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Höhle der Löwen: "Fugentorpedo" wirbelt Investoren auf

Sechs Gründer kämpfen um heiß begehrte Deals mit Dagmar Wöhrl und Co. - 30.10.2018 23:06 Uhr

Matthias Herrnbröck, Bernd Müller und Frank Eckert (v.l.) aus München präsentieren ihren "Fugentorpedo". © MG RTL D / Bernd-Michael Maurer


Fliesenleg-Expertin Judith Williams kennt sich aus: Auf die Fugen kommt es an im Haushalt. Deshalb ist sie besonders gespannt auf den "Fugentorpedo" - eine Kombination aus Diamantschliff und Bürstenwunder, um Fugen klinisch rein zu halten. Kein Schimmel und kein Dreck mehr im Badezimmer, das versprechen die Entwickler Matthias Herrnbröck, Bernd Müller und Frank Eckert aus München. Derzeit sind die Gründer auch auf der Consumenta in Nürnberg anzutreffen, wo sie die Haushaltswaffe dem breiten Publikum vorstellen.

Die Begeisterung von Frank Thelen hält sich allerdings in Grenzen: "Es macht keine Freude, das Produkt anzufassen", schimpft er und fügt gleich noch hinzu: "Fugen interessieren mich nicht." Wer wohl bei dem zu Hause putzt, mag sich so mancher Zuschauer fragen? Dafür machen Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel ein Angebot. Die Gründer haben die Qual der Wahl - und entscheiden sich schließlich für Ralf Dümmel als Mann für den Fugenturbo.

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Kauhilfe und Babymilch-Automat: Folge neun in die Höhle der Löwen

Die neunte Folge von die "Höhle der Löwen" hat es in sich: Sechs Gründer kämpfen diesmal um den großen Deal mit den Investoren. Neben Brausedrops und einer Fläschchen-Maschine, wird auch ein Fitness-Stuhl vorgestellt, der eine Revolution in den Büros einläuten soll.


Auch Christoph Hermann, Martin Donald Murray und Thomas Henry Wieser aus Wien können die Löwen von sich überzeugen. Mit "Waterdrop" entwickelten die drei Jungs den weltweit ersten Geschmackswürfel für Trinkwasser. Die kleine Mikrokapsel passt in jede Hosentasche und soll die Menschen dazu anregen, über den Tag verteilt mehr zu trinken. "Ich find das Thema sensationell", lobt Ralf Dümmel. Und auch Dagmar Wöhrl sieht das kapselähnliche Produkt schon in ihren Hotels in die Wassergläser "dropen". Die beiden Löwen schlagen deshalb zu und investieren eine Million Euro. So schnell gehts.

Beim nächsten Produkt wird es tierisch: Sonja Labitzke will Hunde vor dem Ersticken retten. Die Vierbeiner verschlucken beim Kauen von Knochen oft das zu große Endstücke. Der "Boneguard" schafft Abhilfe. Auf der Heimtiermesse in Nürnberg soll der rote Knubbel bereits der Renner gewesen sein. Die Löwen sind sich aber uneins: Während Frank Thelen vom Geruch der Hundeknochen angewiedert ist, bezeichnet Carsten Maschmeyer die Gründerin als "Seelenverwandte" (ehrlich, bodenständig, tolles Mädchen). Auch Dagmar Wöhrl ist emotional bewegt, weil "einem Tier etwas Gutes getan wird". Mit der Investition wird es am Ende aber doch nichts. Nur nett sein und Hunden helfen reicht offenbar nicht fürs große Business.

Reklame auf der Autobahn

Lukrativer könnte da schon die Werbebranche sein. Diese will Andreas Wiedmann mit "Road Ads" revolutionieren. Digitale Werbebanner auf Lkws, die durch ganz Europa reisen - offenbar ein Traum für alle Marketing-Gurus. Frank Thelen ist außer Rand und Band: "Das wird brutal erfolgreich, also echt Ober-Kracher!" Aber es gibt einen Haken: Er mag keine Werbung. Ein Kampf mit dem inneren Investor, "der gern viel Geld verdient", beginnt. Georg Kofler und Carsten Maschmeyer wittern ihre Chance und schlagen zu.

Nächstes Start-Up, nächstes Glück - vielleicht auch für Frank Thelen. Der "FitSeat" ist eine Mischung aus Fahrrad und Bürostuhl. Ein Schreibtischergometer, wie die Gründer Jan Gumprecht und Stephan Christ anpreisen. Sagenhafte 1740 Euro soll das gute Stück kosten. Vielleicht ist der Preis ein Grund, warum lediglich erst 13 "FitSeats" verkauft wurden. Die Löwen sind entsetzt von diesem Selbstbewusstsein. Der Schreibtischergometer bekommt einen Korb - schlichtweg zu teuer.

Ein Babyfläschchen-Vollautomat könnte dafür in Zukunft das Leben vieler Eltern erleichtern. "Milquino" heißt der Wunderautomat, mit dem sich die Nahrung für Neugeborene blitzschnell in der richtigen Menge und Wärme zubereiten lässt - läuft sogar über W-Lan. Nur die Löwen glauben nicht an den Wandel im Kinderzimmer. "Zu teuer", schimpft Judith Williams. Dafür hätte das Gerät lediglich 239 Euro gekostet, immerhin um einiges günstiger als so mancher Kaffee-Vollautomat - oder ein "FitSeat".

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Eva Orttenburger Online-Redaktion E-Mail

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