Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit

Impfreaktionen bei Biontech: Diese Nachwirkungen gibt es

Simone Madre
Simone Madre

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1.12.2021, 09:24 Uhr
Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit: Das sind mögliche Impfreaktionen nach der ersten zweiten Biontech-Spritze.

Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit: Das sind mögliche Impfreaktionen nach der ersten zweiten Biontech-Spritze. © Fabian Sommer, dpa

Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit: Der Aufklärungsbogen für die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna nennt eine ganze Reihe an Impfreaktionen, die der Wirkstoff mit sich bringen kann, aber nicht muss.

Wann treten Impfreaktionen auf und wie lange halten diese an?

Diese Impfreaktionen treten meist in den ersten zwei Tagen nach der Spritze auf und halten selten länger als drei Tage an. Das besagen die Aufklärungsbogen von Biontech und Moderna. Das Bundesgesundheitsministerium spricht etwas allgemeiner von "wenigen Tagen".

Viele Menschen sprechen hier von Nebenwirkungen. Der Begriff ist aber medizinisch nicht korrekt. Als Nebenwirkungen gelten unerwünschte Folgen eines Medikaments oder Impfstoffs. Von einer Impfreaktion spricht man, wenn das Immunsystem wie gewünscht anschlägt und man sich deshalb schlecht fühlt, die Auswirkungen auf den Körper aber unbedenklich sind. Sind die Symptome deutlich stärker als das, spricht man von Impfkomplikationen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Impfreaktion ist nach der zweiten Corona-Impfung bei den beiden Impfstoffen höher als nach der ersten. Ebenso sind jüngere Leute häufiger betroffen. Laut bisherigen Daten sind die Reaktionen nach einem Booster ähnlich wie bei der zweiten Biontech-Spritze.

Biontech-Impfung: So häufig sind Fieber und Müdigkeit

Wie wahrscheinlich Impfreaktionen sind, zeigen Daten der FDA, der US-amerikanischen Behörde für Lebens- und Arzneimittel. In einer klinischen Studie litten 7,5 Prozent der 18- bis 55-jährigen Teilnehmer nach der ersten Corona-Impfung mit dem Biontech-Impfstoff an Fieber, nach der zweiten waren es 31,4 Prozent. Besonders hoch (über 38,9 ℃) lag die Temperatur erst bei 0,3 und dann bei 1,2 Prozent der Geimpften.

Ein starkes Müdigkeitsgefühl empfand beim ersten Mal 1,4 Prozent der Teilnehmer, beim zweiten Mal waren es 4,6 Prozent. Auch andere stärkere Impfreaktionen traten häufiger auf. Statt knapp 28 griffen 45 Prozent der Geimpften zu schmerzstillenden und fiebersenkenden Mitteln.

Kopfschmerzen nach der Biontech-Impfung

Relativ häufig wurden auch Kopfschmerzen als Beschwerde nach einer Biontech-Impfung genannt. In den ersten sieben Tagen nach der Erstimpfung litten 41,9 Prozent der beobachteten Personen an Kopfschmerzen. In der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt, waren es 33,7 Prozent. Nicht jeder Kopfschmerz lässt sich also auf den Impfstoff zurückführen. Nach der zweiten Impfung gaben 51,7 Prozent der Geimpften Kopfschmerzen an, also ein größerer Anteil als beim ersten Mal. Auch starke Kopfschmerzen traten hier häufiger auf, bei 3,2 Prozent der Geimpften.

Sehr häufig sind laut der Ständigen Impfkommission auch Schmerzen sowie eine Schwellung an der Einstichstelle, etwa jeder Dritte leidet an Muskelschmerzen und Schüttelfrost.

Biontech: Diese Impfreaktionen gibt es bei Kindern ab zwölf Jahren

Laut der Ständigen Impfkommission sind die meisten Impfreaktionen etwas häufiger als bei Erwachsenen. Mehr als 70 Prozent der untersuchten Kinder litten an Ermüdung und Kopfschmerzen, über 40 Prozent an Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Außerdem traten bei über 90 Prozent Schmerzen an der Einstichstelle auf. Genannt wurden außerdem Gelenkschmerzen und Fieber. Weniger als zehn Prozent der Kinder litten an Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Welche Impfreaktionen gibt es bei Moderna?

Für den Impfstoff Moderna nennt die FDA ebenfalls einige Unterschiede bei der Impfreaktion nach der ersten und zweiten Impfung: Bei den Testpersonen - hier im Alter von 18 bis 64 Jahren - litten gut 35 Prozent in den Tagen nach der ersten Impfung an Kopfschmerzen, nach der zweiten Dosis waren es knapp 63 Prozent. Schwere Beschwerden hatten erst zwei und dann fünf Prozent der Probanden.

Auch Übelkeit und Erbrechen traten nach der zweiten Impfung mehr als doppelt so häufig auf (9,4 Prozent / 21,4 Prozent), Gelenkschmerzen etwa dreimal so häufig (16,6 Prozent / 45,5 Prozent).

Warum reagiert der Körper bei der zweiten Biontech-Spritze stärker?

Der Immunologe Carsten Watzl erklärt den Unterschied zwischen Erst- und Zweitimpfung so: Beim ersten Mal reagiert das angeborene Immunsystem auf die im Impfstoff enthaltene RNA. Die Abwehrzellen im Körpers reagieren auf typische Art und Weise und schütten Botenstoffe aus, Entzündungen entstehen: Der Mensch fühlt sich angeschlagen, hat Fieber oder Gliederschmerzen.

Bei der zweiten Impfung reagiert zusätzlich das adaptive Immunsystem auf den Impfstoff, also die durch die Erstimpfung erworbene Abwehr. Das Immunsystem reagiert dadurch stärker.

Die Immunologin Martina Prelog nennt es ein gutes Zeichen, wenn der Körper auf die zweite Impfung reagiert. Die ausgeschütteten Botenstoffe und eigentlich erwünschten Entzündungsreaktionen wirken sich für den Menschen allerdings unangenehm aus.