergartenplätze aufzustellen. Der Container wird voraussichtlich ebenfalls im Frühjahr 2020 in Betrieb genommen werden können.

Neue Waldpädagogik-Gruppe

Außerdem wurden in der Kindertageseinrichtung in der Worzeldorfer Hauptstraße zum September 2019 (befristet bis 2023) fünf zusätzliche Kindergartenplätze eingerichtet. Insgesamt werden dann im Süden rund 50 weitere Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, heißt es in der Vorlage für die Stadträte.

Die Stadt will außerdem eine neue Waldpädagogik-Gruppe aufbauen – entweder für 25 Kinder oder sogar für 40 bis 50 Kinder an einem neuen Standort am Valznerweiher in Zerzabelshof. Und in der Georgstraße in St. Leonhard sollen weitere 25 Kindergartenplätze für Vorschulkinder geschaffen werden, teilt Reif mit.

Probleme auch auf dem Land

Parallel dazu hat das Jugendamt die Kindergärten angeschrieben, die von freien Trägern geführt werden, ob diese nicht zusätzlich ein oder zwei Kinder in ihren Einrichtungen aufnehmen könnten. 35 Plätze habe man dadurch bislang zusätzlich gewinnen können, sagt Reif auf Anfrage.

Ob die Anstrengungen unterm Strich ausreichen? Die Situation werde auf jeden Fall besser, sagt Reif. Ob die Rechnung am Ende ganz aufgeht, wagt auch er nicht zu beurteilen.

Aus Sicht von Uwe Kriebel vom Gesamt-Eltern-Beirat Kindertagesstätten tut die Stadt, "was in ihren Möglichkeiten steht". Auf dem Land sei das Kindergartenplatz-Problem noch viel größer.

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