"Letzte Generation" in München

Autofahrer zerrten ihn von der Fahrbahn: Straßenblockierer will weitermachen

sde

25.5.2022, 09:18 Uhr
Polizisten stellen einen Sichtschutz rund um Aktivisten der Gruppierung "Letzte Generation" auf. Die Aktivisten haben sich zuvor mit den Händen auf eine Ausfahrt vom Mittleren Ring geklebt. 

© Matthias Balk, dpa Polizisten stellen einen Sichtschutz rund um Aktivisten der Gruppierung "Letzte Generation" auf. Die Aktivisten haben sich zuvor mit den Händen auf eine Ausfahrt vom Mittleren Ring geklebt. 

"Friedlicher Widerstand" ist die letzte Chance der Zivilisation im Kampf gegen den Klimawandel, da ist sich Benjamin Rückert sicher. Der 21-Jährige protestierte am vergangenen Montag in München im Rahmen einer Straßenblockade. "Friedlich" lief diese umstrittene Form des Widerstands allerdings nicht ab: Nach kurzer Zeit stiegen mehrere Autofahrer ab und beschimpften die Aktivisten der "Letzten Generation". Ein Mercedes-Fahrer drohte: "Entweder ihr geht jetzt runter oder ich fahre ihm über die Knochen." Die Deutsche Presseagentur berichtete, dass die Autofahrer "handgreiflich" wurden – wohl auch gegenüber Rückert: Ein älterer Fahrer hatte ihn – wie es der Focus berichtet – mit einem Schlagstock bedroht und von der Straße gezerrt.

Dass er mit solchen Aktion im Rahmen der "Letzten Generation"-Proteste andere Bürger frustriert und ärgert, weiß Rückert. Dass er sich mit derartigen Maßnahmen auch einem Risiko aussetzt, weiß er auch. Er hat laut eigenen Angaben gar Angst vor den Gefahren, die mit einer Straßenblockade einhergehen. Und doch sieht es der 21-Jährige als seine Pflicht an, durch zivilen Ungehorsam auf Klimaschutz aufmerksam zu machen. Seine Aufforderung an die Politik: Sie soll die EU-Klimaziele einhalten, den Ausbau fossiler Energien stoppen und sich "für den Erhalt der menschlichen Lebensgrundlagen" einsetzen.

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