STIKO-Empfehlungen

Biontech und Astrazeneca: Wie viel Abstand zur zweiten Impfung?

22.6.2021, 09:05 Uhr
Für den Impfstoff Comirnaty von Biontech empfiehlt die STIKO einen Abstand von sechs Wochen.

Für den Impfstoff Comirnaty von Biontech empfiehlt die STIKO einen Abstand von sechs Wochen. © Robert Michael, dpa

Welche Abstände werden empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt im 19. Epidemiologischen Bulletin folgende Abstände zwischen den Impfungen:

- sechs Wochen für mRNA-Impfstoffe wie Biontech und Moderna
- zwölf Wochen für den Vektor-basierten Impfstoff von Astrazeneca

Bei Kreuzimpfungen, also wenn die erste Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca erfolgte und dann ein mRNA-Impfstoff geimpft werden soll, empfiehlt die STIKO ebenfalls einen Abstand von zwölf Wochen. Außerdem gilt: Auch, wenn ein empfohlener Abstand überschritten worden sein sollte, kann die Corona-Impfserie laut STIKO fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Eine kleine Ausnahme gibt es auch für Personen, die nach der ersten Impfung an Covid-19 erkranken. Ihnen empfiehlt die STIKO, sich die zweite Impfung frühestens sechs Monate nach der Diagnosestellung geben zu lassen.

Eine frühere STIKO-Empfehlung enthielt einen Abstand von drei bis sechs Wochen für Biontech und vier bis sechs Wochen für Moderna, Anfang April wurden hier die sechs Wochen festgezurrt.

Welche Impfabstände sind für die Stoffe zugelassen?

Zugelassen ist Biontech für einen Impfabstand von drei bis sechs Wochen, Moderna von vier bis sechs Wochen und Astrazeneca von vier bis zwölf Wochen. Die Coronavirus-Impfverordnung besagt allerdings, dass der von der STIKO vorgegebenen Impfabstand eingehalten werden soll. Damit arbeiten Impfärzte sowohl in den Hausarztpraxen als auch in den Impfzentren anhand der STIKO-Empfehlung.

Dabei gibt es eine Sonderfall: Anfang Mai haben sich Bund und Länder drauf geeinigt, dass der Impfstoff von Astrazeneca in der kompletten zugelassenen Zeitspanne verimpft werden darf. Nun reichen vier Wochen Impfabstand. Der Arzt soll in Absprache mit Patient festlegen, wann in der Spanne von vier bis zwölf Wochen die zweite Corona-Impfung erfolgen soll. Bei einer Kreuzimpfung soll die zweite Spritze nach neun bis zwölf Wochen erfolgen, gibt das Gesundheitsministerium an.

Welchen Vorteil bieten längere Abstände?

Die STIKO empfiehlt einen Abstand von zwölf Wochen beim Impfstoff von Astrazeneca, weil "dadurch sowohl eine sehr gute individuelle Schutzwirkung als auch ein größerer Effekt der Impfung auf Bevölkerungsebene zu erzielen ist." Die erste Dose des Astrazeneca-Impfstoffs schütze den Geimpften zwölf Wochen lang gut, dann beginne der Schutz abzunehmen.

Zudem haben die Zulassungsstudien gezeigt, dass die Effektivität des Astrazeneca-Impfstoffs bei einem höheren Abstand ansteige. In den Studien betrug die Wirksamkeit bei vier bis acht Wochen Abstand 50,4 Prozent, bei acht bis zwölf Wochen bei 72,1 Prozent und bei über zwölf Wochen 75,4 Prozent.

in einer Mitteilung Ende März sprach der Hersteller allerdings von einer Wirksamkeit von 76 Prozent bei einem vierwöchigen Abstand. Damit ergäbe sich kaum ein Nachteil zu einer längeren Wartezeit. Die Originaldaten der Studie liegen der STIKO allerdings nicht vor, deshalb bleibt die Empfehlung hier weiterhin bei zwölf Wochen.

Wann gilt man als vollständig geimpft?

Als vollständig geimpft gilt man in Deutschland zwei Wochen nach Verabreichung der letzten notwendigen Impfstoffdose, also am fünfzehnten Tag nach der Impfung. Dann gelten bundesweit einige Erleichterungen - wie groß der Impfabstand war, ist hierbei unwichtig.