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Leerstände in Fürths Zentrum füllen sich überraschend schnell

Rund um den Einkaufsschwerpunkt siedeln sich neue Läden an - "La Pelle" zurück - 29.01.2016 06:00 Uhr

Die allerletzten Flaschen mit Essig, Öl oder Likör gehen bei „Vom Fass“ in diesen Tagen noch über die Ladentheke, dann ist Schluss: Geschäftsinhaberin Dagmar Svoboda geht in den Ruhestand. © Foto: Kuhn


Es war ein Abschied, der schwerfiel: Im Dezember 2012 zog das Schuh- und Modegeschäft "La Pelle" aus der Rudolf-Breitscheid-Straße weg und verließ die Kleeblattstadt. Grund für den Weggang, über den auch Geschäftsführerin Iwona Pfänder traurig war, wie sie den FN damals sagte, waren die Umbaumaßnahmen für die Neue Mitte. Von ihnen war auch das Haus betroffen, in dessen Erdgeschoss "La Pelle" saß. Eine alternative Fläche war damals nicht zu finden; so zogen sie und ihr Ehemann Jürgen nach 28 Jahren aus Fürth weg, um in Erlangen ihr Glück zu versuchen.

Eine Rückkehr schloss Iwona Pfänder damals schon nicht aus, zumal das Ehepaar in Fürth wohnt. Immer wieder haben die beiden deshalb das Gespräch mit der Innenstadtbeauftragten Karin Hackbarth-Herrmann gesucht — in der Hoffnung, eines Tages zurückkommen zu können. Eine Hoffnung, die sich nun erfüllt. Bereits im März muss die Stammkundschaft aus Fürth nicht mehr nach Erlangen pendeln. Dann zieht die Boutique in das seit heute geschlossene Schmuckgeschäft "My Inspiration" im südlichen Teil der Fußgängerzone zwischen Woolworth und Dreiherrenbrunnen.

Auch für einen weiteren attraktiven Innenstadt-Standort kann Hackbarth-Herrmann einen Erfolg vermelden: In den beiden Ladenflächen in der Rudolf-Breitscheid-Straße, wo einst Hussel und Zigarren-Ebert ihren Sitz hatten, lässt sich demnächst die Modekette Cecil nieder. Die deutsche Damenmodekette, die ihren Stil als "casual-sportiv" beschreibt, hat ihren Sitz in Kirchhorst bei Hannover und betreibt europaweit rund 4000 Filialen. Wann genau sie in Fürth eröffnet, steht allerdings noch nicht fest. Die Genehmigung für die Zusammenlegung beider Ladenflächen ist zwar schon erteilt, doch der Umbau dürfte einige Monate in Anspruch nehmen.

Die Leerstände, die Hackbarth-Herrmann aktuell zu füllen versucht, kommen für größere Ketten kaum in Frage, sie sind dafür zu klein. Das gilt auch für die "Lizenz- und Geschenkewelt" in der Moststraße, die nur noch ein paar Tage geöffnet hat. Grund: Das Ehepaar, das den Laden führte, setzt sich zur Ruhe. Ehe dort jedoch neues Leben einzieht, steht ein größerer Umbau an.

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Er wird nötig, weil der Eingang in das Geschäft nicht mehr zeitgemäß ist. Eine vorgelagerte Vitrine schirmt den Laden zur Straße hin ab, außerdem wollen einige Stufen überwunden werden. "Heute muss ein Geschäft einen barrierefreien Zugang haben", erklärt Hackbarth-Herrmann. Sie steht deswegen in Kontakt mit dem Hausbesitzer; Mitte Februar soll es ein Gespräch über mögliche Baumaßnahmen geben.

Oft gekämpft

Etwas schneller wird es wohl in der Schwabacher Straße gehen. Ein kleiner inhabergeführter Laden — mehr möchte Hackbarth-Herrmann dazu momentan noch nicht sagen — soll dort einziehen, wo "Vom Fass" zurzeit noch die letzten Dekoartikel verkauft. Wie man den Plakaten im Schaufenster entnehmen kann, geht auch Dagmar Svoboda in Rente. Beinahe 18 Jahre lang führte sie das kleine Geschäft, das Essig, Öle und Spirituosen verkaufte. Das war nicht immer einfach. Oftmals, so erzählt die Geschäftsfrau, habe sie um den Laden gekämpft, Quelle- und Fiedler-Pleite überstanden, ebenso den Umbau der Fußgängerzone und das Ringen um den Problemfall City-Center.

Dort schließen etliche noch verbliebene Läden. Die Einzelhandelsbeauftragte geht davon aus, dass viele der Mietverträge, die nur noch kurze Laufzeiten haben, in diesen Tagen auslaufen. Nachdem das letzte Zugpferd C & A schon vor einem knappen Jahr ausgezogen ist und seitdem auch der geräumige ebenerdige Eingang in das Center nicht mehr zugänglich ist, streichen zurzeit mehrere Geschäfte die Segel. Demnächst ziehen das Käferlein- und das Wöhrl-Outlet aus. Weitere Schnäppchenmärkte werden folgen.

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Gwendolyn Kuhn

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