Biontech-Gründer optimistisch: Gibt es bald einen Impfstoff gegen Krebs?

14.6.2021, 17:36 Uhr
Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (links) und Uğur Şahin forschen an einem Impfstoff gegen Krebserkrankungen. 

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (links) und Uğur Şahin forschen an einem Impfstoff gegen Krebserkrankungen.  © Biontech, dpa

Die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin gehören zu den Helden der Corona-Pandemie, für ihre Leistungen haben sie sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten. Nun wollen sie sich wieder dem Kampf gegen eine andere gefährliche Krankheit widmen: Dem Krebs.

Impfstoff gegen Krebs: "Das Immunsystem ist der Schlüssel"

Denn vor der Entwicklung des Corona-Impfstoffs forschten sie bereits mit ihrem Team an Krebstherapien. Sie sind sich sicher, dass es möglich ist, individuelle Impfstoffe gegen Krebserkrankungen zu entwickeln. Das erklärten sie in einem Interview mit Bild.

"Als wir vor vielen Jahren erkannten, dass Verbesserungsbedarf im Bereich Krebsmedizin besteht, haben wir uns gedacht: Das Immunsystem ist der Schlüssel. Und dass wir Immuntherapien entwickeln wollen", so Türeci.

Und weiter: "Heißt: Mechanismen, die das Immunsystem über Millionen Jahre Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert hat, wollen wir gezielt zur Behandlung von Krebs einsetzen."

Biontech: Einnahmen mit Corona-Impfstoff sollen Forschung beschleunigen

Um die Forschung voranzutreiben wollen sie die Einnahmen aus der Produktion der Corona-Impfstoffe nutzen. "Wir sind mit mehreren eigenen Projekten schon in Phase-II. Das heißt: Da schauen wir uns an, ob unsere Impfstoffe im Vergleich zum Behandlungsstandard eine Verbesserung für die Patienten bieten können", erklärt Şahin. Bereits 2023 könnten erste Zulassungen beantragt werden - vorausgesetzt, die Datensätze sind zufriedenstellend.

Helfen soll dabei - wie gegen Covid-19 - die mRNA-Technologie: Auch wenn sie "keine Wunderwaffe" sei, könne man sie doch vielseitig verwenden, auch als Therapie gegen andere Krankheiten, so Türeci.