Neue Software in Nürnberg

Kampf gegen Covid: Sormas soll den Austausch von Pandemie-Daten schneller ermöglichen

Rurik Schnackig

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23.7.2021, 18:37 Uhr
Das IT-System Sormas hat sich in den vergangenen Jahren schon bei mehreren Epidemien in westafrikanischen Ländern bewährt. Erstmals wurde die Software, die vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung mitentwickelt wurde, vor sieben Jahren beim Kampf gegen Ebola eingesetzt. Dieses Archivbild zeigt den Einsatz von Sormas im Nigeria Centre for Disease Control in der Hauptstadt Abuja.

Das IT-System Sormas hat sich in den vergangenen Jahren schon bei mehreren Epidemien in westafrikanischen Ländern bewährt. Erstmals wurde die Software, die vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung mitentwickelt wurde, vor sieben Jahren beim Kampf gegen Ebola eingesetzt. Dieses Archivbild zeigt den Einsatz von Sormas im Nigeria Centre for Disease Control in der Hauptstadt Abuja. © Helmholtz-Institut

Die Herkunft des Namens kann man sich anschauen, aber dann hat man sie schon wieder vergessen: Sormas steht für „Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis Systen“ – also ein System, mit dem man die Epidemien dokumentieren und analysieren kann. Neu ist diese Software nicht, entwickelt wurde sie bereits 2014 als Hilfsmittel im Kampf gegen einen Ebola-Ausbruch in Westafrika.

Damals ging es darum, alle wichtigen Daten – wie Fallzahlen, Kontakte und Symptome – schnell verfügbar zu haben und bereit stellen zu können. Nun soll eine erweiterte und überarbeitete Version dieses Programms helfen, die Fallzahlen in der Pandemie niedrig zu halten.

Bürger bekommt davon kaum etwas mit

Ein Amtsarzt erklärt im Lagezentrum des Gesundheitsamt Mitte eine neue Software. Das Gesundheitsamt Mitte führt eine neue Software-Lösung (Kontaktpersonen-Management-System SORMAS -Surveillance and Outbreak Response Management System) für die professionelle Verwaltung von Infektionsfällen ein.

Ein Amtsarzt erklärt im Lagezentrum des Gesundheitsamt Mitte eine neue Software. Das Gesundheitsamt Mitte führt eine neue Software-Lösung (Kontaktpersonen-Management-System SORMAS -Surveillance and Outbreak Response Management System) für die professionelle Verwaltung von Infektionsfällen ein. © Britta Pedersen, dpa

Der Bürger wird die Neuerung kaum mitbekommen – wohl aber die Gesundheitsämter. Diese sollten eigentlich gemäß eines Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Januar 2021 die Software schon seit Februar installiert haben. Allerdings sei das System zu dieser Zeit noch gar nicht in der erforderlichen Form verfügbar gewesen, sagt Nürnbergs Gesundheitsreferentin Britta Walthelm.

Nicht alle Features funktionieren

Auch jetzt seien viele angekündigte Leistungen des Programms noch nicht abrufbar. Die Stadt stehe aber in der Startposition. 250 Menschen in Nürnberg mussten zuvor für den Umgang mit der Software geschult werden – darunter Polizei und THW. Der komplette Umstieg von der selbst entwickelten und bisher eingesetzten Software Covid-Pis – ein Produkt das mit der Technischen Ohm-Hochschule entwickelt worden ist – auf die nun bundesweit einheitliche Software Sormas ist in den nächsten Wochen geplant.

Am Anfang kann es ruckeln

"Das kann am Anfang etwas ruckeln“, sagt Walthelm und hofft, dass alles gut geht. Sormas soll dann die Zusammenarbeit des Gesundheitsamts mit Infizierten und Kontaktpersonen, Schulungen von Beschäftigten in der Kontaktnachverfolgung und den Austausch von Gesundheitsämtern untereinander erleichtern. Infizierte Personen können wie bisher ihre Kontakte über das elektronische Formular „Kontaktpersonen an das Gesundheitsamt melden“ auf der Internetseite der Stadt Nürnberg melden – www.nuernberg.de

Die Dokumentation ihres Krankheitsverlaufes soll sich vereinfachen, da sie sich keine Fallnummern merken müssen, sondern einfach auf einen Link klicken können. Das „Altsystem“ werde noch zwei Jahre „aufbewahrt“. Solange haben Betroffene einen Anspruch etwa auf eine Bestätigung ihrer Quarantäne oder ihrer Genesenenbescheinigung.

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