Fünf Schritte

Handy ins Wasser gefallen? So kann die Rettung gelingen

ama

Online-Redaktion

29.1.2022, 11:04 Uhr

© pixabay

Wasserschäden gehören inzwischen zu den häufigsten Gründen, aus denen ein Smartphone das Zeitliche segnet. Bei 19 Prozent Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ist das Handy schon einmal unter Wasser geraten, wie eine Umfrage von Bitkom Research herausfand.

Anders als bei den meisten anderen Schäden an Display, Platine oder Gehäuse ist es bei Wasserschäden allerdings wichtig, schnell zu handeln. Je länger das Handy der Feuchtigkeit ausgesetzt ist und je länger es dauert, bis die betroffenen Teile trocknen können, desto mehr Schaden kann entstehen. Wir verraten, wie Sie Ihr Telefon noch retten können.

Schritt 1: Ausschalten

Zunächst ist wichtig, die Stromversorgung so schnell wie möglich zu unterbrechen und das Handy auszuschalten. Falls das Handy bereits vor dem Sturz ins Wasser ausgeschaltet war, besteht dahingehend keine Gefahr - war es aber im Betrieb, können Kurzschlüsse entstehen und der Akku oder weitere wichtige Bauteile zu Schaden kommen. Danach sollten Sie vor allem auf Rauchentwicklung oder Verformungen des Gehäuses achten. Der Vorteil moderner Smartphones: Viele von ihnen haben bereits eine Schutzschaltung eingebaut, die dafür sorgt, dass das Handy sofort ausgeschaltet wird, sobald Bauteile mit Wasser in Kontakt kommen.

Schritt 2: Von außen Trocknen

Im zweiten Schritt sollten Sie das Handy von außen schnellstmöglich trocken bekommen. Falls sich das Telefon in einer Hülle befunden hat, entfernen Sie diese, um zu verhindern, dass Wasserreste aus der Hülle eintreten können. Trocknen Sie dann ihr Handy mit einem weichen Tuch von außen ab, bis die Oberfläche trocken ist. Öffnen Sie den Schacht für die SIM-Karte, entfernen Sie (falls möglich) den Akku und eventuelle Speicherkarten und achten Sie darauf, dass alle abnehmbaren Teile separat trocken lagern.

Schritt 3: Von innen trocknen lassen

Anschließend folgt die wohl wichtigste Entscheidung: Zur Reparatur oder nicht? Reparaturdienste haben das nötige Werkzeug, das Handy in seine Einzelteile zu zerlegen und so ein optimales Trocknen zu ermöglichen. Das kostet allerdings auch - was sich gerade bei älteren Modellen nicht immer lohnt. Sollten Sie sich dafür entscheiden, das Trocknen in die eigene Hand zu nehmen, empfiehlt es sich, das Handy in Material zu legen, das Flüssigkeit aufsaugt. Was Sie auf gar keinen Fall tun sollten: Das Handy mit dem Fön, im Backofen oder auf der Heizung zu trocknen.

Ein alter Trick aus dem Internet rät beispielsweise dazu, das Smartphone in Reis zu legen. Reis zieht zwar Flüssigkeit, schützt aber nicht vor Korrosion. Experten raten deshalb inzwischen davon ab, diesen Weg zu gehen - auch, weil der Reis häufig in luftdichte Beutel gefüllt wird. In dieser Umgebung bleibt das Wasser nur noch länger im Handy. Eine Alternative ist Silica-Gel, das die meisten von Ihnen aus kleinen weißen Beutelchen kennen, die neuer Elektronik beiliegen. Silica ist ein Trocknungsmittel, das nicht wasserlöslich ist und Wasser absorbieren kann. Wichtig: Lassen Sie die Silica-Perlen im Beutel, sonst rutschen Sie ins Innere des Telefons. Alternativ bietet sich auch ein grobes Katzenstreu für diesen Zweck an.

Schritt 4: Warten

Der einfachste und wahrscheinlich elementare Aspekt: Geduld. Die Trocknung braucht ihre Zeit, Experten raten, etwa 24 bis 48 Stunden zu warten, bis Sie den ersten Versuch wagen, das Handy wieder anzuschalten.

Schritt 5: Anschalten

Dann wird es ernst: Nach der Wartezeit entscheidet sich, ob die Versuche Früchte getragen haben. Im Idealfall springt das Handy wieder an und funktioniert wie gewohnt. Tatsächlich gehört dazu aber viel Glück und auch Folgeschäden, die erst Wochen oder Monate nach dem Wasser-Unfall auftreten, sind möglich. In manchen Fällen - beispielsweise bei einem Problem mit dem Display, den Lautsprechern oder anderen Teilen - können Sie die entsprechenden Bauteile auch später noch austauschen lassen.

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