Dienstag, 19.11.2019

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Kunst belebt Fürths alte Kinderklinik

Ateliers in verwaisten Räumen — Der Leerstand wird kreativ genutzt - 02.08.2011 09:00 Uhr

v.l. Andreas Zeug, Peter Krappmann Edda Schneider, Lutz Krutein,Susa Schneider, Bryan Hillesheim, Peter Jahn, Richard Bartsch, Manfred Neupert, Corinna Smok , Kamran Salimi vor der ehemaligen Kinderklinik Fürth. © oh


Beim Kunstprojekt „CLINC“, das im April in dem leerstehenden Gebäude stattfand, wurde noch bezweifelt, ob aus den Plänen tatsächlich etwas wird, dort Künstler ständig unterzubringen. Doch es hat geklappt.

Andreas Zeug (Graffiti-Art), Edda und Susa Schneider (Fotografie & Objekt), Manfred Neupert (Grafik, Malerei und Objekt), Roland Schamberger (Fellwerker), Corinna Smok (Malerei & Zeichnung), Dobs Brugal alias Günther Schulte (High-Tech-Entertainment), Peter Jahn (Lichtgestaltung und Effektbeleuchtung), Richard Bartsch (Bildhauer) und Bryan Hillesheim (Computerdienste & Soundscaping) haben ihre Ateliers bzw. Büros im Erdgeschoss bezogen. Lutz Krutein, Künstler und Mitglied der CLINC-Projektgruppe, und Kamran Salimi, beim Klinikum u. a. für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, haben alles eingefädelt und erreicht, dass die Anmietung der Räume zunächst bis Juni 2013 gesichert ist. So lange keine neuen Nutzungspläne für das Grundstück mit dem zum Abriss bestimmten Gebäude vorliegen, besteht die Option einer Verlängerung.

 
In den nächsten Wochen soll die Struktur für den Einzug weiterer kreativ Tätiger geschaffen werden. Etwa ein Dutzend Anwärter stehen bereits auf der Warteliste. Sie werden nach und nach die im kommenden Jahr frei werdenden Räume beziehen können bis schließlich das gesamte untere Stockwerk mit ca. 1200 Quadratmetern ausschließlich Kunst beherbergt. Insgesamt sollen es an die 40 Einheiten werden. Offen ist noch, wie das Publikum Zugang zum Kunst- und Kreativzentrum bekommen soll.

Mit seinem Lounge-Charakter wirkt der Flur bereits ganz einladend. Susa Schneider fühlt sich mit der Gestaltung schon ganz wohl und freut sich besonders auf den Austausch mit anderen Künstlern. Auch Richard Bartsch ist froh über sein neues Atelier. Er hat den ehemaligen Operationssaal im Keller bezogen, „für meine Gipsarbeiten ist der geflieste Raum ideal“, meint er. Peter Jahn ist glücklich über sein „Licht-Labor“, wie er es nennt und wartet schon gespannt auf ganz neue Möglichkeiten der Kooperation mit anderen kreativen Kollegen.

Edda Schneiders neues Domizil ist noch etwas leer, doch das wird sich ändern, wenn sie im Herbst wieder mit Blaukraut und Papier wirkt. Schon ganz nach Arbeit sieht es bei Corinna Smok aus. Die Künstlerin hat bereits sämtliche Wände ihres kleinen Ateliers mit Zeichnungen behängt.

Aber die Künstler werden hier nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hin werkeln, sondern auch mit Ausstellungen das Publikum ansprechen. Für die Ateliertage am 22. Und 23. Oktober ist bereits die erste Öffnung geplant.

 

MARION REINHARDT

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