Preissprung

Müllgebühren: Fürther Stadtrat beschließt happige Erhöhung

Wolfgang Händel
Wolfgang Händel

Leiter Lokalredaktion Fürth

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27.10.2021, 19:32 Uhr
Die Müllabfuhr arbeitet seit Jahren stark defizitär. Deshalb wird nun an der Gebührenschraube gedreht.

Die Müllabfuhr arbeitet seit Jahren stark defizitär. Deshalb wird nun an der Gebührenschraube gedreht. © Andre De Geare

Gegen sieben Stimmen wurde am Mittwochnachmittag der Weg dafür freigemacht, dass die neuen Sätze ab dem 1. Januar 2022 in Kraft treten können und zunächst bis Ende 2024 gelten. Allerdings wurde im Beschluss kurzfristig ergänzt, dass sich die Kommune künftig verstärkt um Abfallvermeidung kümmert - etwa durch die Einführung von Pfandbechern bei To-go-Getränken. Auch die einschlägige Beratung der Bürger soll dazu beitragen, das Müllaufkommen und die damit verbundenen finanziellen Belastungen zu verringern.

Darauf drängten die Grünen in einem am Vortag eingebrachten Antrag, nachdem bereits der örtliche Bund Naturschutz und der Fürther Verein "Müll und Umwelt" dringenden Handlungsbedarf angemahnt hatten. Das Müllaufkommen pro Kopf sei deutlich zu hoch, so die beiden Organisationen, Einsparmöglichkeiten schöpfe die Stadt bisher zu wenig aus.

Die Grünen regten an, Mehrkosten durch Verpackungsabfall in öffentlichen Abfalleimern nach dem Verursacherprinzip "mittels einer Steuer- oder Umlagefinanzierung" zu decken. Aus dem Lager der Freien Wähler kam in der Ratssitzung zudem die Forderung, die Mülltrennung in den Privathaushalten besser zu kontrollieren und Verstöße dagegen zu ahnden.

Der städtische Umweltreferent Mathias Kreitinger billigte zu, dass auch sein Ressort Handlungsbedarf sieht. Es gehe um die Frage: "Wie stellen wir die Abfallwirtschaft für die Zukunft auf?" Unabhängig davon aber sei der jetzige Preissprung nicht zu umgehen, eigentlich wäre er erheblich früher nötig gewesen, erläuterte Kreitinger. Denn schon seit geraumer Zeit arbeitet die städtische Müllabfuhr stark defizitär, das jährliche Minus betrug in den Jahren 2017 bis 2019 jeweils knapp eine Million Euro.

Dass die Gebühren dennoch nicht erhöht wurden, ist der gesetzlichen Vorschrift zu danken, dass die kommunale Abfallwirtschaft zunächst ihre Rücklagen abschmelzen muss, um das Defizit aufzufangen. Die beliefen sich in Fürth auf mehrere Millionen Euro, die sich zuvor im Lauf der Zeit angehäuft hatten; nun aber sind sie so gut wie aufgebraucht.

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