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Nürnbergs nächster Hockey-Olympiasieger?

Irgendwann will Justus Weigand der Nachfolger von Max Müller und Christopher Wesley werden, für den Moment darf er sich schon mal U 21-Europameister nennen. - 23.07.2019 17:29 Uhr

„Es ist schwer zu planen, mal schauen, wie es in Mannheim läuft“, sagt Justus Weigand, der natürlich mehr will als EM-Gold mit dem Nachwuchs. © Foto: Jürgen Rauh/Zink


Die Heimreise aus Valencia hat Justus Weigand nicht wirklich genießen können, aber das war abzusehen. Am Sonntag wurde er mit der deutschen U 21 Hockey-Europameister, erfahrungsgemäß ist der Tag nach so einem Erfolg toll für den Kopf – und schwierig für den Körper. "Der Montag war schon anstrengend", sagt Weigand am Dienstag, als er bereit ist, von seinem Ausflug nach Spanien zu berichten, "aber das hat man sich ja auch mal verdient."

Widersprechen will man da nicht. Nach dem Abschluss der Feldsaison mit dem Nürnberger HTC ist Weigand mit der Nachwuchs-Nationalmannschaft von Lehrgang zu Lehrgang und von Testspiel zu Testspiel gereist, am Donnerstag wird er viele Umzugskisten schleppen, da muss zwischendrin ein feucht-fröhlicher Abend in Valencia drin sein.

Tagsüber besiegte die U 21 England im Finale mit 5:3, abends ging es mit Familie und Betreuern in ein Restaurant, anschließend feierte die Mannschaft in einem Club am Meer. Nicht die schlechteste Variante, einen anstrengenden Sommer abzuschließen. Um halb fünf am Morgen fiel Weigand erschöpft ins Bett.

Ein deutlicher Sieg gegen Frankreich (9:1), eine "unglückliche Niederlage" gegen die Niederlande (1:2), ein dominanter Auftritt gegen Österreich (9:2) und schließlich ein klarer Erfolg gegen Spanien im Halbfinale (3:0) und zum Abschluss der Erfolg gegen England. So liest sich der Fahrplan bei der EM. Fünf Treffer hat Weigand beigesteuert, es klingt ein bisschen so, als wäre das Team nahezu konkurrenzlos gewesen.

Auf gepackten Kisten

"Wir haben verdient gewonnen", sagt Nürnbergs Vertreter. Bereits in der Vorbereitung hätten sie gespürt, ein gutes Team zusammenzuhaben, erzählt Weigand, beim Turnier bestätigte sich das. Gold war das Ziel – und Gold wurde es am Ende auch.

Natürlich bekam er auch aus Nürnberg von seinen Mitspielern einige Glückwünsche aufs Handy – von seinen ehemaligen Mitspielern muss man inzwischen sagen. Am Donnerstag wird der 19-Jährige seine Umzugskisten nach Mannheim bringen, in der kommenden Saison trägt er das Trikot des dortigen Hockey-Clubs. Und erhöht damit im besten Fall seine Chancen, irgendwann einmal auch für die Herren-Auswahl nominiert zu werden.

Nächstes Jahr stehen die Olympischen Spiele in Tokio an, wahrscheinlich kommen die aber zu früh für Weigand, der ja sogar noch zwei Jahre für die U 21 auflaufen könnte. Als "sehr unrealistisch" bezeichnet er selbst die Aussicht, mit nach Japan reisen zu dürfen, aber irgendwann ist das natürlich das Ziel: Olympia. "Ja, klar. Jetzt definitiv", sagt Weigand, der mehr will als EM-Gold bei den unter 21 Jahre alten Hockeyspielern.

2008 und 2012 hat er vor dem Fernseher mitgefiebert, als Max Müller zweimal und Christopher Wesley einmal olympisches Gold holten. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, das weiß das große Talent aber natürlich auch. "Es ist schwer zu planen", sagt er, "mal schauen, wie es in Mannheim läuft."

Sollte es nicht laufen, werden sie ihn in Nürnberg, der bei der HGN groß geworden ist und zuletzt beim NHTC in der Bundesliga den nächsten Schritt gemacht hat, sicher mit offenen Armen empfangen. Dass man auch hier Olympiasieger werden kann, haben Müller und Wesley ja bereits bewiesen.  

SEBASTIAN GLOSER

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