Gesundheitsrisiko

Herzinfarkt droht: Diese Fehler sollten Sie beim Schneeräumen unbedingt vermeiden

2.12.2023, 21:12 Uhr
Der derzeit starke Schneefall veranlasst viele Bürger dazu, den Schnee zu räumen und damit für sichere Gehwege zu sorgen. Jedoch gibt es dabei für die Sicherheit einige Grundregeln zu beachten.

© IMAGO/Heike Lyding Der derzeit starke Schneefall veranlasst viele Bürger dazu, den Schnee zu räumen und damit für sichere Gehwege zu sorgen. Jedoch gibt es dabei für die Sicherheit einige Grundregeln zu beachten.

Nach einem kurzen Moment der Bewunderung für die Schönheit des glitzernden Schnees, holt uns die Realität meist schnell ein. Neben winterlichen Spaziergängen und Schneeballschlachten bringt der Wintereinbruch auch so manche Tücken und nervige Begleiter mit sich. Die Rede ist von der Schneeräumpflicht. Hier kommen die Eigentümer ins Spiel. Allerdings kann es auch vorkommen, dass Vermieter die Schneeräumpflicht auf den Mieter übertragen - das muss allerdings im Mietvertrag klar geregelt sein.

Beim Schneeschippen selbst gibt es einiges zu beachten, andernfalls kann die oft schwere körperliche Arbeit schnell zur Gefahr werden. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) hat daher ein paar Tipps zusammengetragen:

Nie direkt nach dem Aufstehen starten

Wer morgens noch vor der Arbeit Schnee schippen muss, sollte rechtzeitig aufstehen, damit genügend Zeit bleibt und keine Hektik entsteht. "Auf keinen Fall sollte man nach dem Aufstehen sofort mit dem Schneeschieben beginnen", warnt die DGOU. Denn die kalte Muskulatur braucht zunächst Zeit, um warmzulaufen, damit sie sich auf die ungewohnte Belastung einstellen kann.

Den Rücken vor Kälte schützen

Wichtig ist außerdem stets das eigene Wohlbefinden und seinen Körper im Blick zu haben. Der Rücken sollte vollständig bedeckt und warm eingepackt sein - sonst droht Unterkühlung.

Schieben statt heben

Um den Rücken möglichst wenig zu belasten, ist es besser, den Schnee zu schieben als zu heben. Durch ruckartige Bewegungen oder das Heben von zu viel Last sind Zerrungen und Verletzungen in der Rückenmuskulatur möglich. Das kann bis zu Blockierungen von Wirbeln oder einem Hexenschuss reichen. Sollte eine vollbeladene Schippe jedoch angehoben werden müssen, sollten Sie den Oberkörper stets gerade halten und Heben leicht in die Knie gehen, so die Experten. "Alles vermeidbare Fehler", findet Christopher Spering, Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG): "Viele überschätzen ihre Fitness. Wir müssen unseren Rücken auf die ungewohnte Belastung vorbereiten – direkt vor dem Schneeschieben aber auch das ganze Jahr über."

Rutschfeste Schuhe und gutes Werkzeug

Sicheres Schneeschippen, fängt bei der Ausrüstung an. Wählen Sie sicheres Schuhwerk, das für einen sicheren Stand sorgt und ausrutschen vermeidet. "Eine leichte Schippe mit ergonomischer Form entlastet Wirbelsäule und Gelenke", erklärt die DGOU. Besser wählt man einen Plastikschieber, der leichter ist als einer aus Metall.

Für Herzpatienten ist besondere Vorsicht angesagt

Für Herzpatienten kann Schneeschaufeln mitunter sogar lebensgefährlich werden. Durch die ungewohnte schwere Belastung kann das Herz von Menschen, die mit Engstellen an den Herzkranzgefäßen zu kämpfen haben, unter Umständen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Dadurch kann ein vorgeschädigtes Herz schnell überlastet werden, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder sogar einem plötzlichen Herztod führen kann. Eine wesentliche Rolle dabei spielen auch die Temperaturen. Bei enormer Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen, was die Durchblutung verringern kann. "Auf Beschwerden beim Schaufeln sollte man sehr schnell hören und zügig reagieren. Jeder Brustschmerz muss abgeklärt werden", betont auch Dr. Marcus Sandri, Leitender Oberarzt Herzinsuffizienz der Leipziger Universitätsklinik für Kardiologie gegenüber dem MDR. Erschöpfungserscheinungen sollten nie ignoriert werden.