24°

Dienstag, 18.06.2019

|

zum Thema

Deutschlands erstes Foodsharing-Café eröffnet: Auch eine Idee für Franken?

Es finanziert sich auf Basis von Spenden für Getränke - 12.06.2019 15:44 Uhr

Abgelaufen oder fleckig: Ein Stuttgarter Café bietet aussortierte Lebensmittel an und rettet sie so vor dem Müll. © Christoph Soeder


Es ist eine Idee, die von einer Studentengruppe stammt: Fünf junge Menschen aus Stuttgart arbeiteten seit 2014 gemeinsam darauf hin, seit Freitag ist das erste "Foodsharing"-Café Deutschlands offiziell eröffnet. Es finanziert sich komplett über Spenden, die die Besucher für die Getränke geben können. Im Café "Raupe Immersatt" werden Lebensmittel in Kühlschränken deponiert und umsonst feilgeboten. Sie wurden zuvor aus circa 40 Betrieben in Stuttgart gerettet, darunter zahlreiche Supermärkte und Bäckereien. Beinahe täglich sammelt einer der Café-Betreiber Lebensmittel in der Stadt ein.

Bilderstrecke zum Thema

Zwölf Dinge, die der Klimawandel in Bayern verändert

Der Klimawandel macht auch vor Bayern nicht Halt. Bis zum Jahr 2100 soll es bis zu 4,5 Grad wärmer werden. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Leben im Freistaat.


Das Café will auf Lebensmittel-Verschwendung aufmerksam machen - und diese gezielt bekämpfen. Es gibt aber das größere Ziel, sich "irgendwann einmal selbst abzuschaffen", wie Jana Pfeiffer, Mitbegründerin des Cafés, in einem Beitrag des SWR erklärt. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Aktuell produzieren Privathaushalte den Großteil des Lebensmittelmülls, in einem Jahr fallen in einem vierköpfigen Haushalt 368,8 Kilo Lebensmittelmüll an. Eine Studie, die im Jahr 2012 von der Universität Stuttgart durchgeführt wurde, geht davon aus, dass 47 Prozent dieser Abfälle eigentlich vermeidbar sind.

"Foodsharing": Das gibt es in Franken

Und genau diesen Zahlen stellt sich die "Foodsharing"-Bewegung entgegen - auch hier in der Region. Die Mitglieder organisieren sich weitestgehend über regionale Facebook-Seiten und kontaktieren Lebensmittelmärkte im Umkreis, um dort nach Ladenschluss Lebensmittel einzusammeln, deren Haltbarkeitsdatum beispielsweise abgelaufen ist. Auch Brötchen, die beim Bäcker nicht verkauft werden konnten, werden gesammelt.

Bilderstrecke zum Thema

Plastik, nein danke! Zehn Alternativen für ein Leben ohne Kunststoff

Knapp 25 Kilo Plastikmüll hinterlässt jeder Deutsche im Jahr. Lediglich aus der Hälfte dessen, was im gelben Sack landet, entstehen neue Produkte. Der Rest wird verbrannt und belastet unsere Umwelt. Allerdings kann jeder dazu beitragen, dass weniger Plastikmüll anfällt. Welche plastiksparenden Alternativen es gibt, verraten wir hier!


In Nürnberg gibt es bisher drei "Fairteiler", in denen die gerettteten Lebensmittel gelagert werden: Ein Regal im "Café Martha", eines im Mehrgenerationenhaus in Schweinau und eines im "Projekt 31" an den Rampen. In Erlangen gibt es vier verschiedene Fairteiler, in Dinkelsbühl einen. Außerdem haben viele Städte eigene Facebook-Gruppen, darunter Lauf, Nürnberg, Fürth, Ansbach und Erlangen.


Leserforum: Sollte das "Containern" erlaubt werden?


Viele kleine Gruppierungen, die sich der Rettung von Lebensmitteln verschrieben haben, gibt es also bereits. Was fehlt, sind aber häufig regelmäßige Strukturen: die Fairteiler sind nur manchmal gefüllt und es gibt wenige, die sie befüllen. Zudem fehlt eine feste Location, die sich nur der Lebensmittelrettung verschreibt - so wie das "Café Immersatt". Dadurch erhält das Thema auch weniger Aufmerksamkeit und die Fairteiler sind an die Öffnungszeiten der Einrichtungen, in denen sie sich befinden, gebunden.

 

lip

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Panorama